ByteDance möchte sich aus dem Mainstream-Gaming-Geschäftsbereich zurückziehen und strukturiert das Tochternehmen Nuverse massiv um. Die eigenen Casual-Games auf TikTok und die Casual-Gaming-Marke Ohayoo sind nicht betroffen.

ByteDance, das chinesische Unternehmen hinter TikTok, möchte seine Spielemarke Nuverse aufgeben und sich aus dem Bereich der Mainstream-Videospiele zurückziehen. Dies ist übereinstimmenden Medienberichten von Bloomberg, Reuters und TechCrunch zu entnehmen, die wiederum auf anonymen Insider-Quellen basieren. Gegenüber Reuters bestätigte ByteDance, dass sie nach einer Überprüfung ihrer Geschäftsfelder die schwierige Entscheidung getroffen hätten, das Gaminggeschäft umzustrukturieren, ohne weitere Details zu nennen.

Unter Berufung auf anonyme Quellen heißt es, dass ByteDance die Auflösung von Nuverse und den vollständigen Rückzug aus dem Bereich der Mainstream-Videospiele plane. Gemäß der Insider-Quellen soll ab dem heutigen Montag nicht mehr an unveröffentlichten Games gearbeitet werden. Zudem suche man nach Möglichkeiten, sich von bereits veröffentlichten Titeln zu trennen. Zu den Games von Nuverse gehören "Marvel Snap", "One Piece Blood Routes", "Warhammer 40.000: Lost Crusade", "Flower", "Earth Revival", "Figure Story" und "Ragnarok X: Next Generation". Bekanntester Titel dürfte das Online-Kartenspiel "Marvel Snap" von Second Dinner Studios sein, das nach seinem Launch im Oktober 2022 die Marke von 100 Millionen Dollar knacken konnte, aber trotzdem hinter den Erwartungen zurückblieb.

Es wird erwartet, dass Hunderte von Mitarbeiter:innen von dem Schritt betroffen sein dürften, zumal Nuverse als sechste Geschäftseinheit von ByteDance seit 2021 knapp 3.000 Personen beschäftigte. Nicht betroffen von der Umstrukturierung sind die Casual-Gaming-Marke Ohayoo und die eigenen Casual-Games auf TikTok. Nuverse wurde 2019 gegründet, nicht zuletzt um anderen chinesischen Unternehmen im Gaming-Bereich wie Tencent, NetEase oder auch MiHoYo aka Hoyoverse Paroli zu bieten, allerdings scheint ByteDance nicht den nötigen langen Atem gehabt zu haben.

In diesem Monat berichtete Reuters ebenfalls davon, dass ByteDance nach Käufern für die Gamedev-Tochter Moonton Technology suchen würde. Das in Shanghai ansässige Mobile-Studio, bekannt für "Mobile Legends", wurde vor zwei Jahren für knapp vier Milliarden Dollar übernommen. Ein potenzieller Interessent an Moonton stammt wohl aus Saudi-Arabien. ByteDance hatte gemäß Medienberichten bereits strategische Veränderungen an dem VR-Tochterunternehmen Pico vorgenommen und einen Großteil des Content-Teams entlassen.

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Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.
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