Stiftung Digitale Spielkultur und Auswärtiges Amt starten gemeinsames Projekt zur Außenpolitikvermittlung
Die Stiftung Digitale Spielekultur startet unter Förderung des Auswärtigen Amtes ein Projekt zur Vermittlung von Außenpolitik in Games. Die Förderung ist Teil der aktuellen Leitlinie zur Public Diplomacy des Amts. Zunächst soll ein Expert:innen-Gremium zusammenkommen, später werden Veranstaltungen wie Barcamps und Modding-Wettbewerbe ausgerufen.
Ein neues Projekt der Stiftung Digitale Spielekultur (SDS) soll die Vermittlung von Außenpolitik in Games fördern. Das Projekt läuft unter dem Arbeitstitel "Auswärtsspiel" und wird vom Auswärtigen Amt (AA) gefördert. Die Zusammenarbeit passt in die aktuelle Sichtweise des AA, wie Public Diplomacy auch die digitale Welt und damit auch Spielende und Spielwelten umfasst.
Das Projekt, das sich derzeit noch in der Entwicklungsphase befindet, startet zunächst mit einem Gremium mit Expert:innen aus Außenpolitik, politischer Bildung und Spielentwicklung, das einen Fragenkatalog zum Einsatz von Games in der Public Diplomacy entwickeln wird. Anschließend sollen interdisziplinäre Formate wie Barcamps und Modding-Competitions erprobt werden. Ziel ist es, Spieler:innen für außenpolitische Inhalte zu sensibilisieren.
In einem Gastbeitrag bei der Stiftung äußerte sich Mirko Kruppa, Referatsleiter für Inlandskommunikation & Bürgerdialoge im Auswärtigen Amt, näher zum Vorhaben des Auswärtigen Amts. "Die Aktualität zeigt uns, dass außenpolitische Errungenschaften der vergangenen 30 Jahre wie weitgehender Frieden in Europa oder enormer Zuwachs an globalisiertem Wohlstand keineswegs selbstverständlich sind. Vielmehr erleben wir politische Polarisierung bis hin zu roher Gewalt gegen die Menschen in der Ukraine. Und schon länger entstehen Komfortzonen und weltanschauliche Filterblasen, was Dialog und Ausgleich zwischen den Gesellschaften erschwert. Games können diesen Trends begegnen, sie aber auch intensiveren. Denn ihre immersive Kraft schafft starke "Weltbilder" und Begegnung," so Kruppa, "In der Inlandskommunikation des Auswärtigen Amtes suchen wir daher die Interaktion mit Millionen von Menschen die sich im Kommunikationsraum "Gaming" zusammenfinden. Wir wollen dabei die Simulationskraft von Games nutzen, um Funktionsweisen und Alltagsbezüge von Außenpolitik sichtbar zu machen. Außerdem wollen wir sensibilisieren für womöglich polarisierende (außen)politische Bilder wie auch für Desinformation begünstigende Designs von Games."Kruppa ist kein Fremder in der deutschen Gamingindustrie: Beim Panel des Auswärtigen Amts und der Stiftung auf der gamescom war er bereits auf der Bühne, auch mit den Rocket Beans hat er als Vertreter des Auswärtigen Amts bereits als Diplomatieberater bei Civilization-VI-Multiplayerevents mitgewirkt.
Pascal Wagner