Schwarz-Grüne Koalition in NRW will E-Sport und Gaming-Standort stärken
Die CDU und die Grünen in NRW haben dem Koalitionsvertrag zugestimmt. Im "Zukunftsvertrag für Nordrhein-Westfalen" wird die Games-Branche als erheblicher Wirtschaftsfaktor hervorgehoben, die von der neuen Landesregierung weiter gestärkt werden soll. Gleiches gilt für E-Sport, Digitalisierung und Gründerinitiativen.
Sowohl die CDU in Nordrhein-Westfalen als auch Bündnis 90/Die Grünen haben dem Koalitionsvertrag für die schwarz-grüne Landesregierung am vergangenen Wochenende in zwei Landesparteitagen zugestimmt. Auch wenn die Sitzung bei den Grünen deutlich länger dauerte und sich mehr kritische Stimmen erhoben, stimmten sie letztlich dem "Zukunftsvertrag für Nordrhein-Westfalen" zu. Der Koalitionsvertrag umfasst knapp 150 Seiten, in dem auch mehrere Passagen zur Games-Branche und zum E-Sport zu finden sind.
Beide Parteien heben hervor, dass die Games-Branche ein erheblicher Wirtschaftsfaktor mit Tausenden von Arbeitsplätzen in NRW sei. "Wir werden Nordrhein-Westfalen als führenden Games-Standort weiter etablieren. Wir wollen die Innovationskraft und Kreativität der Branche für den Einsatz in der beruflichen Weiterbildung und der Bildung nutzen", heißt es wortwörtlich. "Wir werden die sehr erfolgreichen Veranstaltungs- und Dialogformate für die Games-Branche, die Film- und Medienwirtschaft und die Medienhäuser weiterentwickeln und das Games-Kompetenzzentrum (jetzt: 'Fusion Campus') sowie das Mediennetzwerk Nordrhein-Westfalen unterstützen." Zudem sollen die Mittel für die Film- und Medienstiftung NRW kontinuierlich angepasst werden, damit neben Film- und Fernsehproduktionen innovative, interaktive und multimediale Internet- und Games-Projekte gefördert werden können. Generell soll die Medienlandschaft, mitsamt ihren vielfältigen Angeboten und Akteuren, als Wirtschaftsfaktor ausgebaut werden.
Die künftige schwarz-grüne Landesregierung hat sich außerdem auf die Fahne geschrieben, die Medienkompetenz, beispielsweise mit der Landesmedienanstalt, zu stärken und in dem Zusammenhang einen Aktionsplan gegen Desinformation zu schaffen.
Es ist auch explizit von Unterstützung der Gaming-Kultur und insbesondere von E-Sport die Rede: "Wir setzen uns dafür ein, dass E-Sport-Vereine als gemeinnützig anerkannt werden können. Wir machen die Themen Rassismus und Vielfalt beim E-Sport zum Gegenstand von Förderung und Austausch. Wir wollen das Know-how der traditionellen Sportförderung in den E-Sport übertragen und die 'E-Sports Player Foundation' ausbauen", schreiben die Koalitionäre.
game-Geschäftsführer Felix Falk kommentiert den NRW-Koalitionsvertrag folgendermaßen: "Weitere Stärkung des Games-Standortes, Einsatz von Games in der schulischen und beruflichen Bildung, Unterstützung für Veranstaltungen, den Fusion Campus und die esports player foundation: Der Koalitionsvertrag von CDU und Grünen zeigt die hohen Ambitionen der neuen Landesregierung, Nordrhein-Westfalen als einen der führenden Games-Standorte in Deutschland weiterzuentwickeln. Das ist ein starkes Signal!"
Darüber hinaus sind Digitalisierung, Netzausbau und die digitale Transformation der Wirtschaft, Stichwort Fachkräftemangel, wichtige Passagen im Koalitionsvertrag. Gründer:innen und die Diversity in der Start-up-Landschaft sollen ebenso gefördert werden. Hierzu ist dem Koalitionsvertrag zu entnehmen: "Innovationskultur zum Aushängeschild Nordrhein-Westfalens. Wir werden den Zugang zu Kapital für Start-ups über alle Förderphasen weiter verbessern und erleichtern den Zugang zu öffentlichen Fördermitteln, Zuschüssen und Aufträgen. Wir wollen die Einbindung der NRW.BANK in das Ökosystem stärken und die Programme ausbauen. Mikrokredite wollen wir niedrigschwelliger gestalten. Wir stellen Mittel für den landesweiten Ausbau des 'Accelerator-Programms' und den Aufbau eines 'Accelerator+-Programms' zur fokussierten Individualförderung zur Verfügung."
Die Landtagswahl in NRW fand am 15. Mai 2022 statt. Die CDU erhielt 35,7 Prozent. Bündnis 90/Die Grünen erhielten 18,2 Prozent der Stimmen und verdreifachten ihr Ergebnis im Vergleich zu 2017. Es wird davon ausgegangen, dass Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der aktuell eine schwarz-gelbe Koalition führt, am Dienstag als Ministerpräsident gewählt wird.
Marcel Kleffmann