Die Video-Streamingplattform Twitch wird sich Ende Februar 2024 komplett aus Südkorea zurückziehen. Die lokalen Netzwerkgebühren beziehungsweise die Kosten für den Betrieb seien zu hoch.

Twitch wird sein Geschäft in Südkorea am 27. Februar 2024 einstellen. CEO Dan Clancy erklärt, dass die Kosten für den Betrieb mittlerweile "unerschwinglich" seien, obwohl sie schon "erhebliche" Anstrengungen unternommen hätten, darunter ein Peer-to-Peer-Modell und die Reduktion der Source-Qualität auf maximal 720p. "Obwohl wir dadurch die Kosten gesenkt haben, sind unsere Netzwerkgebühren in Korea immer noch zehnmal so hoch wie in den meisten anderen Ländern. Twitch hat in Korea erhebliche Verluste eingefahren, und leider gibt es keinen Weg, wie wir unser Geschäft in diesem Land nachhaltiger betreiben können", so Clancy.

"Ich möchte noch einmal betonen, dass dies eine sehr schwierige Entscheidung war und wir sehr enttäuscht sind, dass wir uns dazu gezwungen sahen. Korea hat immer eine besondere Rolle in der internationalen E-Sport-Community gespielt und wird dies auch weiterhin tun - und wir sind unglaublich dankbar für die Communities, die auf Twitch aufgebaut wurden", sagt Clancy. Koreanische Twitch-Streamer:innen sollen unterstützen werden, ihre Communitys auf alternative Livestreaming-Dienste zu verlagern.

Südkorea ist ein wichtiger Markt für Twitch. Laut Daten von similarweb stammten 5,23 Prozent des Web-Traffics von Twitch.tv im Oktober 2023 aus Südkorea. Damit liegt das Land weltweit auf der vierten Position, hinter den USA (20,19 Prozent), Deutschland (7,33 Prozent) und Russland (5,29 Prozent).

Seit einer Änderung des koreanischen Telekommunikationsgesetzes müssen sich ISPs gegenseitig für den Datenverkehr entschädigen, den sie im Rahmen der SPNP-Politik (sending-party-network-pays) austauschen. Die Internetdiensteanbieter geben diese Kosten regelmäßig über höhere Preise an Anbieter von Online-Inhalten und damit an ihre Kunden weiter. In TheKoreaTimes heißt es dazu: "Dieses System bestraft ein hohes Traffic-Volumen, da die Gebühren auf der Grundlage des übertragenen Datenvolumens berechnet werden, so dass große Inhaltsanbieter davon abgehalten werden, sich in einer Content-Kette zu positionieren, die in Südkorea endet. Dieses Verfahren führt zu ineffizienten Datenverkehrsströmen, die die Regierung zu verbessern versucht, indem sie großen Content-Providern vorschreibt, stabile Services zu gewährleisten. Auch die Kosten für die Geschäftstätigkeit sind dadurch gestiegen: 2021 lagen die Preise für den Datentransfer im Internet in Seoul weit über denen in Paris und New York."

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Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.
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