Telekom muss gegenüber DSL-Konkurrenz kräftig Federn lassen
Der Anteil der Telekom am DSL-Gesamtmarkt ist einem Bericht der Europäischen Kommission zufolge binnen eines Jahres von 80,4 Prozent auf 60,1 Prozent geschrumpft.
Die Telekom hat zwischen Januar 2005 und Januar 2006 im DSL-Geschäft massiv Marktanteile an die Konkurrenz verloren. Dies berichtet die Agentur dpa unter Berufung auf einen bislang unveröffentlichten Bericht der Europäischen Kommission. Demnach ist der Anteil der Telekom am DSL-Gesamtmarkt binnen eines Jahres von 80,4 Prozent auf 60,1 Prozent geschrumpft. Damit muss die Telekom gegenüber ihren Wettbewerbern mehr Federn lassen als die ehemaligen Monopolisten in anderen EU-Staaten.
Für die Telekom sind diese Zahlen ein Argument gegen Vorwürfe der Kommission, die wiederholt auf einen mangelnden Wettbewerb im deutschen Breitbandgeschäft hingewiesen und eine härtere Regulierung gefordert hatte. "Unser Marktanteil ist unter Druck", sagte ein Konzernsprecher. Der Wettbewerb in Deutschland sei intakt, was sich an den im EU-Vergleich niedrigen Preisen für DSL-Anschlüsse zeige.
Insgesamt verfügten im Januar 10,56 Mio. Menschen in Deutschland über einen Breitbandanschluss. Anders als beispielsweise in den Niederlanden und Großbritannien dominiert hier die DSL-Technik. Nur drei Prozent gingen etwa über das TV-Kabel ins Internet.