Rund 53.000 Facheinkäufer, und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr, besuchten in diesem Jahr die Nürnberger Spielwarenmesse, die vom 3. bis zum 8. Februar stattfand. Doch nicht nur die Entwicklung der Besucherzahl gab Anlass zur Freude. Auch die Aussteller waren überwiegend zufrieden.

Zufriedenheit nach einer Messe ist normal, vor allem beim Veranstalter. Mit einem positiven Abschlussbericht beendete auch die Spielwarenmesse eG die Hauptveranstaltung des Jahres. Rund 53.000 Besucher zählten die Organisatoren der Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg im Jahr 2000. Das entspricht immerhin einem Plus von vier Prozent im Vergleich zum letzten Jahr. Hinzu kommt, dass die Spielwarenmesse im vergangenen Jahr einen Tag länger geöffnet hatte, sich also mehr Besucher in einem kürzeren Zeitraum durch die Hallen mit den fast 2800 Ausstellern drängelten.

Einen überdurchschnittlichen Anstieg berichtet die Spielwarenmesse eG bei den Besucherzahlen aus dem Ausland. 17.600 Facheinkäufer aus 112 Ländern wurden registriert. Die internationalen Besucher kamen damit einen Anteil von über 34 Prozent - eine Rekordmarke, die die Bedeutung der Nürnberger Spielwarenmesse als weltweite Leitmesse ihrer Branche unterstreicht. Positives wissen die Veranstalter auch von den Ausstellern zu berichten. "Es herrscht Aufbruchstimmung, aber keine Euphorie", bemühte sich Gerd Bise, Vorstandsvorsitzender der Spielwarenmesse eG, nicht zu viel Optimismus zu verbreiten, als die Ergebnisse der Umfragen vorgelegt wurden, die im Auftrag der Messeleitung durchgeführt worden waren. Die Spielwarenindustrie erwartet in den nächsten Monaten deutliche Impulse vom Auslandsgeschäft. Mehr als 80 Prozent, und damit 13 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, bewerteten die Messe und die Erwartungen hinsichtlich Exportgeschäft als sehr positiv. Nach zuletzt fünf mageren Jahren, wie es Bise bezeichnete, zeichne sich allem Anschein auch im Inlandsgeschäft eine Trendwende ab. Mehr als drei Viertel aller befragten Aussteller hoffen auch hier auf ein Anzeihen der Geschäfte.

Zufriedene Aussteller machte die Messeleitung auch in Halle 8 aus. Dort präsentierten sich in diesem Jahr erstmals Anbieter von PC- und Videospielen unter einem Dach. Laut Umfragen der Spielwarenmesse eG haben fast 90 Prozent der Aussteller und mehr als 80 Prozent der Besucher die Halle als "gut" oder sogar "sehr gut" bewertet. Laut Ausstellern konnten in Nürnberg so gut wie alle wichtigen Handelskunden begrüßt werden. Hinzu kommt sicherlich, dass sich auch der traditionelle Spielwarenhandel immer weiter dem Segment Videospiele öffnet. Kein Wunder bei einem Umsatzanteil von fast 20 Prozent, der über dieses Segment im Spielwarenhandel realisiert wird. Unerwartete Schützenhilfe bekam die Videospielbranche in Nürnberg zudem vom Kinderpsychologen Wolfgang Bergmann. "Die Spiele erweitern die kognitiven Fähigkeiten und machen Kinder fit für die Zukunft mit den digitalen Medien", sagte dieser in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Gleichzeitig kritisierte Berg-mann, dass Videospiele von vielen Pädagogen unterbewertet würden. Dabei seien sie sogar für die Therapie verhaltensauffälliger Kinder geeignet. Ein Tabuthema unter Psychologen, wie Bergmann beklagt. Er selbst setze Videospiele beispielsweise bei autistischen, schreibschwachen und hyperaktiven Kindern ein. "Wenn ich einen zappeligen Knaben vor einen Computer setze, bringt er Geduld auf und redet in einer komplexen Syntax, die ich vorher vergeblich ihm beizubringen versucht habe", so Bergmann gegenüber dpa.

Es dürfte nicht zu befürchten sein, dass die Messeleitung der Videospielbranche das Privileg einer eigenen Halle wieder aberkennt. Zwar hat Messechef Gerd Bise für das nächste Jahr eine Erweiterung und Neustrukturierung der Sortimentsbereiche angekündigt. Diese wird in erster Linie aber andere Bereiche treffen, die mit der Fertigstellung der neuen Halle 7A im kommenden Jahr mehr Platz erhalten sollen. Dann wird die Spielwarenmesse vom 1. bis zum 6. Februar stattfinden - vorausgesetzt, der Ausstellungszeitraum wird bis dahin nicht noch weiter verkürzt. "Sechs Tage reichen aus, wir denken in Zukunft über eine Verkürzung auf fünf Tage nach", bestätigte Bise derartige Überlegungen gegenüber der "Nürnberger Zeitung".

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