Apple öffnet sich "Windows"
Mit "Boot Camp" öffnet Apple die Macintosh-Plattform für Microsofts "Windows"-Betriebsystem. Was für eingefleischte Applefans offenem Verrat gleichkommt, könnte Apple den Weg in die heimischen Büros und Wohnzimmer ebnen.
Mit der Nachricht, die Macintosh-Plattform auch Microsofts "Windows"-Betriebssystem zu öffnen, hat Computerhersteller Apple die hartgesottene Fangemeinde überrascht. Eine "Boot-Camp" genannte Softwarelösung soll es künftig ermöglichen, neben dem Apple-eigenen Betriebssystem "OS" auch die Konkurrenz aus Redmond parallel zu installieren. Was für viele Applefans einem offenen Verrat gleichkommt, könnte sich für den Computerhersteller aber als große Chance erweisen. Schließlich liebäugeln viele Verbraucher mit den kleinen und edel designten Mac-Rechnern, lassen sich aber häufig von der augenscheinlich eingeschränkten Nutzbarkeit im Heimgebrauch der Apple-Maschinen abschrecken. Auf den Absatz der neuen Intel-Macs könnte sich "Boot Camp" nun äußerst positiv auswirken.
Die Konkurrenz zu "Windows" und Microsoft völlig aufgeben, will Apple aber nicht: "Apple hat weder den Wunsch noch die Absicht, 'Windows' zu verkaufen oder zu unterstützen. Da wir jetzt aber Intel-Prozessoren einsetzen, haben viele Kunden ihr Interesse bekundet, Windows auf der überlegenen Hardware von Apple laufen zu lassen. Wir denken, dass Boot Camp es für Windows-Anwender noch verlockender machen wird, auf den Mac zu wechseln", so Philip Schiller, Vice President Worldwide Product Marketing von Apple. Bislang stellt der Konzern "Boot Camp" als Public Beta zum Download an.