Bildungsmesse: Mehr Besucher und Aussteller
In diesem Jahr gab es auf der Bildungsmesse einen neuen Ausstellerrekord. Insgesamt waren 856 Unternehmen vertreten. Mit dem Ablauf der Veranstaltung und den Besucherzahlen können Veranstalter und Aussteller zufrieden sein. Multimedia ist inzwischen ein fester Bestandteil der Messe, für den sich in diesem Jahr mehr als ein Drittel der Besucher interessierten.
Mit guten Ergebnissen hat die Bildungsmesse 2002 Ende Februar in Köln abgeschlossen. Im Vergleich zur Vorjahresveranstaltung in Hannover sei die Besucherzahl um 33 Prozent gestiegen, teilte Veranstalter KölnMesse mit. Insgesamt habe man rund 90.000 Besucher gezählt, etwa so viele wie zur Bildungsmesse 2000, ebenfalls in Köln. Mit einer Rekordbeteiligung von 856 Unternehmen aus zehn Ländern sei die Veranstaltung die größte in ihrer Geschichte gewesen. Bei den Anbietern von Lernsoftware genießt die Veranstaltung einen ähnlich hohen Stellenwert wie die Frankfurter Buchmesse.
Warum, weiß Irina Pächnatz, Pressesprecherin des Cornelsen Verlag: "Die Bildungsmesse ist für alle Publisher von Bildungsmedien wichtig, weil sich dort Endverbraucher, Anbieter und Vertreter aus Schule, Hochschule und anderen Bildungsinstitutionen treffen." Ähnlich sieht es Christina Heinisch, Pressereferentin des Ernst Klett Verlag: "Vom pädagogischen Schwerpunkt her hat die Bildungsmesse für uns die größere Bedeutung." Allerdings hatte Christina Heinisch den Eindruck, dass in diesem Jahr weniger Programme ausgestellt wurden als früher. Für die Publisher aber kein Grund zur Panik. Denn immer mehr Lehrer forderten Software für den Einsatz im Unterricht und für dessen Vorbereitung. Zudem steige bei den Verbrauchern das Interesse an Verbindungen aus Lehr- und Lehrbüchern und entsprechenden CD-ROMs.
Auch könne Software dazu beitragen, dass Schüler mehr Spaß am Lernen hätten. Nach dem miserablen Abschneiden deutscher Schüler bei der jüngsten PISA-Studie vom Ende vergangenen Jahres müssten sich auch die Bildungsverlage fragen: Was kann man dagegen tun? Zwar sei der Einfluss der Publisher auf die Bildungspolitik begrenzt. "Im Bereich des Nachmittagsmarkts können wir mit unseren Produkten aber einen Beitrag zur Leistungsverbesserung leisten", so die Klett-Pressereferentin.
Auch Ralf Lischewski, Leiter Internet und neue Medien des Westermann Schulbuchverlags, vertritt die Ansicht, "dass der Nachmittagsmarkt eine große Zukunft hat". Aber vor allem besitze der Schulmarkt großes Entwicklungspotenzial. Gegenüber neuen Publishern hätten traditionelle Bildungsverlage hier einen Vorteil: "Eltern entscheiden sich bewusst für Titel von klassischen Bildungsverlagen." Nach Angaben des Veranstalters interessierten sich in diesem Jahr rund 39 Prozent der Bildungsmesse-Besucher für neue Medien und Multimedia. Auch deswegen kann man sicher sein, dass sich viele Publisher an der nächsten Bildungsmesse vom 1. bis 5. April 2003 in Nürnberg beteiligen werden.