Liebe zum Detail statt sinnlosem Gewusel: Mit "Caesar IV" besinnt sich Entwickler Tilted Mill Entertainment auf seine Stärken.

Die Entwickler von Tilted Mill Entertainment sind für ihre Aufbaustrategietitel "Pharao" und "Caesar" samt etlicher Add-ons und Ableger bekannt. Nachdem die renommierte Entwicklerschmiede mit "Immortal Cities - Kinder des Nils" zuletzt (nach dem "Pharaoh"-Add-on "Kleopatra - Königin des Nils") erneut einen Ausflug in die Welt der alten Ägypter gewagt hatte, konzentriert sich das Team mit "Caesar IV" nun wieder auf das Römische Reich.

Das von Vivendi Games für Herbst 2006 angekündigte PC-Spiel soll die Kinderkrankheiten der Vergangenheit - etwa bei der Bedienung - überwinden und eine zeitgemäße Darstellung des Geschehens im alten Rom auf den PC-Monitor bringen.

Auch die alten Römer mussten schuften

Den Machern besonders wichtig: Das Flair der vorherigen Titel soll erhalten bleiben. So wurde zunächst das Interface intensiv überarbeitet; es ist übersichtlicher gestaltet und lässt sich einfacher handhaben als zuvor. Früher wuselten die Bürger nur herum und sorgten damit kaum für spektakuläre Unterhaltung. Jetzt soll der Spieler mehr Spaß daran haben, ihnen bei dem Verrichten ihrer alltäglichen Arbeit sowie während der Freizeit zuzusehen.

Das Interface des Städtebaus ist erstmals komplett dreidimensional, was detailreiche Animationen ermöglicht. Eine freibewegbare Kamera sorgt für die nötige Übersicht. Neben dem 360-Grad-Rundumblick bietet sie sechs Zoomstufen der Karte - diese Ansicht des Imperiums ist hingegen zweidimensional geblieben, was der Übersichtlichkeit beim Planen und Bauen dient.

Barbaren in Lauerstellung

Zu Beginn ist der Spielcharakter noch ein unbedeutender Gouverneur, erst gegen Ende wird er zum staatstragenden Herrscher. Auf dem Weg nach oben müssen diverse Aufträge erfüllt werden, was naturgemäß Auswirkungen auf die eigene Infrastruktur hat. Sollen etwa Truppen an die Front, geht das mitunter auf Kosten der Sicherheit. Barbaren könnten sich das zunutze machen und die Hauptstadt angreifen.

Mit welcher Strategie sich der Erfolg letztlich einstellt, liegt im eigenen Ermessen: Die Kampagnen, die sich in rund 30 Provinzen ab spielen, können entweder wirtschaftlich-diplomatisch oder militärisch-taktisch angegangen werden.

Egal, wofür sich der Spieler entscheidet, zuallererst muss immer ein Stück Land nach rationalen Maßstäben mit verschiedenen Gebäuden auf- und mit einem intakten Straßensystem ausgebaut werden, um es dann zu bevölkern. Die Grundvoraussetzungen variieren von Kampagne zu Kampagne. Mal sind weniger Ressourcen vorhanden, mal ist die Region schlechter zu besiedeln.

Wie immer: "Brot und Spiele"

Für die Umsetzung haben die Entwickler ein breit gefächertes Beratersystem implementiert. Der Spieler erhält damit sowohl in Textform als auch anhand von Statistiken und Grafiken Rückmeldungen zu seinem Handeln. So wird den Städtebauern beispielsweise direkt mitgeteilt, ob das kulturelle Angebot der Metropole attraktiv genug ist, um neue Bürger anzuziehen, die sich dann niederlassen.

Die Bevölkerung spielt ohnehin eine zentrale Rolle im gesamten Spielverlauf. Man muss sich an den Bedürfnissen orientieren, die innerhalb der einzelnen Gesellschaftsschichten existieren. Das Handels- und Wirtschaftssystem lässt sich zudem nur mit Geld konsolidieren. Steuern müssen also ebenfalls eingetrieben werden. Denn ohne Moos ist gerade in diesem Genre bekanntlich eh nix los.

Chris Beatrice, President & Director of Development Tilted Mill

» Was ist anders als bei den Vorgängern?

Das allumfassende Modell und das Flair von "Caesar III" behalten wir natürlich bei. Wir integrieren das klassische Städtebau-Strategie-Gameplay in eine neue 3D-Umgebung, bringen das Genre also auf den aktuellen Stand - mit einer State-of-the-Art-Technologie. Beispielsweise gibt es einen Tag-Nacht-Zyklus und hochauflösende Animationen in allen Ecken und Winkeln.

» "Caesar IV" bietet ein umfangreiches Beratersystem. Wird der Spieler mit Textwüsten gelangweilt?

Nein. Der Großteil des Feedbacks wird visualisiert. Dabei setzt sich der Kommunikationsfluss aus vielen Elementen zusammen, sei es mit Hilfe von Animationen oder Spezialeffekten. Tatsächlich war das vielleicht sogar die größte Herausforderung während der Entwicklung. Jetzt scannt man einfach die Gebäude seiner Stadt und lässt sich Informationen zum jeweiligen Status anzeigen. So bekommt man sofort mit, wenn es irgendwo an etwas mangelt. Demgemäss sind die Aufgaben nicht nur weitaus intuitiver zu bewältigen, mit den Textwüsten von früher hat das auch nichts mehr zu tun. Die öden Spreadsheets sind passé.

» Im Sommer und Herbst kommen gleich mehrere Games auf den Markt, die im antiken Rom angesiedelt sind. Wie wird sich "Caesar IV" behaupten?

"Caesar" ist das Original, es wird einzig bleiben. Das Franchise ist weltweit bekannt und beliebt. Es ist eines der stärksten Franchises des Genres, und "Caesar IV" ist vielleicht das beste je da gewesene Spiel in diesem Bereich. Wir haben den Markt genau beobachtet, um das umzusetzen, was Spieler sich von einem neuen Titel erhoffen.

In diese Richtung geht auch unsere Marketingstrategie, nämlich, das Nonplusultra im Genre zu sein. "Caesar IV" soll optisch was hergeben und einfach zu spielen sein. Wir haben alle unsere Erfahrungen und unser ganzes Know-how einfließen lassen.

» Planen Sie eine Demoversion?

Ja. Ein Datum steht momentan noch nicht fest. Wahrscheinlich wird die Demo kurz vor oder während des Release veröffentlicht. Sie wird dann ein spielbares Szenario mit speziellen Zielvorgaben bieten.

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