Ascaron entgeht drohendem Konkurs
Der durch Titel wie "Patrizier" und "Anstoß" bekannt gewordene Entwickler Ascaron ist knapp dem Konkurs entgangen. Durch das Engagement eines Gütersloher Medienunternehmers konnten die Firma sowie die damit verbundenen 80 Arbeitsplätze gesichert werden.
Ascaron ist gerettet! Nach positivem Entscheid auf der Gläubigerversammlung wird die insolvente Altfirma aufgelöst und durch die neu gegründete Ascaron Entertainment GmbH ersetzt. Sie hat alle Rechte, einschließlich der Marke Ascaron, erworben und tritt zudem als neuer Arbeitgeber für die insgesamt 80 Mitarbeiter auf. Holger Flöttmann ist Gesellschafter und gleichzeitig Geschäftsführer der neu positionierten Entwicklerfirma. Die Neuaufstellung wurde durch den Investor und Gütersloher Medienunternehmer Heino Nollmann ermöglicht.
Der neue Mitgesellschafter sieht Ascaron als typisches Beispiel, wie "trotz erstklassiger Kompetenz und hervorragender Positionierung am Markt viel versprechende Unternehmen nur aufgrund mangelnder Finanzierungsmöglichkeiten schnell vor dem Aus stehen können". Die Gründe für die Schieflage wurden von Flöttmann vor allem mit hohen Vorfinanzierungskosten für die Softwareentwicklung begründet. Diese hätten in den letzten Jahren stets aus eigenen Mitteln geleistet werden müssen. Jetzt seien laut Nollmann "viel Flexibilität und Kooperationswille zusammengekommen". Dadurch habe man gemeinsam das Ziel erreicht, dem Entwickler eine "starke Zukunft" zu ermöglichen.
Neben Nollmann spielten aber auch Insolvenzverwalter Frank Welsch und die Gütersloher Sparkasse eine wichtige Rolle. Welsch gilt als Konstrukteur des Rettungsplans, und die Sparkasse stand kurz nach dem Insolvenzantrag zusammen mit der IHK Ostwestfalen für eine Landesbürgschaft gerade. Für Flöttmann ist die Zielrichtung jetzt klar: "Wir bauen auf unseren guten Ruf in der Branche und damit auf Qualität. Hinzu kommt eine Ausweitung des Programms. Dafür haben wir in den letzten Jahren die Grundlagen geschaffen und viel investiert. Durch die neue Finanzierungssicherheit sind wir nun in der Lage, mit unserer hoch entwickelten Basistechnologie neue Produkte zu generieren."
Der Markt bescheinigte Ascaron glänzende Aussichten: Für den "Patrizier"-Nachfolger "Port Royal" liegen laut Flöttmann bei einer Mindeststartauflage von 100.000 Einheiten bereits jetzt die Zusagen mehrerer Distributoren auf dem Tisch.