Schenk: Forderungen an Politik konkretisieren
Im Rahmen des parlamentarischen Abends stellt der BIU seinen Vorschlag für ein Steuer-basiertes Fördermodell im Detail vor. Im Interview erklärt BIU-Geschäftsführer Dr. Maximilian Schenk, warum die Vorstellung auch im Rahmen eines erneuten Parlamentarischen Abends sinnvoll ist.
Warum veranstaltet der BIU - Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware auch in diesem Jahr einen Parlamentarischen Abend?
Maximilian Schenk: Parlamentarische Abende sind in der politischen Kommunikation ein wichtiges Format, um mit seinen Botschaften die Politik zu erreichen. Am kommenden Parlamentarischen Abend wollen wir Politik und Branche ein konkretes finanzielles Fördermodell für die Entwicklung von Computer- und Videospielen in Deutschland vorstellen, das wir im vergangenen Jahr gemeinsam mit BIU-Mitgliedern und anderen Branchenpartnern ausgearbeitet haben. Das Ziel ist dabei klar: Die Anzahl von Games aus Deutschland, die bestimmte Kriterien erfüllen, soll erhöht werden. Begonnen haben wir damit bereits im vergangenen Jahr auf unserem ersten Parlamentarischen Abend, auf dem wir bereits aufgezeigt haben, wie verbesserungsfähig die Standortbedingungen für die Entwicklung von Games hierzulande im internationalen Vergleich sind. In Anbetracht der nahenden Bundestagswahl 2017 ist es umso wichtiger, dass wir uns Gehör in der Politik verschaffen: Jetzt muss man sich noch intensiver mit den entscheidenden politischen Kontakten austauschen und auf die problematischen Rahmenbedingungen der Games-Branche in Deutschland hinweisen.
Der Titel des Parlamentarischen Abends scheint dem aus dem vergangenen Jahr zu gleichen: Welche Themen stehen bei dem Parlamentarischen Abend in diesem Jahr im Vordergrund?
Wir schließen mit dem Parlamentarischen Abend in diesem Jahr, der unter dem Titel "Talk@BIU: Neue Wege der Kulturförderung - Ein steuerliches Fördermodell für Games aus Deutschland" stattfindet, direkt an die guten Diskussionen vom vergangenen Jahr an. Wir werden erstmals ein gemeinsam mit Mitgliedern des BIU, BIU.Dev und BIU.Net entwickeltes Modell zur steuerlichen Förderung der Games-Entwicklung in Deutschland vorstellen. Es ist das erste konkrete steuerliche Fördermodell für Games aus Deutschland, das sich zudem auch auf die Förderung anderer Bewegtbild-Inhalte übertragen lässt. Mit dem neuen Konzept konkretisieren wir unsere Forderungen gegenüber der Politik, nachdem wir das Thema auch schon in unserem Positionspapier "Agenda 2020" und im Rahmen des Parlamentarischen Abends im vergangenen Jahr platziert haben.
Was kann die deutsche Games-Branche von diesem Konzept erwarten?
Unser Gesetzentwurf soll deutsche Games-Produktionen finanziell substantiell unterstützen. Wir haben gemeinsam mit zahlreichen Steuerrechts- und Förderexperten sowie Mitgliedern des BIU, BIU.Dev und BIU.Net das neue Modell zur steuerlichen Förderung von deutschen Games-Produktionen entwickelt. Es ist sowohl für kleinere und mittlere Entwickler als auch für größere Studios relevant. Denn die Entwickler, die Gewinne mit ihren Spielen erwirtschaften, können nach dem Modell entweder ihre Steuerschuld deutlich reduzieren und so günstiger produzieren und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern oder durch einen Förderzuschuss profitieren. Ein weiterer Vorteil unseres Konzepts: Der Förder-Mechanismus ist einfach und berechenbar! Zudem wurde besonders darauf geachtet, dass es konform mit dem EU-Recht ist. Genauere Informationen zum neuen steuerlichen Fördermodell gibt es auf unserem Parlamentarischen Abend am 23. November in Berlin!