US-Anwalt will Rockstar ans Leder
Im Zusammenhang mit dem Mord an einem 14-jährigen Briten im Verbindung mit dem Spiel "Manhunt" versucht ein US-Anwalt nun, das Spiel komplett vom Markt nehmen zu lassen. Dabei plant er nicht nur einen Kreuzzug gegen Rockstar, sondern gegen die gesamte Videospieleindustrie.
In großen Tönen kündigte der US-Rechtsanwalt Jack Thompson eine harte Vorgehensweise gegen Rockstar North, den Hersteller des (in Deutschland beschlagnahmten) Spiels "Manhunt", an. Der Anwalt ist von den Eltern eines ermordeten 14-Jährigen beauftragt worden. Die Tat war insbesondere von den britischen Medien in Zusammenhang mit dem Konsum von "Manhunt" gebracht worden; nun gewinnt der Fall auch in den USA an medialer Bedeutung. In einem Interview mit dem US-Onlinemedium Game Daily kündigte Thompson nicht nur die "Vernichtung" von Rockstar an, sondern drohte auch Sony als Bereitsteller der Plattform mit rechtlichen Schritten. Er kritisiert die gesamte Videospielindustrie, nicht genug dafür getan zu haben, dass Spiele wie "Manhunt" nicht in Kinderhände gelangen können. Gespickt mit Kraftausdrücken, kündigt er weiter an, dafür sorgen zu wollen, dass übermäßig gewalttätige Spiele generell verboten werden. In einer schriftlichen Reaktion betonte Rockstar, dass zwischen den tragischen Ereignissen und dem Spiel keinerlei Zusammenhang bestehe. Ferner wies Rockstar darauf hin, dass "Manhunt" mit einem "ab 18"-Rating eingestuft wurde und sich nicht im Besitz von Jugendlichen befinden sollte. Die Aufregung um das Spiel "Manhunt" hat den Verkaufszahlen indes nicht geschadet. Im Gegenteil: Laut einem Report in der Daily Mail sagte ein Sprecher der Handelskette HMV, dass die Nachfrage nach dem Spiel seit dem Fall deutlich gestiegen sei.