Auch beim dritten Teil des Straßenrennspiels von Criterion gibt's weder Lizenzkarossen noch einen Tuningkatalog - und doch bietet "Burnout 3" die coolste Asphaltaction seit langem: dank Tempo, Turbo und Takedowns.

Es ist das letzte unabhängig entwickelte Spiel der englischen 3D-Experten Criterion und der Beweis, dass Electronic Arts in kein besseres Studio hätte investieren können: Nachdem "Burnout" unter Acclaim vom ansehnlichen zum beeindruckenden Rennspiel gereift ist, krönt sich Teil drei unter EA-Flagge zum König der Straßenraser. Insbesondere die coole Optik bietet allen Grund zum Schwärmen: Rasend schnell ziehen die Highways, Wälder, Docks, Hochhäuser und Straßenschluchten der drei aufwendig präsentierten Fantasiemetropolen in den USA, in China und Italien am Spieler vorbei. Selbst bei Höchsttempo und einer Unzahl an Licht- und Partikeleffekten kommt die Bildrate nicht ins Stocken.

Dass die adrenalintreibenden Rennen auf den 40 Strecken so irrsinnig schnell sind, liegt nicht nur an der PS-Stärke der hochglanzpolierten Muscle Cars, Sportwagen oder Coupés, sondern auch am ausgiebig geforderten Gebrauch des Turbo Boost. Den nötigen Vorrat an Turboenergie verschafft sich der Spieler durch halsbrecherische Fahrweise, indem er beispielsweise auf der Gegenspur entlangheizt, knapp an unbeteiligten Verkehrsteilnehmern vorbeischrammt oder mit quietschenden Reifen um Kurven driftet. Noch mehr Turbokraft bescheren die so genannten Takedowns - böswilliges "In-den-Unfall-Treiben" der bis zu fünf Konkurrenten. Drückt man den Gegner in die Bande oder lässt ihn an einer Ecke auflaufen, gibt's Punkte, Boost und eine Crashsequenz. In die schaltet das Spiel auch, wenn man selbst in die Bande kracht - während der Spieler sich in einer Zeitlupe an der meist eindrucksvollen Zerstörung seines Wagens ergötzt, darf er dank so genanntem Aftertouch-Feature die grobe Richtung des Wracks lenken und (weitere) Unfälle bei der nachfolgenden Konkurrenz provizieren. Und weil das Schadensmodell so beeindruckend ist, gibt es erneut spezielle Crash-Events, bei denen der auf belebten Kreuzungen verursachte Blechschaden zählt.

Doch "Burnout 3" ist nicht nur eine Zerstörungs-, sondern auch eine Freischaltorgie - für gelungene Aktionen und siegreiche Rennen werden ständig weitere Strecken, Fahrzeuge und Wettbewerbe verfügbar gemacht. Einige der 24 Rennvarianten dürfen auch im Multiplayermodus gespielt werden: Zwei Fahrer vergnügen sich an einer Konsole, bis zu sechs Xbox-Raser haben via Internet Spaß. Hinter der grandiosen Grafik hinkt der Sound ein wenig her: Zwar gibt's gelungene Motorengeräusche und Unfalleffekte zu hören, dafür ist die Alternativ-Rock-Untermalung jedoch eintönig schrammelnd und der Moderator des fiktiven "Burnout"-Senders von "You Don't Know- Jack"-artiger Überdrehtheit, die auf Dauer gewaltig nervt.

Fazit: Abgesehen von der Akustikschwäche ist "Burnout 3" ein funkensprühendes Meisterwerk aus Blech und Benzin. Mehr Action auf vier Rädern wird momentan auf keiner Plattform geboten.

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