15 Jahre Nordic Games: "Die Kunst besteht darin, aus Fehlern zu lernen"
Dieses Jahr findet die 15. Nordic Game Conference statt. Organisator Jacob Riis blickt auf die Anfangszeiten der Veranstaltung zurück.
GamesMarkt: Was waren rückblickend eure Ziele für die erste Konferenz und seid ihr zufrieden mit der Entwicklung der Veranstaltung?
Jacob Riis: 2004 veranstaltete Erik Robertson die erste Konferenz unter dem Namen "Nordic Game Potential". Ziel war, sich mit der Zukunft der Nordic-Games-Industrie auseinanderzusetzen. Insgesamt kamen vielleicht 200 Besucher. Seit damals ist die Branche in Skandinavien enorm gewachsen und wir schätzen uns sehr glücklich Teil dieser Reise zu sein. Persönlich bin ich der Meinung, dass wir ziemlich gut mit der boomenden Industrie mithalten. Wir wollten ein Event gestalten, das allen Entwicklern etwas bietet, ohne dass die Unterstützung der Newcomer zu kurz kommt. Es ist spannend zu beobachten, wie sich kleine Firmen von Jahr zu Jahr entwickeln, erfolgreicher werden und dann zurück auf unsere Konferenz kommen, um ihre Erfahrungen mit Anderen zu teilen.
Was waren für dich die aufregendsten Momente der Nordic Game Konferenzen?
Da gibt es viele. Der Besuch von Hideo Kojima 2016 zum Beispiel, oder die Einführung der Indie Night vor acht Jahren. Es machte mich sehr stolz zu sehen, wie diese Szene daraufhin nahezu explodierte. Auch dass wir letztes Jahr über 2000 Besucher auf der Konferenz hatten, war ein Highlight.
Aber ehrlich gesagt bereitet es mir am meisten Freude, die glücklichen Gesichter unserer Besucher zu sehen, wenn sie durch die Hallen der Konferenz spazieren. Das macht meinen Job zu meinem Traumberuf.
Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, gibt es irgendwelche Fehler die du gerne rückgängig machen würdest?
Fehltritte kommen immer mal vor, gerade weil wir ein überschaubares Organisationsteam sind und unsere Aufgaben stetig wachsen je mehr wir expandieren. Die Kunst besteht darin, aus seinen Fehlern zu lernen, anstatt sie zu bereuen und rum zu jammern. Wir schauen nach vorn und lernen dazu.
Per Definition konzentriert sich die Nordic Game Conference vor allem auf Entwickler Skandinaviens. Tatsächlich ist die Veranstaltung jedoch für Entwickler aus ganz Europa ein wichtiger Termin. Was macht euer Event so reizvoll?
Wir hatten Glück, schon Teil der Nordic-Games-Industrie gewesen zu sein, als Videospiele zum wichtigsten Unterhaltungsmedium weltweit wurden.
Dadurch waren wir in der perfekten Ausgangsposition, bereits eine jährliche Versammlung für regionale Entwickler geschaffen zu haben, als Skandinavien Hotspot der Branche wurde. Nun konnten wir als Fenster zur Außenwelt dienen und den internationalen Kollegen einen Ort bieten, an dem sie viele der erfolgreichsten Studios Skandinaviens kennenlernen konnten.
Gerade diese Mischung macht die Nordic Game Conference meiner Meinung nach zu einem familiären, aber gleichzeitig auch globalen Event. Das ist sicher kein schlechtes Markenzeichen.
Werfen wir einen Blick auf die Veranstaltung 2018: Welche Highlights sollte man sich nicht entgehen lassen?
Ich bin sehr begeistert von unserem diesjährigen Programm. Es sind einige bekannte Namen dabei, unter anderem Siobhan Reddy (Media Molecule, Dreams), Angie Smets (Horizon Zero Dawn), und Johnny Monserrat (CEO von Turbine). Außerdem gibt es von King kuratierte Vorträge zum Thema Mobile Games und unsere ganz neuen "Impact Sessions", eine Reihe von Vorträgen, die sich mit der Frage beschäftigt: Wie können Videospiele viel mehr sein, als nur Entertainment.
Am meisten gespannt bin ich aber auf das Finale des diesjährigen Nordic Game Discovery Contest. Nachdem wir das ganze letzte Jahr durch Europa getourt sind, um Qualifikationsrunden auf verschiedenen Partner-Events durchzuführen und gesehen haben, wie viel Talent es da draußen gibt, haben wir auf der NG18 auf jeden Fall die Crème de la Crème vor Ort.
Die 16 Finalisten werden sich nicht nur auf der Bühne in einem Live-Pitching-Halbfinale und -Finale gegenüberstehen, sie werden auch ein ganz eigenes Showcase auf der Veranstaltung haben.
Wir hoffen, dass sich unsere Besucher wie in einer Goldmine voller fantastischer Games fühlen und dass es für die Finalisten eine nützliche Erfahrung wird, durch die sie Aufmerksamkeit für ihre Spiele generieren können.
Was sind eure Erfahrungen, nicht nur mit Besucherzahlen, sondern auch mit Reaktionen und Feedback der Gäste?
Natürlich wäre es super, wenn wir die Besucherzahl vom letzten Jahr übertreffen könnten. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Besucher Malmö nach drei intensiven Tagen mit neuem Tatendrang und einem guten Gefühl für eine strahlende Zukunft der Gaming-Industrie verlassen. Wir geben auf jeden Fall unser Bestes, um das möglich zu machen!