In genau zwei Wochen wird es sich entscheiden, ob sich die Anstrengungen im Vorfeld der GC - Games Conventionen auch in diesem Jahr auszahlen. "MCVgamesmarkt" sprach mit GC-Projektleiterin Angela Schierholz über konzeptionelle Veränderungen der Messe, ihre Erwartungen an die Entwicklung der Besucherzahlen, den Jugendschutz und die Erweiterung des Ausstellerspektrums, zum Beispiel um Mobile-Entertainment-Firmen.

Was hat sich in diesem Jahr konzeptionell gegenüber dem Vorjahr verändert?

Angela Schierholz: Das Konzept der GC hat sich eigentlich nicht geändert. Wir sprechen nach wie vor alle Marktteilnehmer, d. h. Industrie, Handel, Developer und Publikum, an. Verändert hat sich bei einem so lebendigen "Produkt" wie der GC jedoch schon einiges: Die Nachfrage nach Räumlichkeiten im GC-Business Center war so groß, dass wir es erweitern mussten. Wir haben lange überlegt und uns mit dem VUD und dem Beirat sehr intensiv Gedanken gemacht, wie wir der Nachfrage entsprechen können, und uns dann dazu entschlossen, ein Segment der Halle 2 als Erweiterung hinzuzunehmen. Dies ist aufgrund des direkten Anschlusses an das "alte", d. h. bereits bisher genutzte GC-Business Center und durch die Teilbarkeit unserer Hallen relativ problemlos möglich. Zwischen dem bisherigen GC-Business Center und der Erweiterung befindet sich eigentlich ein Restaurant. Dieses haben wir ebenfalls in eine "Business Area" umgewandelt und freuen uns, dass "MCVgamesmarkt" diese zentrale Fläche belegt und so als Bindeglied der beiden Bereiche fungiert. Außerdem nutzt die GC erstmals vier Hallen. Notwendig wurde diese Aufteilung durch Flächenzuwächse und durch das beträchtliche Besucheraufkommen besonders am Wochenende. Durch die neue Aufteilung wird sich das Besucheraufkommen deutlich besser verteilen, und jeder Besucher wird mehr Bewegungsfreiheit haben. Das war nicht nur eine Forderung der Besucher bisheriger GCs, sondern ist auch unter dem Gesichtspunkt der Zielgruppenerweiterung wichtig.

Wie wurden denn die Veränderungen von den Ausstellern angenommen?

Schierholz: Die Erweiterung des GC-Business Center wurde von Anfang an sehr gut aufgenommen und hat nun einen Flächenzuwachs von 53 Prozent gegenüber der GC 2003 als Ergebnis. Die Aufteilung der Games- und Hardwareaussteller stieß zunächst auf Vorbehalte. Diese konnten wir jedoch relativ schnell aus der Welt schaffen. Beide Hallen sind vonseiten der Hersteller gleich interessant belegt, der Besucherzugang erfolgt von beiden Seiten des Geländes. Die Vorbehalte wegen eines weiteren Wegs für die Fachbesucher des GC-Business Center in die Halle 5 wurden durch einen eigenen Fachbesuchershuttle gelöst. Nicht zuletzt konnten die Aussteller auch nachvollziehen, dass eine Entzerrung der Besucherströme absolut notwendig ist. Alle Aussteller, die sich die Hallensituation vor Ort angesehen haben, waren von der neuen Aufteilung sehr angetan.

2003 stiegen die Besucherzahlen gegenüber der Premiere deutlich an. Mit welcher Entwicklung rechnen Sie bzw. ab wie vielen Besucher ist die Messe ein Erfolg?

Schierholz: Ob die Messe ein Erfolg ist, hängt nicht nur von den Zahlen ab. Wichtig ist in erster Linie, dass Aussteller und Besucher mit der GC 2004 so zufrieden sind wie mit der GC 2003. Da der Mensch dazu neigt, sich an positive Dinge zu gewöhnen, ist das allein schon ein Erfolg, der sich nicht ohne weiteres einstellt. Dennoch streben wir selbstverständlich noch mehr Wachstum an. Die 100.000-Besucher-Marke möchten wir in diesem Jahr erreichen, besser noch überschreiten. Bei den Fachbesuchern erwarten wir ebenfalls einen Zuwachs, insbesondere aus dem Ausland. Auch hier ist jedoch die reine Masse weniger wichtig als die Qualität der Besucher. Den extrem hohen Anteil an Entscheidern, den wir im vergangenen Jahr erreichten, gilt es in diesem Jahr mindestens zu halten. Was die Presseresonanz angeht, sind wir zuversichtlich, jedoch auch sehr gespannt: Mit den Olympischen Spielen haben wir einen "ziemlich starken" Mitbewerber um die Aufmerksamkeit von Medien und Publikum.

Mit welchen Werbeaktionen werden Sie in den Wochen vor der Messe die Menschen für einen GC-Besuch zu begeistern versuchen?

Schierholz: Wir haben die Werbung für die GC noch einmal ausgeweitet und beschreiten in diesem Jahr auch neue, manchmal ungewöhnliche Wege. Standard ist selbstverständlich die Anzeigenwerbung in allen Games-Publikumsmagazinen sowie die Außenwerbung in Leipzig plus einem Umkreis von 200 Kilometern. Wir haben darüber hinaus eine umfangreiche Kampagne bei Giga und MTV sowie Radiospots auf allen Sendern, zum Beispiel Energy national. Sehr viele Spots werden redaktionell unterstützt und sind mit Gewinnspielen auf den Websites der Sender verbunden. Sehr viel läuft auch online, wie z. B. unsere Präsenz bei eBay. Neue Wege gehen wir mit einer Reihe von City-Cards, die mit vier unterschiedlichen Motiven bundesweit in Szenelokalen ausgelegt werden, sowie mit Werbung auf "stillen Örtchen", u. a. in Kinos. Insgesamt ein sehr rundes Programm, das der angestrebten Zielgruppenerweiterung Rechnung trägt.

Die Aussteller haben sich an den Standort Leipzig gewöhnt. Welche Erfahrungen haben Sie beim Publikum gesammelt, speziell bei den Besuchern aus den alten Bundesländern?

Schierholz: Beim Publikum gab es von Anfang an keine uns bekannten Vorbehalte gegen den Standort Leipzig. Bereits zur Premiere konnten wir 27 Prozent Besucher aus den "ABL" verzeichnen und diesen Anteil zur GC 2004 auf 32Prozent steigern. Die Gamer sind bereit, für ihr Hobby zu reisen, und haben in Leipzig ein sehr attraktives Ziel, das als Studentenstadt mit einer ausgeprägten Jugendkultur sowie Kneipen und Clubs für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Unserer Erfahrung nach ist jeder, der einmal in Leipzig war, gern bereit wiederzukommen.

Glauben Sie, dass der Besucheranteil aus den alten Bundesländern weiter steigen wird?

Schierholz: Das ist schwer zu sagen. Letztendlich ist es jedoch auch irrelevant, ob die Besucher aus den alten oder aus den neuen Bundesländern kommen. Die GC ist die einzige mir bekannte Publikumsmesse, deren Einzugsgebiet deutlich über den üblichen Radius von 100 bis 150 Kilometern hinausgeht und sogar Privatbesucher aus dem Ausland hat!

Bereits 2003 wurde dem Jugendschutz mittels einer "Bändchenregelung" entsprochen. War das System lückenlos erfolgreich?

Schierholz: Die Frage, ob es lückenlos erfolgreich war, ist kaum zu beantworten. Wir haben alles getan, um den Anforderungen des Jugendschutzes und der Vereinbarung mit den Behörden gerecht zu werden. Im Nachhinein gab es einige Beanstandungen des Jugendamtes, das die Einhaltung der entsprechenden Richtlinien stärker kontrollieren wird als im vergangenen Jahr. In diesem Punkt sind auch Kooperationsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein der Aussteller gefragt. Jemand, der aussieht, als sei er minderjährig, sollte zur Sicherheit noch einmal nach seinem Ausweis gefragt werden, bevor er Zugang zu einem 18er-Bereich erhält.

Was unternimmt die Leipziger Messe, um die Aussteller zu einer möglichst lückenlosen Einhaltung des Jugendschutzes zu bewegen?

Schierholz: Unserer Erfahrung nach haben wir es bei unseren Ausstellern mit verantwortungsbewussten Unternehmen und Menschen zu tun. Wir gehen davon aus, dass Versäumnisse, die es eventuell 2003 gab, eher auf Unwissenheit denn auf Unwilligkeit zurückzuführen waren. Wir haben das Merkblatt zum Jugendschutz allen Ausstellern zugesandt und es auch auf die GC-Site gestellt. Erst kürzlich haben wir ein gemeinsames Schreiben des Jugendamtes, des VUD und der Leipziger Messe an alle Messeorganisatoren und Geschäftsführer der Aussteller geschickt, in dem noch einmal ausdrücklich auf die entsprechenden Bestimmungen verwiesen wird. Andererseits gilt auch hier: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das Jugendamt hat sehr deutlich gemacht, dass Verstöße gegen das Gesetz entsprechend geahndet werden.

Auf Ausstellerseite finden sich zunehmend Firmen aus dem Mobile-Business. Wurde diese Erweiterung zielgerichtet unterstützt?

Schierholz: Die Nomenklatur, d. h. das Ausstellungsprogramm der GC, umfasste diese Bereiche bereits zur ersten GC. Der Untertitel der GC lautet "... Erlebnismesse für interaktive digitale Unterhaltung...". Sich einem Trend, wie beispielsweise dem Mobile-Gaming, zu verschließen, wäre schlicht unklug und nicht im Sinn der Industrie.

Welche anderen Branchen könnten Ihrer Meinung nach die GC - Games Convention nutzen, um sich zu präsentieren?

Schierholz: Grundsätzlich passen alle Bereiche der interaktiven digitalen Unterhaltung in das GC-Programm. Die Medien vermischen sich mehr und mehr, Konsolen ermöglichen das Abspielen von Filmen, Handys werden zu Konsolen, Konsolen werden onlinefähig... Wichtig für uns ist, dass die GC sich weiterentwickelt, dabei jedoch ihr klares Profil behält.

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