Titus Interactive musste auf Grund der teils dramatischen Umsatzrückgänge in den ersten drei Quartalen ein Umsatzminus von über 50 Mio. Euro für das Gesamtjahr 2001/02 hinnehmen. Der eingeschlagene Konsolidierungskurs soll fortgesetzt werden.

Die Titus Interactive Group hat bei einem Gesamtumsatz von 120,7 Mio. Euro ein Umsatzminus von 51,4 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Zum französischen Konzern gehören zu 100 Prozent die Niederlassungen von Virgin Interactive sowie zu 72,5 Prozent der US-Publisher Interplay Entertainment. Dank "Hunter - The Reckoning" verzeichnete Titus zumindest im 4. Quartal mit 24,4 Mio. Euro ein Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr.

Konzentration auf die Kernmärkte

Allein in den USA konnte Titus respektive Interplay 250.000 Units des Xbox-Titels verkaufen. Den Umständen entsprechend ließ sich das Hack"n Slay auch in den europäischen Kernmärkten UK, Deutschland und Frankreich gut an. Jahreshighlight für die Titus-Gruppe war allerdings der PS2-Titel "Baldur's Gate: Dark Alliance", der sich weltweit über 500.000-mal verkauft habe. Mit einem Umsatzanteil von 39 Prozent war die PS2 demnach auch Hauptumsatzträger für Titus, gefolgt vom PC mit 33,6 Prozent.

Im Jahresverlauf hat Titus weiterhin gezielt seinen Sparkurs verfolgt: Dazu zählt vor allem das Anfang Juni durchgeführte Management-Buy-Out (MBO) der spanischen Niederlassung von Virgin Interactive. Durch das MBO könne Titus laut CEO Hervé Caen die jährlichen Fixkosten um 14 Prozent senken. In Europa will sich Titus nur noch in den Kernmärkten Deutschland, Frankreich und Großbritannien behaupten. Die entsprechenden Niederlassungen von Virgin Interactive sollen dabei gestärkt werden. Eine zweite umfassende Konsolidierungsmaßnahme waren die Reorganisation von Interplay und der damit einhergehende Verkauf von Shiny Entertainment.

Positive Effekte konnte Titus diesbezüglich bereits Mitte August feststellen: Ihr 2. Geschäftsquartal konnte die US-Tochter Interplay mit einem Gewinn von umgerechnet rund 21,5 Mio. Euro abschließen. Im Vorjahresquartal war noch ein Verlust von rund 12,8 Mio. Euro ausgewiesen worden. Auf der anstehenden Jahreshauptversammlung will Hervé Caen zudem einen Aktiensplit im Verhältnis 1:10 beantragen. Hiermit soll der drohenden Auslistung von Interplay aus der US-Technologiebörse Nasdaq entgegengewirkt werden.

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