Schirmherr mit Charme
Der PlayStation Schools' Cup geht in die dritte Runde. Erneut kickten über 100 Schulen in spannungsgeladenen Partien um den Einzug ins Finale. Für die Gewinner des Fußballturniers winkten Karten für das große Champions-League-Finale in Paris. Deutscher Schirmherr war, wie bereits im vergangenen Jahr, Ex-Bayern-Star und DSF-Moderator Thomas Helmer. Der ehemalige Ballvirtuose über Nachwuchstalente, die WM und Videospiele.
» Sie sind als ehemaliger Fußballprofi prädestiniert, um als Schirmherr beim PlayStation Schools' Cup aufzutreten. Wie sind sie zu dieser Veranstaltung gestoßen?
Thomas Helmer: Ich wurde auf einer Sportveranstaltung von Sony angesprochen. Da ich das Konzept sehr interessant fand, wollte ich unbedingt mit dabei sein.
» Mit dem PlayStation Schools' Cup präsentiert Sony ein Förderprogramm für Nachwuchstalente. Ist Ihnen im vergangenen oder gar in diesem Jahr das ein oder andere Talent aufgefallen?
Ich guck mir die Spiele gerne an, ein Riesentalent ist immer dabei. Es gibt den einen oder anderen Spieler, der technisch sehr, sehr stark ist. Überhaupt ist es ist wahnsinnig, wie ehrgeizig die Kids sind. In Berlin ist mir ein Linksfuß aufgefallen. Er konnte herrlich mit dem Ball umgehen und hatte stets ein Auge für seine Mitspieler, die er mit seinen präzisen Flanken hervorragend in Szene setzen konnte.
» Empfehlen Sie den einen oder anderen Kicker an den DFB oder gar an Jürgen Klinsmann weiter?
Das würde ich gerne tun. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, als Jugendspieler zum Profifußball aufzusteigen. Das ist ein sehr harter Weg.
» Zum ersten Mal dürfen auch Mädchen mitkicken. Wie finden Sie das?
Ich freue mich ganz besonders, dass in diesem Jahr endlich auch Mädchen zeigen können, was sie auf dem Kasten haben. Außerdem tut es der Popularität von Frauenfußball sicherlich ganz gut. Warum sollte man dem sportlichen Ehrgeiz der Mädchen weniger Beachtung schenken? Schließlich sind unsere Damen Weltmeister.
» Die ganze Welt ist derzeit im WM-Fieber! Wie schätzen Sie Deutschlands Chancen ein?
Die Chancen stehen nicht schlecht. Doch die Konkurrenz ist sehr hart. Ich würde sagen, dass wir das Viertelfinale erreichen.
» Sony ist ein echter Entertainment-Riese, der nicht nur auf sportlicher Ebene Präsenz zeigt, sondern vor allem im Videospielgeschäft ein Wörtchen mitzureden hat. Wie ist ihr Verhältnis zu Videospielen?
Meine Frau und meine Kinder sind begeisterte Zocker und haben mich mit ihrer Euphorie für dieses Medium angesteckt.
» Was spielen Sie derzeit?
Momentan spiele ich "24 - The Game". Als großer Bewunderer der Serie musste ich natürlich auch das Spiel antesten. Es ist großartig und wird in allen Aspekten der Serie gerecht. Ich mag Spiele mit origineller Story und kniffligen Rätseln.
» Derzeit sind Killerspiele das Thema in der Gamesbranche. Wie ist ihre Meinung dazu?
Ich habe nur wenig von der Debatte mitbekommen. Ich würde nicht unbedingt behaupten, dass Videospiele einen schlechten Einfluss auf Kinder ausüben. Dennoch sollte man stets aufpassen, was für Spiele die Kinder in die Finger bekommen. Natürlich kann man seine Kinder nicht rund um die Uhr kontrollieren. Eins steht fest: Egoshooter würde ich meine Kids nicht spielen lassen.
» Würden Sie ihre Kinder lieber zu sportlichen Aktivitäten anregen oder dürfen sie auch gelegentlich vor dem Bildschirm daddeln?
Sowohl als auch. In erster Linie sollten sie das machen, was ihnen Spaß macht. Gegen eine kleine Zocksession nach dem Unterricht spricht überhaupt nichts, sofern sie ihre Schulaufgaben nicht vernachlässigen.
» Bleiben Sie als Moderator dem Deutschen Sport-Fernsehen (DSF) weiterhin treu oder können Sie sich in Zukunft auch einen Job als Trainer vorstellen?
Ich fühle mich zur Zeit sehr wohl beim DSF und möchte auch weiterhin als Moderator arbeiten. Ich hege keinerlei Ambitionen, eine Mannschaft zu trainieren. Außerdem kommt erschwerend hinzu, dass ich gar keine Trainerlizenz besitze (lacht).