Die deutsche Entwicklerszene kommt nicht zur Ruhe. Mit Westka Interactive hat Anfang Oktober ein renommiertes Team seine Geschäftsaufgabe bekannt gegeben. Auch für weitere Teams scheint sich langsam, aber sicher der Vorhang zu senken.

Die deutsche Entwicklerszene hat immer noch den Ruf einer Monokultur:Produziert würden in erster Linie Strategie- und Aufbautitel ohne internationales Verkaufspotenzial. Zugegebenermaßen wird der Gegenbeweis nur selten angetreten. Titel wie "AquaNox" oder "Gothic" bestätigen da als Ausnahmen die Regel. Das von der Presse bereits im Vorfeld hoch gelobte "The Y-Project" galt als neuer Hoffnungsträger. Galt, denn am 1. Oktober hat Westka Interactive seine Geschäftsaufgabe bekannt gegeben.

Eine ganze Sparte im Umbruch

Trotz Umstrukturierung und Publisherzusagen ist es dem Kölner Entwicklerteam nicht gelungen, die für die Zukunft nötigen Finanzmittel aufzutreiben. Alle verbliebenen 44 Mitarbeiter haben Ende September ihre Kündigung erhalten. Weiterhin schlecht bestellt ist es auch um den Berliner Entwickler Terratools ("Urban Assault"). Noch immer ist kein neuer Investor in Sicht, und die Rettung der 21 Arbeitsplätze scheint langsam, aber sicher unmöglich.

Keine guten Neuigkeiten gibt es zudem von Virtual X-citement Software (VX). Die Entwickler von "Schiene & Strasse" mussten in den letzten Tagen "gehörig abspecken", wie ein Mitarbeiter gegenüber GamesMarkt.de bestätigte. Eine Geschäftsaufgabe, wie innerhalb der Branche spekuliert wurde, sei aber noch kein Thema.

Doch auch Positives gibt es zu vermelden. Funatics hat sich wieder gefangen, und Ascaron, selbst nur knapp dem Konkurs entronnen, verzeichnet mit "Port Royale" einen Achtungserfolg. Darüber hinaus darf man sich auf "Anstoß 4" freuen. Aber nicht nur etablierte Entwickler, auch neue Unternehmen, wie etwa das von ehemaligen Sunflowers-Programmierern gegründete Limbic Entertainment, machen positiv von sich reden.

Nach "Gefeuert! Dein letzter Tag" ist das Auftragsbuch durch die jüngst geschlossene Kooperation mit RTL Enterprises vorerst gefüllt: Eine Reihe von Titeln seien geplant. Nach der Insolvenz von TriNodE Entertainment hat sich denn auch Bernhard Ewers zurückgemeldet. Mit seiner neuen Firma drei partner steht der USF-Macher wieder auf festem Boden. Zur GC brachte Ewers mit "Crossroads" zudem bereits einen lizenzfertigen Titel mit.

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