Ubisoft hat den Geschichtsbericht für das erste Quartal 2022-2023 veröffentlicht. Der französische Publisher verzeichnete Nettobuchungen in Höhe von 293,3 Millionen Euro und schlug damit die eigenen Erwartungen bei 280 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ging es aber um zehn Prozent runter. Außerdem wurden vier Titel eingestellt und "Avatar: Frontiers of Pandora" verschoben.

Von April bis Juni 2022 hat Ubisoft 13,3 Millionen Euro mehr Nettobuchungen verbucht als erwartet. Die leicht höhere Performance wird vor allem auf "Tom Clancy's Rainbow Six Siege" und die letzten drei Spiele aus der Reihe "Assassin's Creed" zurückgeführt. Fast 90 Prozent der Nettobuchungen entfallen auf das Digitalgeschäft. Ähnlich hoch fällt der Anteil der Verkäufe aus dem Back-Katalog aus, und zwar 87,4 Prozent. "Roller Champions" soll in Bezug auf Umsatz und Nutzerbindung besser als "Hyper Scape" laufen.

"Avatar: Frontiers of Pandora" ist auf das nächste Geschäftsjahr verschoben worden und wird somit frühestens im April 2023 erscheinen. Bisher sollte das Spiel im Fahrwasser des Kinostarts von "Avatar: Der Weg des Wassers" im Dezember 2022 an den Start gehen. Ubisoft versteht das Spiel auf Basis einer großen Unterhaltungsmarke als "mehrjährige Geschäftschance" und möchte allem Anschein nach keinen Schnellschuss riskieren. Neben "Avatar" ist ein weiteres, "kleineres, unangekündigtes Premium-Spiel", das ursprünglich für dieses Geschäftsjahr vorgesehen war, verschoben worden. Bei Kotaku wird basierend auf zwei Quellen aus dem Umfeld des Unternehmens spekuliert, dass dieser Titel wohl ein "kleineres" Spiel mit Stealth-Fokus aus der Assassin's-Creed-Reihe sein könnte, das eine Lücke in der Releasepipeline füllen sollte. Die Zukunft der Marke "Assassin's Creed" soll derweil im September enthüllt werden.

"Die letzten Monate waren sehr intensiv, mit den Gameplay-Enthüllungen von "Mario Rabbids: Sparks of Hope" und "Skull and Bones". Das Feedback der Spieler:innen auf die Enthüllung von "The Division Resurgence" und die laufenden Tests von "Rainbow Six Mobile", "The Division Heartland" und "XDefiant" waren ermutigend", sagte Frédérick Duguet, Chief Financial Officer. CEO Yves Guillemot versuchte zudem, die Skepsis bei Investor:innen zu reduzieren, indem kryptisch auf eine neue "hochwertige Lizenzpartnerschaft im Mobile-Bereich für eine der AAA-Marken" verwieß. Weitere Details wurden nicht verraten. In Hinblick auf die laufende Umstrukturierung des Unternehmens schreibt Ubisoft: "Der Vorstand setzt sich nun aus einer absoluten Mehrheit von unabhängigen Direktoren, 45 Prozent Frauen und drei Arbeitnehmervertreter:innen zusammen".

CEO Guillemot erklärte in einer internen E-Mail, die von Kotaku eingesehen werden konnte, dass sich das Unternehmen in nächster Zeit auf das Wesentliche beschränken werde: "In der gegenwärtigen Wirtschaftslage ist eine sorgfältige und strategische Verwaltung unserer Investitionen mehr denn je von entscheidender Bedeutung. Es muss uns daher gelingen, unsere Ausgaben auf das Wesentliche zu beschränken, indem wir einige unserer bisherigen Praktiken und Gewohnheiten in Frage stellen und uns gemeinsam neu erfinden, um in Bezug auf Kosten, Flexibilität und Effizienz zu gewinnen." Laut Stephen Totilo wurden in dem Kontext vier Spiele eingestellt. Hierzu zählen "Splinter Cell VR", der an "Call of Duty: Warzone" erinnernde Multiplayer-Shooter mit Battle-Royale-Einflüssen "Ghost Recon Frontline" sowie zwei bislang unangekündigte Projekte. Zudem berichteten mehrere Mitarbeiter:innen gegenüber Kotaku, dass nicht genannte Ubisoft-Studios mit weniger und kleineren Gehaltserhöhungen für die Mitarbeiter:innen, weniger Neueinstellungen und verschiedenen Budgeteinfrierungen konfrontiert wären. Ubisoft wollte die Medienberichte generell nicht kommentieren.

Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr sieht folgendermaßen aus: Die Nettobuchungen für das zweite Quartal 2022-23 werden sich voraussichtlich auf rund 270 Millionen Euro belaufen. Das Unternehmen erwartet weiterhin ein deutliches Wachstum der Nettobuchungen für das Gesamtjahr und bestätigt das Non-IFRS-Ziel eines operativen Betriebsergebnisses von etwa 400 Millionen Euro für das Gesamtjahr 2022-23.

Glaubt man außerdem Jeff Grubb, dann befindet sich ein Spin-off zu "Immortals Fenyx Rising" in Entwicklung, das sich optisch stärker von "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" absetzen und auf der polynesischen Kultur Hawaiis basieren soll. Es dürfte sich in der frühen Pre-Production-Phase befinden und könnte 2025 erscheinen. Auch dies ist aktuell ein unbestätigtes Gerücht.

Marcel Kleffmann

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Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.
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