Britische Softwarepiraten müssen Schaden erstatten
Neben Gefängnisstrafen verfehlen vor allem hohe Schadenersatzforderungen selten ihren Effekt bei überführten Softwarepiraten. In Großbritannien wurde nun ein bereits verurteiltes Gauner-Duo zur Rückzahlung des entstandenen Schadens verdonnert.
Ein britisches Softwarepiraten-Duo wurde vom Mold Crown Court zur Rückzahlung des durch den Verkauf von Raubkopien entstandenen Schadens verurteilt. Zuvor erhielten die 29 und 47 Jahre alten Männer mehrmonatige Gefängnisstrafen. Das Gericht beziffert den Schaden auf nahezu 300.000 britische Pfund (ca. 430.000 Euro). Da das jüngere Mitglied des Gauner-Duos allerdings über keinerlei pfändbare Werte verfügt, verzichtete das Gericht in diesem Fall auf eine zusätzliche Schadenersatzzahlung. Anders sieht es beim älteren der beiden Täter aus: Das Vermögen des Verurteilten wurde auf rund 79.000 Pfund geschätzt - inklusive Mobiliar, einem Auto und verschiedenen anderen Wertgegenständen. Diese Summe muss der zu sechs Monaten Haft verurteilte Mann nun binnen des kommenden halben Jahres aufbringen und an die geschädigten Unternehmen zurückzahlen. Andernfalls drohen weitere zwei Jahre Haft. Der britische Industrieverband ELSPA begrüßte den Richterspruch. "Dieser Fall verdeutlicht eindringlich das erhebliche finanzielle Risiko, dem sich Softwarepiraten aussetzen", kommentierte der stellvertretende ELSPA-Vorsitzende Michael Rawlinson. So oder so wird der 47-jährige Straftäter mittellos dastehen, wenn er aus der Haft entlassen wird.