Sony: Hirai tritt ab, Yoshida übernimmt Nachfolge
Sony-Chef Kazuo Hirai wird zum Geschäftsjahreswechsel von seinen Posten als President und CEO von Sony zurücktreten und als Chairman in den Verwaltungsrat wechseln. Neuer Konzernchef wird Kenichiro Yoshida, seit Jahren die Nummer zwei hinter Hirai.
Der Sony-Konzern steht vor einem Wechsel im Top-Management. Kazuo Hirai hat zum 1. April seinen Rückzug aus dem operativen Geschäft angekündigt. Er tritt damit nach exakt sechs Jahren als CEO und President der Sony Corporation ab. Hirai hatte den Posten einst wenig überraschend von Sir Howard Stringer übernommen. Sony befand sich damals in einem umfassenden Reformierungsprozess, den Hirai in seinen Amtsjahren fortsetzte. Hirai stand in dieser Zeit immer wieder in der Kritik, weil die Transformation einigen Aktionären nicht schnell genug ging. Im Februar 2015 spekulierte die New York Times bereits über eine Ablösung Hirais durch Kenichiro Yoshida, als CFO und Representative CEO der natürliche Nachfolger Hirais.
Dass nun tatsächlich Yoshida zum Zug kommt ist deshalb auch wenig überraschend. Er übernimmt Hirais Aufgaben zum 1. April. Überraschend ist jedoch, dass Hirai überhaupt abtritt. Die Geschäftszahlen haben sich in den letzten Jahren auch dank eines hervorragenden PlayStation-Geschäfts gut entwickelt. Selbst Osamu Nagayama, Chairman und Vorsitzender des Nominating Committee, gab offen zu, dass der Verwaltungsrat von der Entscheidung überrascht war, "aber mit der Zeit und nach intensiven Diskussionen" sei man schlussendlich zu der Entscheidung gelangt, Hirais "Wünsche zu respektieren". Eine sehr japanische Formulierung für "er ließ uns keine andere Wahl".
Hirai ist der erste Sony-Konzernchef, der aus dem PlayStation-Geschäft kam. Viele Jahre hielt er Ken Kutaragi, dem geistigen Vater der PlayStation, den Rücken frei. hatte einst selbst auf den Sony-Chefposten spekuliert und galt zeitweise sogar als aussichtsreicher Kandidat. Schlussendlich machte aber Stringer das Rennen, Kutaragi wurde in allen Ehren aus dem Konzern verabschiedet.
Yoshida, die neue Nummer eins bei Sony, ist wie Hirai ein langgedienter Manager des Konzerns. Seit den 1980er Jahren an Bord führte ihn sein Weg vor allem über die Finanzsparten und das Network-Business an die Spitze. Er stellt damit in gewisser Hinsicht einen Gegenentwurf zu Hirai dar, der aus dem Contentgeschäft kommt. Vor PlayStation war Hirai in der Musiksparte von Sony tätig.