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"Flatout" - Fahrspaß aus Finnland
"Gran Turismo", "DTM Race Driver", "Colin McRae", "Project Gotham Racing", "Burnout" und "RalliSport Challenge" - wenn die Computer- und Videospielwelt auf etwas nicht wartet, dann sind das wohl Rennspiele. Doch trotz der unbestreitbaren Masse und Klasse von PS-Produkten gibt es immer wieder wagemutige Entwickler, die einen Titel im schnellen Genre positionieren wollen. Ohne Alleinstellungsmerkmale ist die kommerzielle Erfolglosigkeit allerdings absehbar - dessen ist sich auch der finnischen Entwickler Bugbear Entertainment bewusst, der für Empire Interactive am Rennspiel "FlatOut" arbeitet. Das Team, das dank dem PC-Titel "Rally Trophy" (2001 von JoWooD veröffentlicht) bereits Rennspielerfahrung besitzt, will sich vor allem durch eine hyperrealistische Physik-Simulation von der Konkurrenz abheben.
Schon bei einer frühen Betaversion des Produkts klaffen in diesem Punkt Anspruch und Wirklichkeit kaum auseinander. So geht es z. B. in einem PS-starken Muscle Car gegen sieben Gegner auf einem Rundkurs durch ein hübsch gestaltetes Wäldchen. Schon die erste Kurve hat es in sich: Wer Flieh- und Motorkraft unterschätzt, schlittert aus der Fahrbahn direkt in die am Rand aufgestapelten Reifenberge. Der gesammelte Gummi mimt allerdings nicht wie in anderen Rennspielen eine feste Begrenzung: Eine Armada einzelner Reifen springt über den Asphalt; jeder ist ein eigenes animiertes und physikalisch korrekt berechnetes Objekt respektive Hindernis für die anderen Rennfahrer. Die Reifen sind nicht die einzigen interaktiven Details der "FlatOut"-Kurse; bis zu 3000 Randobjekte besitzt jede der 45 Strecken in fünf Szenerien.
An der Waldpiste stehen Holzstapel, von denen beim Touchieren Baumstämme herunterkullern - was natürlich erhebliche Auswirkungen auf den Rennverlauf hat. In der Stadt schieben sich die aggressiven Piloten gegenseitig auf parkende Autos, in der Kiesgrube werden Förderanlagen bei wuchtigen Crashes in ihre Einzelteile zerlegt. Mit den 16 getunten Boliden verhält es sich nicht anders: Die je 40 Einzelteile pro bunt lackierter Karosse leiden sichtlich während des Rennens. Blech verbeult, Glas splittert, Spoiler gehen verloren. Skrupellose Gasfüße werden allerdings nicht nur durch eine demolierte Erscheinung bestraft: Die Schäden wirken sich auch erheblich auf die Eigenschaften des Wagens aus - einen Haufen Schrott durchs Ziel zu bringen, verlangt Geduld und Feingefühl.
Neben prächtiger Grafik, offenen Strecken (samt Abkürzungen) und dem wegen der realistischen Physik satten Schwierigkeitsgrad motiviert "FlatOut" mit einem umfangreichen Karrieremodus. In dieser Spielvariante werden nicht nur Bestzeiten herausgefahren, dank gut sortiertem Tuningshop entsteht auch die ultimative Karre. Minispiele und die auf allen Plattformen geplanten Onlinemodi komplettieren den reichhaltigen Rennkalender. Ob "FlatOut" im September diesen Jahres auf die Pole Position fährt, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Der Titel hat genug PS unter der Haube, um im vorderen Feld mitzuhalten.