Die Investmentfirma Hestia Capital Management, Anteilseignerin von GameStop, hat die Aufstellung von vier Kandidaten für die nächste Wahl des Board of Directors angekündigt. Ein Kompromissvorschlag von GameStop wurde offenbar zurückgewiesen.

Eigentlich hatte man bei GameStop gehofft, dass mit der Ernennung eines neuen CEO wieder mehr Ruhe bei der weltweit größten Fachhandelskette für Games einkehrt. Doch das war offenbar ein Trugschluss. Durch ein öffentliches Statement wurde jetzt bekannt, dass die private Investmentfirma Hestia Capital Partners vier eigene Kandidaten zur Wahl ins Board of Directors aufstellen will. Hestia hält etwa 160.000 Aktien von GameStop. Offensichtlich bekommt Hestia zudem Unterstützung von Permit Capital, einer weiteren Investmentgesellschaft. In dem Statement begrüßte GameStop ausdrücklich "eine offene Kommunikation mit den Aktionären".

Weiterhin sagte GameStop, dass man in den vergangenen Wochen ausgiebig mit Hestia, Permit Capital und ihren Vertretern gesprochen habe, um deren Ansichten zu verstehen. GameStop hat außerdem vorgeschlagen, eine Kandidatin oder Kandidaten von Hestia sowie eine unabhängige Person in Absprache mit Hestia und Permit zu ernennen. Im Verbund mit dem neuen CEO, der ebenfalls Teil des Boards ist, und der unabhängigen Carrie Teffner, die im August 2018 ernannt wurde, wären dann insgesamt vier Board-Positionen binnen von wenigen Monaten neu besetzt worden. Dieser Vorschlag sei von Hestia und Permit jedoch zurückgewiesen worden, so GameStop. Trotzdem bleibe man seitens GameStop gesprächsbereit, um eine Einigung zu erzielen.

Gelingt keine Einigung, dann läuft es zwangsläufig auf eine Kampfabstimung bei der nächsten Hauptversammlung hinaus. Die ist im Moment aber noch nicht einmal terminiert. GameStop ist das weltweit größte auf Games spezialisierte Handelsunternehmen. Das US-Unternehmen verfügt über ein umfangreiches Filialnetz, auch in Deutschland. Allerdings drückt die zunehmende Digitalisierung auf die Gewinne. Aus diesem Grund ergreift GameStop diverse Maßnahmen, die zur Steigerung des sogenannten Shareholder value beitragen sollen. Doch offenbar gehen diese Hestia und Permit nicht weit genug.

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Written by

Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.