2001 - Der Rückblick
Stimmen aus der Info-/Edutainmentbranche.
Mit dem vergangenen Jahr 2001 sind wir im Großen und Ganzen sehr zufrieden, weil sehr viele Bemühungen und Anstrengungen der Vergangenheit verstärkt anfangen, Früchte zu tragen, und wir das ernten können, was wir zuvor gesät haben. So haben wir den Max Hueber Verlag mit Multimediaprodukten wieder in den Massenmarkt gebracht, die Position Kiribatis am Markt weiter gestärkt und haben neben dem vorhandenen Backkatalog von Multimediatiteln des Westermann Verlags gemeinsam zwei neue Produktreihen für Westermann in 2002 mit insgesamt 15 Titeln.
Anthony J. Wilson, Geschäftsführer A1 Software
Im Großen und Ganzen verlief 2001 positiv. Zukunftsweisende Trends erkennen wir eindeutig in den Sektoren DVD und digitale Bildbearbeitung. Erneut war Lernsoftware ein wichtiger Eckpfeiler der Branche. Wir sind zufrieden, besonders, was den Bereich Lernsoftware betrifft. Für uns stellte die Restrukturierung der Feldorganisation in diesem Jahr ein raumgreifendes Thema dar. Darüber hinaus haben wir unsere Eigenentwicklungen ausgebaut und werden dies auch im nächsten Jahr verfolgen.
Dieter Dedeke, Geschäftsführer bhv Software
Cornelsen ist mit der Entwicklung des Produktsegments Lernsoftware und Edutainment sehr zufrieden. Wir können auch unsere neuen Titel gut im Sortiment platzieren. Letztendlich wird sich beim Verbraucher Qualität durchsetzen, die wir mit unseren Produkten anbieten. Cornelsen hat den Marktanteil im Bereich Schule weiter ausbauen können, obwohl, entgegen politischer Erklärungen, das Thema Bildung keine nennenswerte finanzielle Ausstattungsverbesserung erfahren hat. Rund um das Thema Bildung werden Angebote im Internet sowohl von Schülern als auch von Lehrern zunehmend akzeptiert. Hybridprodukte - Software in Verbindung mit Internetergänzungen - schaffen effiziente Lernumgebungen, mit einem deutlich höheren Nutzen und Spaßwert. "Cornelsen Power Learning" für die Fächer Deutsch, Englisch und Mathe ist ein Beispiel für zukunftsfähige Produkte dieser Art.
Wolf-Rüdiger Feldmann, Geschäftsführer Cornelsen Verlag
Die Branche Edutainment/Lernsoftware hat sich im Jahr 2001 ganz gut geschlagen. Wie das in anderen Bereichen war, können wir schlecht beurteilen. Sprachlernsoftware im Speziellen war schon immer ein wichtiges Thema, aber der Globalisierungsschub der vergangenen Jahre und nun eben auch das Europäische Jahr der Sprachen 2001 hat Sensibilität für Fremdsprachen geschaffen und ein Interesse geweckt, das so vorher nicht da war und das zum Beispiel digital publishing nachhaltig merkt. Ein wichtiger Trend war die Kombination aus Online- und Offlinekomponenten. Das Jahr 2001 ist für digital publishing sehr gut verlaufen. Für die ersten drei Quartale verzeichnet dp ein Umsatzplus von knapp 40 Prozent. Und auch das Weihnachtsgeschäft läuft so gut, dass wir das Jahr wohl mit einem deutlichen Plus beenden werden. Mit dem Launch der Version 5 des Bestsellers "Interaktive Sprachreise" ist es uns erneut gelungen, technisch wie inhaltlich Maßstäbe zu setzen. Ein Marktanteil von über 30 Prozent bestätigt uns, dass Strategie und Ausrichtung von digital publishing richtig sind. Das sehen wir auch im internationalen Bereich: Hier konnten wir unsere Marktposition so weit ausbauen, dass wir nun dabei sind, in fünf Ländern ein Country-Managementsystem vor Ort aufzubauen.
Armin Hopp, Geschäftsführer Digital Publishing
Das Jahr ist für die Branche sicher nur zufrieden stellend gelaufen. Gute Einzelentwicklungen gab es im edukativen Bereich, der insgesamt einen Trend zeigt. Auch für unser Unternehmen war der Verlauf nur zufrieden stellend. Unser Hauptaugenmerk lag auf dem Katalogaufbau und der Etablierung dieses für uns neuen Bereichs im Markt.
Wolfgang Otterstein, Geschäftsführer Kiddinx Entertainment
Es ist aus unserer Sicht beachtlich, welchen Stellenwert Produkte rund um das Thema Personal Rich Media im letzten Jahr erhalten haben. Wir sehen diesen Trend erst als Anfang eines neu entstehenden Massenmarkts. Magix ist es gelungen, im vergangenen Jahr mit seinen Produkten zum zweitgrößten Publisher in Deutschland und zum größten in den Niederlanden zu werden. Zu den wichtigsten Entwicklungen für das Unternehmen im vergangenen Jahr zählte der Ausbau des US-Markts. Hier erzielte Magix im Oktober im Segment Productivity/Music einen Marktanteil von 35 Prozent und liegt damit weit vor allen Mitbewerbern. Auch im Segment Productivity/Video konnte Magix den US-Markt erobern und positioniert sich damit als zweitgrößter Anbieter. Ziel ist es, bis Jahresende auch in diesem Segment in den USA den ersten Platz zu belegen.
Dieter Rein, Geschäftsführer Magix AG
Die Piraterie hat stark zugenommen. Insgesamt - sprechen wir es offen aus - ging es der Branche etwas weniger gut als die Jahre zuvor. Trends sehen wir im Bereich Kindersoftware und Verbraucherberatung. Wissen liegt immer im Trend. Für uns ist das Geschäftsjahr 2001 überwiegend positiv verlaufen. Mit Start unserer neuen Serie "Lexikon 2002" zum Schulbeginn 2001, den Neuerscheinungen für die internationalen Märkte, insbesondere Nordamerika und England, und mehreren aussichtsreichen Topreleases zum Herbst- und Wintergeschäft rechnen wir zum Jahresende mit einem Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr. Jetzt schon zeichnet sich "Wissen XXL", unsere Compilation, als Verkaufsschlager ab. "Mensch 4D" allerdings hat sich auch in diesem Jahr als unser Tophit erwiesen. Hier wird sicherlich unser hochwertiger Anatomieatlas als ideale Ergänzung zu "Mensch 4D" nahtlos anknüpfen; erstmals haben wir dem Produkt eine CD- und DVD-Version beigefügt. Die positiven Rückmeldungen von Usern sowie unser interner Knowledge-Pool treiben uns an, uns im nächsten Jahr verstärkt auch weiterer Themenbereiche mit "glasklar"-Know-how zu bedienen. 2001 erfreuten sich unsere Produkte und Inhalte einer verstärkten Lizenznachfrage in In- und Ausland.
Lars Noffke, Geschäftsführer MegaSystems
Das Jahr 2001 war für die gesamte Medienbranche wohl ein sehr hartes Jahr. Nicht nur die Lebenshaltungskosten sind gestiegen, sodass einfach weniger zum Ausgeben übrig geblieben ist. Auch für uns war das kein leichtes Jahr. Vor allem hat uns der schöne Sommer zu schaffen gemacht. Da ist unsere Zielgruppe im Freibad oder auf dem Spielplatz. Jedenfalls draußen - und nicht drinnen vor dem Computer sitzend. Seit September geht es aber wieder stark aufwärts, und seit Anfang November brummt es richtig. Wie es ausschaut, werden wir das Vorjahr sogar noch übertreffen. Das hätte ich bei dem Verlauf in den ersten acht Monaten niemals gedacht.
Iris Bellinghausen, Geschäftsführerin Terzio
Leider war das für unsere Branche nicht unwichtige Ostergeschäft 2001 recht schwach. Auch über den Sommer zeichnete sich keine wesentliche Besserung ab. Das Weihnachtsgeschäft ist, wie schon in den Vorjahren, sehr spät angelaufen und verläuft jetzt aber zufrieden stellend. Allgemein kann das Jahr wohl als schwierig bezeichnet werden. In unserer Warengruppe hat es nicht so viele herausragende Themen gegeben. "Bob, der Baumeister" dürfte der einzige echte neue Star gewesen sein. Es zeichnet sich weiter ein Trend zur DVD-Verpackung ab, den wir weiter beobachten. Die Euro-Umstellung hat bei vielen Händlern zu Verunsicherungen geführt. Wir sind das Thema deshalb sehr früh angegangen und haben, wie sich jetzt abzeichnet, wohl den richtigen Weg gewählt. 2001 war für uns ein Jahr der Umbrüche. Wir haben viele Anstrengungen unternommen, um uns strategisch auf die nächsten Jahre vorzubereiten. Mit Tessloff zusammen haben wir für unsere Buchreihen den Tivola-Buchverlag gegründet. So können wir uns im Tivola Verlag besser auf das Kerngeschäft der CD-ROMs konzentrieren. Wir sind überzeugt davon, uns damit richtig für die Zukunft aufgestellt zu haben. Das Sommerloch war für uns nicht ganz so groß, wie wir es aus den vergangenen Jahren kannten. Durch die vielen, seit Frühjahr veröffentlichten Neuerscheinungen konnten wir uns sehr schön gegen den Trend stemmen. "Wickie", "Die CD-ROM mit der Maus 2", der erste "Biene Maja"-Titel und die "Was ist Was"-Sonderausgabe möchte ich als Beispieltitel nennen. Sie alle haben uns dabei sehr geholfen. Wir konnten alle Herbstnovitäten pünktlich veröffentlichen und sind dadurch jetzt auf die letzten Wochen des Jahres sehr gut vorbereitet.
Werner Waschke, Vertriebsleiter Tivola Verlag
Zu den wichtigsten Themen gehörte sicherlich die Diskussion rund um den Kopierschutz, die durch reißerische, auflagenheischende Berichte in Publikumsmagazinen an Aktualität gewonnen hat. Ansonsten hat die Euphorie um die Einführung neuer Konsolen (PS2, GameCube, Xbox) Verbraucher und Medien das ganze Jahr über beschäftigt. Hervorzuheben ist auch der vorläufige Schulterschluss unserer Branche, der zur Einführung der ersten Branchenmesse seit 1998 geführt hat, der CG - Games Convention, zu der wir uns bereits angemeldet haben. Zu beklagen gab es die wirtschaftliche Schieflage vieler Unternehmen, die zur letztendlichen Aufgabe, zum Beispiel TLC, beziehungsweise zum Verkauf geführt hat, wie bei Blue Byte. Im Bereich Verpackungen scheint sich die DVD-Box langsam als Alternative sowohl zur JC als auch zur EB durchzusetzen. Zwar gibt es besonders im Bereich Games noch eine Parallelstellung von DVD-Box und EB, aber auch für Handbücher findet die Verpackungsindustrie immer bessere Lösungen, um auch diese unterzubringen. Bei uns gibt es in der Regel ein Nebeneinander von DVD-Box und JC. EB produzieren wir nur noch im Ausnahmefall, beispielsweise in der Reihe "Perfect Look", da sich der psychologisch generierte Denkprozess bei den Verbrauchern erst mittelfristig ändern wird. Wir sind neue Vertriebspartnerschaften eingegangen, die gute Perspektiven zum Ausbau unserer Marktposition bieten, zum Beispiel mit dtp und cap interactive. Daneben stand im Blickpunkt die Einführung der neuen Handelsmarke "Limesoft" mit den Tophits "Quiz Millionär" und "Routing Total". Weiterer Höhepunkt waren die neuen 4.0-Versionen unserer Stylingsalons "Perfect Look".
Gernot Speck, PR-Manager Topos Verlag & Marketing
Eines der Ziele des Jahres 2001, unter dem Dach der United Soft Media Verlag GmbH die eingeführten fünf Marken Systhema, Navigo, MultiLingua, Junior und Romeo zu stärken, haben wir durch die Politik der Markenteilung erreicht. Jede dieser Marken wird durch starke Partner wie Leisuresoft, NBG, more software und rondomedia auf deren Vertriebsstrecken hervorragend im Markt präsentiert. Aufgrund dieser Unternehmensstrategie konnte das Vorjahresergebnis übertroffen und das diesjährige Umsatzziel erreicht werden. Besonders erfreulich war dabei die Durchsetzung der DVD-ROM als Träger hochwertiger multimedialer Produkte. So lag der Abverkauf der DVD "Der Louvre", die unser qualitativ und technisch anspruchsvolles Verlagsprogramm repräsentiert, weit über unseren Erwartungen. Wir setzen daher weiterhin auf die DVD-ROM als eine Plattform der Zukunft. Mit "Catan - Das Kartenspiel" haben wir zudem den überaus lohnenswerten Schritt in den Gamessektor gewagt.
Till Brömer, Vertriebsleiter United Soft Media