Bertelsmann trennt sich endgültig von BOL
Die Bertelsmann Direct Group setzt neue strategische Prioritäten und will sich von ihrer E-Commerce-Tochter BOL trennen. Betroffen ist auch die deutsche Niederlassung mit circa 50 Mitarbeitern. Als mögliche Käufer von BOL werden Amazon und buch.de gehandelt.
Der Bertelsmannkonzern trennt sich endgültig von seiner E-Commerce Tochter BOL. Dies bestätigte das in Gütersloh ansässige Medienunternehmen auf seiner Bilanzpresskonferenz Anfang September. Als Grund für die Aufgabe der Firma wurde genannt, dass BOL auf absehbare Zeit nicht den erforderlichen Gewinn abwerfe, hieß es bei Bertelsmann. Daher wolle man sich von den Niederlassungen in Deutschland, Schweden, den Niederlanden und der Schweiz verabschieden.
Amazon & buch.de zeigen Interesse
Einzig das Geschäft in Italien und China werde fortgeführt. "Wir werden versuchen, BOL sobald als möglich zu verkaufen. Nur im äußersten Notfall kommt eine Schließung in Frage", sagte Dr. Ewald Walgenbach, Vorstandsvorsitzender der DirectGroup Bertelsmann. Er habe bereits mit Amazon-Gründer Jeff Bezos gesprochen, so Walgenbach gegenüber dem "Handelsblatt". Zudem habe der Onlinemedienhändler buch.de Interesse am Kauf des bisherigen Mitbewerbers bol.de bekundet. Der Börseninformationsdienst "Prior-Börse" berichtete sogar, die Übernahme durch buch.de stünde unmittelbar bevor.
Allerdings gab die buch.de-Führung dazu bislang keine Stellungnahme ab. Angeblich habe es jedoch Anfang vergangener Woche bereits ein Treffen von Managern beider Unternehmen gegeben. Bertelsmann hingegen habe nach Unternehmensinformationen neue strategische Prioritäten gesetzt: Die Direct Group werde sich künftig auf die Steuerung ihrer weltweiten Club-Filialen konzentrieren, um sobald wie möglich wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Das Internet werde weiterhin als Verkaufsplattform eine Rolle spielen, solange es in die Clubs integriert ist. Nicht betroffen von den Veränderungen sei die Beteiligung anbarnesandnoble.com.