Mit neuen "Barbie"-Titeln und Games zur Zeichentrickserie "Butt-Ugly Martians" will Vivendi Universal Publishing im Weihnachtsgeschäft 2002 für Furore sorgen. Mit den Spielen will das Unternehmen Nischen besetzen, auf die andere Publisher bislang kaum oder gar nicht geachtet haben.

Mädchen und Frauen brauchen Games, die nur für sie allein gedacht sind. Davon ist Christelle Blanchet überzeugt. Blanchet ist International Brand Manager von Vivendi Universal Publishing International und findet auf Einwände zum Thema PC- und Konsolenspiele für das weibliche Geschlecht passende Antworten. "Natürlich muss es Games für Mädchen geben", entgegnet sie Kritikern, die das partout nicht glauben wollen. "Mädchen wollen keine Ballerspiele. Ich würde die nicht spielen und alle meine Freundinnen auch nicht."

Ihrer Ansicht nach ist eine Marke wie Barbie prädestiniert für eine Umsetzung auf den Spieleplattformen Konsole und PC. Sieben neue Titel, bei der die weltweit beliebte Puppe von Mattel im Mittelpunkt steht, hat Vivendi Universal Publishing (VUP) während einer Präsentation im Hause der britischen Spieleschmiede Runecraft Mitte Juni vorgestellt. Das Team aus Dewsbury zeichnet sowohl für die Entwicklung der "Barbie"-Games verantwortlich als auch für vier Titel aus dem Universum der Zeichentrickserie "Butt-Ugly Martians", die bei dem Event ebenfalls gezeigt wurden und vor allem Jungen begeistern sollen.

Strebt der Publisher damit eine getrennte Produktpolitik für beide Geschlechter an? "Nein", entgegnet Niels Mankel, Brand Manager der deutschen Kids-Division von VUP. Eigenentwicklungen wie die Lernreihen "Adiboo" und "Addy" bleiben seiner Auskunft nach weiterhin an den Lehrplänen orientiert und damit für Jungs und Mädels gleichermaßen geeignet. Zusätzlich will der Softwareanbieter mit Lizenzen wie "Barbie" und "Butt-Ugly Martians" aber gezielt Produkte für jeweils eine der beiden Zielgruppen anbieten. Niels Mankel ist sich sicher, dass die Titel auf dem Spielemarkt gute Chancen haben.

"Wir besetzen Nischen"

"Damit besetzen wir Nischen", sagt der Brand Manager. Denn noch sei VUP der einzige Publisher mit einem GameCube-Titel für Mädchen im Produktportfolio und zugleich Marktführer im Bereich Software für diese Zielgruppe. Auch für Jungen zwischen fünf und zwölf Jahren offeriert die Kids-Division mit den "Butt-Ugly Martians"-Spielen "derzeit praktisch das einzige Angebot". Außerdem habe das Unternehmen mit seinen ersten "Barbie"-Titeln, die vergangenes Jahr erschienen, bei den weiblichen Gamern "gute Erfolge" eingeheimst.

Zudem ist "Barbie" ein bekannter und beliebter Brand. "In Deutschland besitzt jedes Mädchen der Zielgruppe von drei bis neun Jahren durchschnittlich sechs Barbie-Puppen", weiß Mankel. Aber die TV-Serie "Butt-Ugly Martians" ist vor allem in Großbritannien ein Renner, in Deutschland weniger. Könnte das ein Nachteil für den Verkauf der Spiele sein, die auf dieser Lizenz beruhen? Natürlich glaubt Christelle Blanchet das nicht.

Marketingfeuerwerk für Marsianer

"Der Brand ist sehr stark, und die Spiele werden aufgrund ihrer Aufmachung und ihres Humors Kinder in ganz Europa begeistern. Man muss nicht die TV-Show kennen, um die Spiele toll zu finden", meint Christelle Blanchet. Niels Mankel ergänzt: "Beim Marketing für diese Titel werden wir unser Bestes geben." Der Publisher will die Titel durch Fernsehwerbung und Previews in größeren Konsolen- und Jugendmagazinen bekannt machen. Auch Kooperationen mit den deutschen Lizenzpartnern BMG Video und Hasbro sind geplant, beispielsweise ein Gewinnspiel.

"Zudem verhandeln wir derzeit mit Super RTL über eine Wiederholung der,Butt-Ugly Martians", die genau in dem Zeitraum wieder ausgestrahlt werden sollen, wenn wir unsere Produkte auf den Markt bringen", erklärt Brand Manager Mankel. Auch für die "Barbie"-Titel ist TV-Werbung vorgesehen, die VUPs Kids-Division gemeinsam mit der Schwesterfirma Universal Video schalten wird, da diese mit einem "Barbie"-Video in ihrem Programm aufwarten kann.

Im Mittelpunkt der Aktionen soll der PC-Titel "Barbie als Rapunzel" stehen. "Wir nutzen Synergien, die aus dem Game, dem Video und der 'Barbie Rapunzel'-Puppe, die ebenfalls zum Weihnachtsgeschäft 2002 auf den Markt kommt, entstehen", erläutert Niels Mankel das Marketingkonzept.

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