Splitterndes Glas und berstendes Blech: Ataris hitverdächtiges Rennspiel "Crashday" feiert die Zerstörung von Autos in imposanter Optik.

Anlauf nehmen, die Rampe hochfahren und im richtigen Moment abspringen. Dann segelt man in die Lüfte, dreht sich ein paar Mal um sich selbst und landet - hoffentlich auf den Rädern, denn das gibt Extrapunkte. Das klingt, als ob Tony Hawk eine neue Runde mit dem Skateboard dreht. Doch der Eindruck täuscht, denn was sich auf dem Monitor bewegt, ist ein Auto - eine Hochglanzkarosse, die mit schönen Effekten zersplittert, wenn sie falsch landet.

"Crashday" heißt das Spiel, entwickelt wird es vom deutschen Studio Moon Byte. "Crashday" ist bereits seit acht Jahren in Arbeit. Das ist eine lange Zeit, selbst für die nicht gerade an kurze Entwicklungsphasen gewöhnte Gamesindustrie. Doch das liegt vor allem daran, dass "Crashday" als Hobbyprojekt zweier Schüler begonnen hat: Robert Clemens und Jan Bodenstein. Und nach Hobbyprojekt sah das Spiel damals auch aus.

Starker Fortschritt

Grinsend präsentiert Clemens Screenshots aus der Anfangsphase: Eckig und kantig sahen die Wagen damals aus, kein Vergleich zu heute. Denn jetzt sieht "Crashday" atemberaubend gut aus. Selbst mit den Hochglanzkarossen von "Need For Speed" oder "Burnout" können die Fahrzeuge des PC-Titels locker mithalten.

Selbstverständlich ist die Arbeit an dem Spiel für die beiden inzwischen kein Hobby mehr. Denn mit der Gründung der Moon Byte Studios und der Zusammenarbeit mit den Hamburger Replay Studios wurde aus einem Spaßprojekt ein ernsthaftes Spiel. Auf das dann Atari aufmerksam wurde, die im Februar einen Publishingdeal für "Crashday" unterzeichnet haben.

Kein billiger Abklatsch

Schnell gibt Clemens zu, dass die einzelnen Spielmodi in "Crashday" von Vorbildern inspiriert sind. Er nennt "Tony Hawk", "Burnout", "TrackMania" oder den Klassiker "Stunts". Doch das Actionrennspiel ist kein billiger Abklatsch: Es kombiniert die besten Spielelemente der Vorbilder und bietet die Freiheit, mit einem Auto endlich mal das tun zu können, was man mit einem echten Wagen nicht tun sollte: ihn zerstören - und das möglichst genussvoll. Weshalb gerade das Schadensmodell unglaublich detailliert ist: Man meint sehen zu können, wie jedes kleine Teil des Autos gequetscht, zerschrammt oder anderweitig zerstört wird.

Damit die Zerstörungsorgie nicht langweilig wird, gibt es in "Crashday" sieben verschiedene Spielmodi: In "Stunt Show" geht es darum, möglichst viele Tricks vorzuführen - und der Schwerkraft ein Schnippchen zu schlagen. Beim "Bomb Run" darf eine bestimmte Geschwindigkeit nicht unterschritten werden, sonst explodiert der Wagen. Und im "Wrecking Match" siegt der, der seine Gegner am effektivsten zerstört.

Editor sei Dank

Schön, dass man nicht auf die vom Spiel vorgegebenen Kurse beschränkt ist. Denn "Crashday" besitzt einen integrierten Editor, mit dem sich neue Kurse basteln lassen. Das ist nicht kompliziert, jeder kann schnell Strecken bauen und sie Freunden zur Verfügung stellen.

Die können dann beurteilen, ob man einen guten Job gemacht hat. Denn nur, wenn man genug Sprungschanzen, Loopings oder Rampen aufgestellt hat, lassen sich die tollen Flitzer richtig schön kaputtmachen. Und darum geht es ja bei "Crashday".

Im Gespräch: Robert Clemens, der Projektleiter von "Crashday

» Wie wichtig ist der Editor für "Crashday"?

Für uns ist er wichtig, weil wir den Track-Editor selbst benutzten, um die Strecken zu bauen. Also geben wir dem Spieler unser Werkzeug. Er bietet die Möglichkeit, unzählige neue Strecken zu bauen, wobei verschiedene Straßentypen wählbar sind: von kleinen Landstraßen über Autobahnen bis zu Tunneln und Loopings. Die Strecken kann man dann auch mit Freunden im Multiplayermodus online fahren. Dabei hoffen wir natürlich, dass sich eine sehr aktive Community entwickelt.

Nach Release des Spiels werden wir zusätzlich ein Software Development Kit veröffentlichen, mit dem die Spieler ihre eigenen Fahrzeuge gestalten können - und auch neue Objekte wie Straßenteile. Ich hoffe, dass Mod-Bauer damit tolle Sachen machen. Noch verrücktere, als wir es getan haben.

» Was können die Spieler im Multiplayermodus erwarten?

Alle Spielmodi sind sowohl allein als auch im Multiplayermodus spielbar. Das gibt schöne Herausforderungen, wie zum Beispiel im Teamplay für den Stunt-Modus. Hier können Mannschaften von bis zu drei Spielern gegeneinander antreten und um Punkte kämpfen. Das geht natürlich auch bei "Pass the Bomb". Da muss man versuchen, eine Bombe an den Gegner loszuwerden, bevor sie explodiert. Um die Bombe weiterzugeben, muss man das andere Auto berühren.

» "Crashday" wirkt, als ob es auch auf einer Konsole gut aufgehoben wäre. Gibt es Pläne für andere Plattformen?

Vom Gameplay her ist "Crashday" tatsächlich eher ein Konsolentitel. Deshalb spielt man es auch am besten mit einem Gamepad. Aber die ganze Entwicklung hat einfach auf einem PC stattgefunden. Zurzeit bereiten wir uns darauf vor, überhaupt für Konsolen entwickeln zu können, und denken über eine Portierung nach. Es gibt Gespräche über eine Version für Sonys PSP. Die Frage ist im Augenblick, ob es "Crashday" oder "Crashday 2" sein wird, das es auf eine Konsole schafft. Aber das hängt natürlich auch vom Erfolg des Spiels ab.

Share this post

Written by

Austrian Supreme Court: Lootboxes Are Not (Always) Gambling
The Austrian Supreme Court (OGH, Oberster Gerichtshof) has ruled in favour of companies incorporating lootboxes into game modes that are skill-based enough (Austrian Court)

Austrian Supreme Court: Lootboxes Are Not (Always) Gambling

By Pascal Wagner 2 min read
Austrian Supreme Court: Lootboxes Are Not (Always) Gambling
The Austrian Supreme Court (OGH, Oberster Gerichtshof) has ruled in favour of companies incorporating lootboxes into game modes that are skill-based enough (Austrian Court)

Austrian Supreme Court: Lootboxes Are Not (Always) Gambling

By Pascal Wagner 2 min read