Der Europäische Gamesverband ISFE hat neue Daten zum freiwilligen Alterskennzeichnungssystem PEGI vorgelegt. In einer Grußbotschaft lobt Viviane Reding, Mitglied der EU Kommission und zuständig für die Themen Informationsgesellschaft und Medien, das System und das Engagement der Spielebranche.

Die ISFE - Interactive Software Federation of Europe, der europäische Dachverband der Spielepublisher, hat neue Daten zu seinem freiwilligen Alterskennzeichnungssystem PEGI vorgestellt. Insgesamt wurden seit dem Start vor knapp drei Jahren 4690 Titel zur Kennzeichnung eingereicht. Allein in den vergangenen zwölf Monaten wurden demnach knapp 2000 Titel zur Prüfung vorgelegt. Die ISFE deutet dies als Spiegelbild für die große Akzeptanz, die das System in nahezu allen Ländern der EU genießt.

47,8 Prozent aller eingereichten Titel wurden von PEGI mit einer Altersempfehlung von "3+" versehen, 8,3 Prozent erhielten eine Empfehlung von "7+", 25,8 Prozent "12+" und 13,8 Prozent "16+". Ein PEGI-Sticker "18+" musste nur bei 4,3 Prozent aller eingereichten Titel vergeben werden.

Doch nicht nur die Publisher haben das PEGI-System längst akzeptiert und nutzen es europaweit, auch bei der Politik genießt es hohes Ansehen. In einem Grußwort in der Broschüre zur Veröffentlichung der neuesten Statistik lobt auch Viviane Reding das System. Reding ist als Mitglied der EU-Kommission für die Themen Informationsgesellschaft und Medien zuständig. "Die EU-Kommission unterstützt seit Jahren das PEGI-System", so Reding in ihrem Grußwort. Die ISFE habe es mit ihrem System geschafft, die Kennzeichnung von Spielen über die Grenzen von Ländern mit unterschiedlichen nationalen und kulturellen Standards hinweg zu harmonisieren. "Das PEGI-Alterskennzeichnungssystem ist ein leuchtendes Beispiel für die Alterseinstufung anderer Arten von Content", sagt Reding.

Doch während das PEGI-System in nahezu allen anderen Ländern der EU akzeptiert und anerkannt ist, hat es in Deutschland keinerlei Bedeutung. Hierzulande ist die Kennzeichnung von Spielen verpflichtend. Altersempfehlungen sind demnach irrelevant, Altersfreigaben für den Handel bindend. Doch selbst dieser entscheidende Unterschied zu den restlichen EU-Staaten geht vielen Politikern aus dem konservativen Lager nicht weit genug: Erst kürzlich forderten die Innenpolitiker der Union ein Verbot so genannter "Killerspiele". Gleichzeitig bezeichneten sie die Funktionsweise des viel strengeren, deutschen Systems der USK als "sehr mangelhaft".

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.
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