Spektakulärer Wechsel an der Spitze von Unity Technologies. Firmengründer David Helgason kündigt im firmeneigenen Blog John Riccitiello als seinen Nachfolger als CEO an. Damit dürfte Unitys Expansion an Fahrt aufnehmen.

Wachwechsel bei Unity Technologies. Firmengründer David Helgason wird seinen Posten als CEO abgeben. Dies gab der charismatische CEO von einem der einflussreichsten Middleware-Anbieter weltweit im firmeneigenen Blog bekannt. Gleichzeitig enthüllte Helgason, wer sein Nachfolger wird und sorgte so für eine echte Überraschung, keine 14 Tage nachdem Gerüchte über einen möglichen  von Unity für zwei Mrd. US-Dollar die Runde machten. John Riccitiello wird Helgasons Erbe antreten.

Riccitiello ist in der Branche alles andere als unbekannt. Von Investoren gleichermaßen geliebt und gehasst war er viele Jahre eine der führenden Personen bei Electronic Arts. Bei EA zeichnete Riccitiello als COO verantwortlich, verließ das Unternehmen und wurde später als CEO zurückgeholt. Obwohl unter der Leitung von Riccitiello zum Teil Verluste in mehrstelliger Millionenhöhe eingefahren wurden, ist es auch sein Verdienst, dass EA aggressiv und letztlich erfolgreich ins Digitalgeschäft einstieg. Gleichzeitig steht Riccitiello für eine Reihe von Übernahmen, aber auch unpopulärer Studioschließungen und für Stellenabbau.

Angesichts dieser Vergangenheit ist zu erwarten, dass Unity seine ohnehin starke Expansion weiter forcieren, gleichzeitig jedoch Umsatz und Profit maximieren wird. Ob es dabei so kooperativ zugehen wird, wie Helgason in seinem Statement vermuten lässt, bleibt abzuwarten. Helgason beschreibt Riccitiello als die richtige Person, um Unity bei seiner Mission zu lenken, die die Gründer vor zehn Jahren vorgegeben haben. Und die laute: "Die Spieleentwicklung zu demokratisieren".

Riccitiello hatte einst bei der Übernahme des schwedischen Entwicklers Digital Illusions CE (DICE) durch EA genau entgegengesetzt gehandelt und die Lizenzierung der Frostbyte-Engine an Drittentwickler gestoppt. Ein herber Schlag damals für viele Entwickler.

Doch gut möglich, dass Riccitiello nun anders über die Lizenzierung von Middleware denkt. Schließlich kennt er Unity Technologies und deren Philosophie gut. Als Investor sitzt er seit Jahren im Board und war somit auch an der Strategie beteiligt. Der Wechsel in eine aktivere Rolle ist durchaus nachvollziehbar, zumal Unity eine Größe und Marktbedeutung erreicht hat, bei der Investoren gerne einen erfahrenen und kühl kalkulierenden Manager als CEO sehen und nicht unbedingt einen idealistischen Firmengründer.

Positiv ist anzumerken, dass Helgason Unity Technlogies nicht nur als Berater, sondern offenbar auch in aktiver Rolle erhalten bleibt. "Was bedeutet das für mich?", schreibt der Firmengründer in dem Blogeintrag. "Es bedeutet, dass ich wieder das mache, was mir an der Arbeit bei Unity am meisten Spaß gemacht hat: Strategie und Vernetzung mit den Entwicklern". Den Eintrag schließt Helgason mit den Worten: "Great things are ahead". Unity, aber auch den hunderttausenden von Profientwicklern, Indie- und Amateur-Entwicklern, die die Engine weltweit nutzen, ist zu wünschen, dass er Recht behält.

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.
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