Square Enix steigert Umsatz und Gewinn, verkauft aber weniger Spiele
Fast 40 Millionen Games hat Square Enix im vergangenen Geschäftsjahr weltweit verkauft. An die Erfolge aus dem Vorjahr konnte das Unternehmen trotz "Endwalker-Boom" nicht anknüpfen. Außerdem wurden Pläne für die teilweise Umgestaltung des Digital-Entertainment-Portfolios erwähnt.
Am Ende des Geschäftsjahres April 2021 bis März 2022 stand bei Square Enix ein Gesamtumsatz in Höhe von 365,2 Mrd. Yen unter dem Strich, das sind in etwa 2,68 Mrd. Euro. Der Umsatz stieg um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch das Geschäftsergebnis stieg um 17 Prozent auf 58,9 Mrd. Yen, in etwa 432 Millionen Euro. Rund 77 Prozent des Gesamtumsatzes steuerte die Spiele-Sparte "Digital Entertainment" bei, danach folgen "Amusement" (12,5 Prozent), "Publication" (7,9 Prozent) und "Merchandising" (3,8 Prozent). Die operative Gewinnspanne liegt bei 16,2 Prozent. Die höchste Marge schaffte die "Publication-Sparte" mit 42,1 Prozent. Im Digital-Entertainment-Bereich liegt sie bei 21,1 Prozent.
Besonders erfolgreich war das MMO-Subsegment. Im Dezember 2021 wurde die Endwalker-Erweiterung für "Final Fantasy XIV" veröffentlicht. Das Unternehmen spricht von einem "starken Anstieg der monatlich zahlenden Abonnent:innen", ohne jedoch konkrete Daten zu nennen. Im HD-Games-Segment wurde ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ausgewiesen. "Outriders", "Marvel's Guardians of the Galaxy", "Nier Replicant ver.1.22474487139", "Babylon's Fall", "Stranger of Paradise: Final Fantasy Origin" und "Triangle Strategy" schafften es nicht, an die Verkäufe von "Final Fantasy VII Remake" und "Marvel's Avengers" aus dem Vorjahr anzuknüpfen. Insgesamt verkaufte Square Enix von April 2021 bis März 2022 rund 39,13 Millionen Games, davon 78 Prozent im Digitalvertrieb. Im Vorjahr waren es noch 49,9 Millionen Units. Übrigens: "Final Fantasy XV" übersprang mittlerweile die Marke von zehn Millionen Verkäufen. Bei Mobile Games und Browserspielen stieg der Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr, was teilweise auf eine Änderung der Rechnungslegungsgrundsätze zurückgeführt wird. Die Performance der Titel wird hingegen als "etwas schwächer" bezeichnet.
Die Entwickler:innen von "Outriders" (People Can Fly) meldeten derweil, dass sie bis zum 31. Dezember 2021 noch keine Einnahmen vom Publisher erhalten hätten, "was bedeutet, dass die Nettoerlöse aus dem Verkauf von "Outriders" zum Berichtszeitpunkt nicht ausreichten, um die Kosten und Ausgaben des Verlags für die Entwicklung, den Vertrieb und die Vermarktung des Titels zu decken." Outriders erschien am 1. April 2021.
Anfang Mai hatte Square Enix den Verkauf von Crystal Dynamics, Eidos-Montréal und Square Enix Montréal für 300 Millionen Dollar an die Embracer Group angekündigt. Auch Marken wie Tomb Raider, Deus Ex, Thief, Legacy of Kain und mehr als 50 Spiele aus dem Backkatalog gehen an die schwedische Unternehmensgruppe. Square Enix verspricht sich von dem Verkauf eine effizientere Ressourcenallokation, Anpassungen an die Veränderungen im globalen Geschäftsumfeld und Investitionen in Blockchain, KI und Cloud. Bei der Präsentation der Geschäftsergebnisse wurden diese Aspekte etwas weiter ausgeführt. Demnach soll das Digital-Entertainment-Portfolio teilweise umgestaltet werden. Geplant sind neue Marken, die Beschleunigung der Entscheidungsfindung durch ein zentrales Konzernmanagement (am Hauptsitz in Japan) und die "Stärkung der Spielentwicklungskapazitäten durch die Einrichtung neuer Studios sowie M&A-Aktivitäten."