Restruktierung von Sony stärkt SCE
Sony hat umfassende Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt. Ziel sei es, das Gruppen-Busineß-Modell zu stärken. Die neue Struktur stärkt vor allem die konzerninterne Position von Sony Computer Entertainment. Andere Bereiche müssen allerdings abbauen: Sony will bis 2003 rund 17.000 Angestellte entlassen.
"Value Creation Management" heißt das Zauberwort, mit dem die Sony Corporation eine Restrukturierung ankündigte. Ziel sei es, das Gruppen-Busineß-Modell neu auszurichten, dabei zu stärken und der Sony Corp. einen stärkeren Holding-Charakter zu verleihen. Von den Veränderungen ist unter anderem Sony Computer Entertainment (SCE) betroffen. SCE, bislang gemeinsame Tochter von Sony Corp. und Sony Music Entertainment (Japan), wird künftig als hundertprozentige Tochter der Sony Corp. firmieren. Zeitgleich wurde das Management von SCE umbesetzt. Zum 1. April wird Ken Kutaragi zum President und CEO von SCE befördert. Er verantwortet damit das weltweite Geschäft von Sony Computer Entertainment. Kutaragi war bislang Representative Director, Executive Vice President und Co-COO von SCE sowie Chairman von SCE America. Vorgänger Teruhisa Tokunaka wurde als Deputy-CFO zur Dachgesellschaft Sony Corp. berufen. Tokunaka bleibt aber als Representative Director SCE erhalten.
Sony trägt damit der überdurchschnittlich positiven Geschäftsentwicklung von SCE Rechnung und stärkt die Position von SCE innerhalb des Konzerns. Neben SCE wurden drei weitere Divisions als hundertprozentige Töchter der Sony Corp. unterstellt: Sony Music Entertainment, Sony Chemical Corporation und Sony Precision Technology. Gleichzeitig wurden neue Unternehmen gegründet, die Querverbindungen zwischen den einzelnen Gruppen und Divisions des Konzerns knüpfen sollen. Unter anderem wurde die Division Human Resources in die eigenständige Sony Human Capital Inc. ausgelagert. Neben den effektiveren Managementstrukturen gibt es allerdings auch eine Negativseite an der neuen Strategie: Sony plant, die Zahl der Fabriken bis Ende 2003 von weltweit 70 auf 55 zu reduzieren. Im selben Zeitraum soll die Anzahl der Konzernmitarbeiter um zehn Prozent verringert werden. Bei einer derzeitigen Mitarbeiterzahl von 170.000 bedeutet dies 17.000 Entlassungen binnen fünf Jahren.