BVV-Businessreport zum deutschen Videomarkt
Der Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) hat seinen Businessreport veröffentlicht. Der Kaufmarkt hat demnach durch einen florierenden DVD-Absatz für eitel Sonnenschein gesorgt. Im laufenden Jahr soll allein mit dem DVD-Verkauf ein Umsatz von über einer Mrd. Euro erzielt werden.
Der deutsche Videomarkt konnte 2002 zum dritten Mal in Folge mit einem Rekordergebnis abschließen. 1,4 Mrd. Euro bedeuteten eine Umsatzsteigerung um über 22 Prozent. Getragen wurde das Wachstum in erster Linie vom Kaufmarkt und hier vor allem vom DVD-Absatz. So wurde im Kaufbereich im vergangenen Jahr erstmals die Marke von einer Mrd. Euro überschritten. Der DVD-Absatz stieg um über 75 Prozent auf 713,3 Mio. Euro und war damit für weit mehr als zwei Drittel der gesamten Kaufumsätze verantwortlich. Das VHS-Geschäft ging um 16,8 Prozent auf 327,5 Mio. Euro zurück. Mit 35,5 Mio. DVDs und 28,6 Mio. VHS-Kassetten wurden insgesamt 64,1 Mio. Units abgesetzt. Der durchschnittliche Verkaufspreis für eine DVD lag bei 20,08 Euro.
2003 Absatz von 53 Mio. DVDs
Insgesamt 19,8 Mio. Deutsche haben im letzten Jahr mindestens einen Bildtonträger erworben. Allein 3,1 Mio. Neukunden wurden durch DVD an den Markt herangeführt. Wie sieht also nun der potenzielle DVD-Käufer aus? Laut GfK ist er durchschnittlich 38,9 Jahre alt und überwiegend männlich. Der DVD-Markt wird eindeutig von Spielfilmen dominiert. Vier von fünf verkauften DVDs waren aus diesem Segment. Beachtliche Wachstumsraten verbuchten zwei Sondervermarktungen. So stieg der Umsatz von Special Editions um 247 Prozent auf 60,4 Mio. Euro. DVD-Boxsets erzielten einen Umsatz von 85,3 Mio. Euro - eine Steigerung um 155 Prozent. 7000 verschiedene Filme waren Ende 2002 auf DVD erhältlich.
Topseller bei DVD war Warners "Der Herr der Ringe - Die Gefährten". Die Special Extended Edition schaffte es auf Platz sieben. Für das laufende Jahr prognostiziert der BVV allein mit dem DVD-Verkauf einen Umsatz von über einer Mrd. Euro. 10.000 Titel werden auf DVD erhältlich sein. Insgesamt sollen in diesem Jahr 77 Mio. Units verkauft werden, 70 Prozent davon auf DVD. Dafür stehe jedoch die Filmindustrie vor einer großen Herausforderung: der digitalen Piraterie. Ein florierender Softwareabsatz benötigt eine entsprechende Hardwarebasis. Ende 2002 standen sieben Mio. DVD-Player in den deutschen Haushalten - eine Penetration von 21 Prozent. Eine entscheidende Rolle beim steigenden Absatz von DVD-Playern spielen die günstigen Preise. So lag der Durchschnittspreis für einen DVD-Player mit 153 Euro unter dem für einen Videorekorder. 4,3 Mio. verkauften DVD-Playern standen zwei Mio. Videorekorder gegenüber. Für 2003 geht die GfK von einer Penetration von 35 Prozent und zwölf Mio. Haushalten mit DVD-Player aus.