Drei neue große Witcher-Projekte, ein zweiter "Cyberpunk 2077"-Teil und eine eigene IP, dazu verstärkte Zusammenarbeit mit der Film- und Merchandise-Branche: Das gab CD Projekt Red als Vorhaben bekannt. Zeitgleich tritt Co-Gründer Marcin Iwinski als CEO zurück.

In einem Strategieupdate hat CD Projekt Red gestern die neue Ausrichtung der Unternehmensgruppe den Shareholdern und der Öffentlichkeit vorgelegt. Darin werden für die Zukunft mehrere neue Spieleprojekte in insgesamt drei Franchises beschrieben, die CD Projekt Red in den nächsten Jahren entwickeln oder entwickeln lassen wird. Nachdem CD Projekt Red im letzten Jahr den Entwicklungsprozess - inspiriert vom schlechten Start von "Cyberpunk 2077" - dermaßen umgestellt hat, dass das Team nun an zwei großen AAA-Projekten gleichzeitig arbeiten kann, setzt die Firma dies nun praktisch um.

Im "The Witcher"-Franchise sollen insgesamt drei Projekte entwickelt werden, deren Codenamen nun bekannt sind. Project Sirius soll ein neues Spiel im Witcher-Universum, aber mit anderer Ausrichtung werden, das vom Bostoner CD-Projekt-Studio The Molasses Flood entwickelt wird und ein breiteres Publikum mit Single- und Multiplayer-Inhalten ansprechen soll.

Project Polaris soll eine neue Saga im Witcher-Universum starten - drei Spiele soll diese insgesamt in sechs Jahren umfassen. Es lässt sich vermuten, dass zu Polaris der Teaser in Form eines Luchsamuletts gehört, den CD Projekt Red im März 2022 veröffentlichte, da dieser den Untertitel "Eine neue Saga beginnt" trägt.

Ein drittes Witcher-Projekt soll extern entwickelt werden. Canis Majoris, wie der Projekttitel heißt, ist das erste Witcher-Projekt, das CD Projekt Red outsourct. Es soll auf Unreal Engine 5 basieren und mit dem Toolset von Polaris erstellt werden, wird also erst nach dem ersten Teil der Polaris-Saga erscheinen.

Im Cyberpunk-Franchise will CD Project Red ebenfalls neue Wege gehen. Der zweite Teil von "Cyberpunk 2077" läuft unter dem Namen Project Orion und wird von CD Projekts neuem nordamerikanischen Studio entwickelt, das je eine Niederlassung in Vancouver und Boston hat. The Molasses Flood, ebenfalls aus Boston und Teil der CD-Project-Gruppe, bleibt davon unabhängig.

Drittens baut CD Project Red eine gänzlich neue IP ohne Bindung an ein vorhandenes Medienfranchise auf. Diese läuft unter dem Codenamen Hadar. Die Konzeptualisierungen dafür starteten bereits früh in 2021, das Projekt ist jedoch noch nicht in der Entwicklungsphase.

Um seine Marktposition zu stärken, möchte CD Projekt Red zudem ein sogenanntes "Franchise Flywheel"-Konzept einführen. Dabei sollen Franchises durch unterschiedliche Produkte, sowohl medial als auch an Merchandise, aktuell bleiben. Zu diesem Zweck sucht das Unternehmen nach Partnerfirmen. Besonders nach dem Erfolg von Cyberpunk: Edgerunners, der Netflix-Animeserie, sieht CD Projekt auch verstärkt in die TV- und Filmindustrie. Die Witcher-Serie von Netflix, die nicht auf der Spielelizenz basiert, wird dabei explizit nicht erwähnt.

Zeitgleich zu den zahlreichen Projektankündigungen gab außerdem Co-Gründer und Co-Gruppen-CEO Marcin Iwinski seinen Rücktritt als Geschäftsführer bekannt. Ab Ende 2022 wird er seine Verpflichtungen die Vorstands-Kolleg:innen und seinen Co-CEO Adam Kicinski abgeben und zeitgleich als Präsident des Aufsichtsrats kandidieren.

Pascal Wagner

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Pascal Wagner
Pascal Wagner is Chief of Relations of GamesMarket and Senior Editor specialised in indie studios, politics, funding and academic coverage.