"Anno 1701" und "Gothic III" siegen beim Entwicklerpreis
"Anno 1701" und "Gothic III" heißen die große Gewinner des Deutschen Entwicklerpreises 2006, der am 13. Dezember in Essen vergeben wurde. Politisch Stellung bezogen die Preisrichter bei der Vergabe des Sonderpreises, der in diesem Jahr an die USK ging.
"Anno 1701", entwickelt von Related Designs für Publisher Sunflowers, ist am Mittwochabend mit dem Deutschen Entwicklerpreis als "Bestes deutsches Spiel des Jahres" ausgezeichnet worden. Das Strategiespiel, das derzeit auch einen Spitzenplatz in den PC-Charts belegt, sicherte sich zudem fünf weitere Auszeichnungen in den Kategorien "Bestes deutsches Strategiespiel", "Beste Spiele-Grafiken", "Bestes Interface", "Bestes Mobile Strategiespiel" und "Bestes Game-/Level-Design". Kaum weniger Grund zum Jubeln hatten die Macher von "Gothic III" (Piranha Bytes / JoWooD / Koch Media), die fünf Mal als Sieger auf die Bühne gerufen wurden. Das Rollenspiel erhielt die Trophäen für das "Beste internationale PC-Spiel", die "Beste Community-Betreuung", den "Besten Soundtrack", die "Beste Story" und das "Beste deutsche Rollenspiel".
Bei der Entwicklerpreisgala, die die Aruba Studios in der Essener Lichtburg veranstalteten, wurden insgesamt 30 Auszeichnungen ausgelobt. Die Redebeiträge vor den rund 700 Gästen waren geprägt von der aktuellen politischen Diskussion um die sogenannten Killerspiele. Thomas Jarzombek, Beauftragter für neue Medien bei der NRW-CDU, meldete als Gastredner Zweifel daran an, ob das per Bundesratsinitiative anvisierte Pauschalverbot von Spielen mit Gewaltinhalten überhaupt mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Hierzu zitierte er den GG-Artikel 5, der unter anderem das Recht auf freie Meinungsäußerung festschreibt und eine Zensur verbietet. "Wir stehen zum System der Alterskennzeichnung, so wie es ist", brach Jarzombek auch eine Lanze für die häufig kritisierte Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Demonstrativ vergab die Jury des Entwicklerpreises ihren Sonderpreis in diesem Jahr an eben diese Selbstkontrolle. Dr. Klaus Spieler, Geschäftsführer der USK, freute sich in seiner Dankesrede darüber, "dass es offensichtlich keinen Krieg zwischen den Jugendschützern und den Spielemachern gibt". Deutliche Worte fand er in Richtung derer, die die USK als Institution in Frage stellen: "Professor Pfeiffer und Konsorten geht es darum, dass Computerspiele generell aus Kindergärten und Schule verschwinden", so Spieler in Essen. "Diese reaktionären Tendenzen sollten gestoppt werden."