Die Vedes Vereinigung der Spielwarenfachgeschäfte eG will mit der Installierung von E-Shops in den Geschäften seiner Mitglieder der zunehmenden Bedeutung von Video- und PC-Spielen im Spielwarenmarkt Rechnung tragen. Im Rahmen einer Bilanzpressekonferenz teilte das Unternehmen die Geschäftszahlen 1998 mit.

Das Segment elektronische Spiele soll bei den Mitgliedern der Vedes eG mehr berücksichtigt werden. Hintergrund dessen sind Ergebnisse der Studie "Kids-Verbraucheranalyse 98": Videokonsolen, insbesondere der starke Abverkauf der Sony PlayStation, und Videospiele sowie Lerncomputer waren '98 die Triebfeder für den Anstieg des Spielwarenmarktvolumens von 5,9 ('97) auf sechs Mrd. Mark ('98). Verantwortlich für diese Entwicklung sei die anhaltende Interessenverlagerung auf Kinderseite: Wollten '94 erst 3,3 Prozent der Kids zwischen sechs und 17 Jahren Geld für Computer-, Elektronik- und Videospiele anlegen, so waren es '98 bereits fünf Prozent. Selbst die kleineren Kinder zwischen sechs und neun Jahren finden den Zugang zur elektronischen Welt: Neun Prozent von ihnen nutzen den PC zum Malen oder Zeichnen und zehn Prozent für Spiele. Als Vorstufe dienen häufig Lerncomputer, die von Jungen und Mädchen gleichermaßen gewünscht werden. "Die Vedes eG hat auf diese Marktentwicklungen entsprechend reagiert und für die angeschlossenen Spielwarenfachgeschäfte ein Electronic-Shop-Konzept entwickelt, das es dem Händler ermöglicht, sich als kompetenten Partner des Kunden zu präsentieren", so eine Sprecherin des Unternehmens.

Auf einer gesonderten Fläche am PoS soll dieses Sortiment bei geeigneten Mitgliedern im E-Shop installiert werden. Hier findet der Kunde ein breites Sortiment an Video- und PC-Spielen sowie Info- und Edutainmenttiteln. Neben Games für Sony- und Nintendo-Konsole sollen auch Spiele für Segas Dreamcast angeboten werden; Lerncomputer runden das Sortiment ab. Für den E-Shop ist eine Mindestgröße vorgegeben, für die der Händler Fläche zur Verfügung stellen muß. Außendienstmitarbeiter von Vedes beraten den Händler bei der Konzipierung des E-Shops und des Sortiments. Wichtiger Bestandteil des Konzepts ist ein Edutainmentterminal, das kindgerecht gestaltet ist. Hier können Kinder die aktuellen Edutainmenttitel testen. Die Betreuung der E-Shops übernimmt Peron. Der Rackjobber legt individuell mit jedem Mitglied Sortimentsschwerpunkte und -umfang fest. "Die Vorteile für unsere Mitglieder sind, daß die Toptitel rechtzeitig zum Release-Tag am PoS vorhanden sind und unverkäufliche Titel zurückgegeben werden können", so die Unternehmenssprecherin weiter. Die Testphase des Projekts ist bereits beendet, die Beratung der Mitglieder durch den Vedes-Außendienst soll Ende Juli abgeschlossen sein. Die ersten E-Shops werden bereits installiert.

Der Bruttoumsatz der Vedes-Gruppe war im Geschäftsjahr '98 um ein Prozent auf 1,73 Mrd. Mark gesunken. Dies gab das Unternehmen während seiner Bilanzpressekonferenz bekannt. Der Zentralregulierungsumsatz der Vedes eG (in der Genossenschaft sind bundesweit über 400 selbständige Mitglieder zusammengeschlossen) sank um 6,1 Prozent auf 688,3 Mio. Mark. Um die Ertragssituation zu verbessern, will sich Vedes auf das Kerngeschäft konzentrieren: Auf die Zentralregulierung für seine Mitglieder - darauf sollen sich die Dienstleistungseckpfeiler Ware, Logistik und Marketing-Services stützen.

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