Initiiert vom VUD - Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland präsentieren sich erstmals konkurrierende Anbieter von Kindersoftware vereint an einem IFA-Stand. Mit ihrem Auftritt wollen Disney Interactive AG, Havas Interactive Deutschland, Lego Media International, Ubi Soft Entertainment und der Tivola Verlag der wachsende Bedeutung des Edutainmentsoftwaremarkts in Deutschland Rechnung tragen.

"Zusammen sind wir stark", so lautet das Motto für den ersten gemeinsamen IFA-Auftritt der fünf Publisher Disney Interactive Deutschland, Havas Interactive Deutschland, Lego Media International, Ubi Soft Entertainment und Tivola Verlag. In Streetball-Atmosphäre mit Hochhaus-Skyline demonstrieren die Publisher auf rund 300 Quadratmetern Einigkeit. Unter dem Motto "Abenteuerspielplatz Multimedia" präsentieren sich die fünf Aussteller auf aufgeteilter und ausgeloster Standfläche. Dabei gehe es nicht so sehr um die eigene Firma, sondern darum, das Segment Kindersoftware zu kommunizieren, betont Bernd Grannemann, Marketingleiter Havas Interactive. Gerade in Deutschland gebe es in diesem Segment einen enormen Nachholbedarf. Gleichzeitig wollen die "Big Five" dem übermächtigen Spielemarkt Paroli bieten.

Nachdem sich der Bereich Edutainment in den letzten zwei Jahren immer stärker entwickelt hat, soll nun mit dem gemeinsamen Auftritt ein Zeichen gesetzt werden. "Der Stand soll zeigen, daß der Kindersoftwarebereich Teil der Marktentwicklung ist und nicht - wie bislang - als Stiefkind der Branche gehandelt werden soll", fordert Roger Haefele, Direktor Marketing Disney Interactive. Man wolle aus dem Schatten des großen Bruders Games heraustreten, schließt sich Jürgen Thierig, GF Tivola, an. Das Motto "Abenteuerspielplatz Multimedia" soll gerade Eltern vorführen, das Kinder Spaß haben und gleichzeitig lernen können, ohne das Blut fließt und schlaflose Nächte folgen. Gewaltfreiheit, Qualität, Markenbewußtsein und Marktaktivität bilden den gemeinsamen Nenner.

Der Handel brauche eine Fachmesse für den Einkauf, argumentiert Thierig. Initiiert hat das einzigartige Projekt der VUD, die Koordinierung haben die fünf Aussteller schließlich unabhängig vorgenommen. "Die Entscheidung für den Gemeinschaftsstand fiel uns jedoch nicht schwer, da das Konzept jedem Teilnehmer die Möglichkeit bietet, Synergieeffekte optimal zu nutzen", erklärt Jean-Michel Detoc, GF Ubi Soft Entertainment. Durch den gemeinsamen Auftritt könne an einem einzigen Stand ein Teil des Softwareangebots für Kinder gezeigt werden. Eine solche Vielfalt und Abwechslung hätte ein Aussteller allein niemals bieten können, so Detoc. Auch finanziell und hinsichtlich der Produktionsdichte fürs Weihnachtsgeschäft schreckten die Publisher vor einem separaten Auftritt zurück. "Einige Publisher haben erkannt, daß ein Auftritt auf der IFA einerseits zwingend notwendig ist, andererseits das jeweilige Messebudget aber begrenzt ist", so Haefele.

Gegenseitige Konkurrenz fürchten die Partner jedoch nicht. Die Produktportfolios ergänzten sich und die Anbieter harmonierten in ihren Vorstellungen. "Der Umstand, daß sich hier Firmen zusammengeschlossen haben, die eigentlich miteinander konkurrieren, tritt angesichts des Nutzens, den die Messebesucher und auch wir als Anbieter daraus ziehen, in den Hintergrund", räumt Detoc ein. Auch Grannemann meint, daß Konkurrenz das Geschäft nur potentieren könne. In diesem Zusammenhang kritisiert er vor allem das Fehlen der Schulbuchverlage. "Sie verpassen mit ihrer Zurückhaltung ihre Chance", so Grannemann. Weiteren gemeinsamen Auftritten in der Zukunft stehen alle fünf positiv gegenüber. "Ein derartiges Projekt ist sicher wegweisend und auch für künftige Messen denkbar, die keine reinen Multimediafachmessen sind", sagt Detoc.

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