Neue Medien sind ein Schwerpunkt der 53. Frankfurter Buchmesse vom 10. bis 15. Oktober. Eine Halle steht ganz unter dem "Motto Multimedia". Doch die meisten Anbieter von Info-/Edutainment und Games präsentieren sich übers Messegelände verteilt in den einzelnen Sachgruppen.

Zum 53. Mal öffnet die Frankfurter Buchmesse ihre Pforten. Aber nicht nur Bücher und Buchverlage stehen an den sechs Veranstaltungstagen vom 10. bis 15. Oktober im Mittelpunkt. Längst sind Anbieter elektronischer Produkte in die Veranstaltung integriert. Aus diesem Segment kommen in diesem Jahr 2300 der fast 7000 erwarteten Einzelaussteller aus 110 Ländern. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Firmen aus dem Bereich elektronische Medien damit um 200 verringert.

2300 E-Publisher werden erwartet

Neben der Präsentation von Produkten ist die diesjährige Buchmesse wieder Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen. Eins der wichtigsten Diskussionsforen dürfte die "Big Questions Conference" am 8. Oktober sein. Thema ist der Wandel der Branche durch neue Technologien. Tags darauf dreht sich beim "15. International Rights Directors Meeting" von 14 bis 16.30 Uhr alles um Lizenzen, Markenentwicklung und Merchandising.

Vor neun Jahren waren Entwickler, Hersteller und Anbieter neuer Medien erstmals auf der Buchmesse vertreten. Seit 1994 - für 1993 liegen keine Zahlen vor - hat sich die Zahl der E-Publisher, die sich auf dem Event präsentieren, mehr als verfünffacht. Nach Angaben von Veranstalter Ausstellungs- und Messe GmbH hat bereits jeder dritte Aussteller E-Medien im Programm. Pro Jahr besuchen rund 50.000 Multimediaexperten die Buchmesse. Damit sei die Ausstellung die weltweit größte Schau für E-Publishing, das in diesem Jahr in Halle 1.1 ein eigenes Forum hat.

Kürzere Wege durch neue Hallenstruktur

Etwa 200 Aussteller zeigen dort Info- und Edutainment-CD-ROMs, Computerspiele, DVDs, Videos, Hörbücher und Onlineangebote. Alle anderen Firmen aus dem Bereich neue Medien sind über das übrige Messegelände verteilt. Um die Wege zwischen den Ausstellungsbereichen zu verkürzen, wurde der Buchmesse eine neue Hallenstruktur verpasst. Im Mittelpunkt steht jetzt die Agora, das zentrale Freigelände zwischen Forum und den Hallen 3, 4, 5 und 6. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Nettoausstellungsfläche um zwei Prozent auf 75.727 Quadratmeter erweitert.

Doch die erfreulichen Entwicklungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die 53. Frankfurter Buchmesse von den Terroranschlägen in den USA überschattet wird. Buchmesse-Direktor Lorenzo A. Rudolf sagt, dass sich die angespannte weltpolitische Lage auf Sicherheitsvorkehrungen und Teilnehmerzahlen auswirken wird. Insgesamt erwartet er drei Prozent weniger Aussteller als im Jahr 2000. Dennoch werden rund 400.000 Titel präsentiert, etwa 22.000 mehr als im Jahr 2000. Darunter sind fast 76.000 Neuerscheinungen. Mit geschätzten 300.000 Besuchern soll das Event in diesem Jahr so viele User ansprechen wie im Vorjahr.

Nachgefragt: Joachim Kehl, Geschäftsführer Frankfurter Buchmesse

GamesMarkt.de: Welche Bedeutung hat die Buchmesse für die CD-ROM-Branche?

Joachim Kehl: Die Buchmesse ist für die CD-ROM-Branche genauso wichtig wie für den Buchhandel. Denn bei Büchern stehen die Inhalte ebenso im Vordergrund wie bei elektronischen Medien. Und die Buchmesse konzentriert sich auf Inhalte, nicht auf die Trägermedien.

GM: Welche Themenschwerpunkte bietet die Buchmesse im Segment elektronische Medien?

Kehl: In diesem Jahr gibt es in diesem Bereich keinen Themenschwerpunkt. Aber unsere Aussteller bieten eine Vielzahl einzelner Veranstaltungen und Präsentationen. Wir selbst haben fast 60 Internetzugänge auf der Messe verteilt.

GM: Was hat sich gegenüber der Buchmesse 2000 verändert?

Kehl: Sehr viel. Denn die Verlage sehen nicht mehr so sehr die Notwendigkeit, sich in einem eigenen Bereich für elektronische Medien zu präsentieren, sondern zeigen sich zunehmend in einzelnen Sachgruppen.

GM: Wie wird sich der Bereich CD-ROM entwickeln, und wie kann die Buchmesse dazu beitragen?

Kehl: Ich denke, dass sich die CD-ROM in kleinen Schritten weiterentwickeln wird. In naher Zukunft wird sie nicht vom Markt verschwinden. Aber es gibt andere Speichermedien, mit denen aktiver umgegangen werden kann. Sie werden der CD-ROM künftig stärker Konkurrenz machen. Die Buchmesse trägt dazu bei, dass die elektronischen Medien in den Sachgruppen ihren angestammten Platz haben.

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