Im aktuellen Geschäftsbericht hebt CD Projekt hervor, dass "Cyberpunk 2077" für gestiegene Umsätze verantwortlich war, trotz Zusatzausgaben für die anhaltende Verbesserung des Spiels und Abschreibungen. Bei dem Nettoverlust von GOG.com sieht das Management allerdings Handlungsbedarf.

Auch CD Projekt hat seinen Finanzbericht für das dritte Quartal 2021 veröffentlicht. Das Unternehmen meldete einen Anstieg der Gesamteinnahmen um 38 Prozent auf 144 Millionen Zloty (30,87 Millionen Euro), während der Nettogewinn um 30 Prozent auf 16,3 Millionen Zloty (3,5 Millionen Euro) sank. Die Umsatzsteigerung wird auf die eigenen Produkte zurückgeführt, hauptsächlich auf "Cyberpunk 2077". Konkrete Verkaufszahlen wurden aber nicht genannt.

CFO und VP Piotr Nielubowicz führte den Gewinnrückgang auf den Beginn neuer Projekte und die Kosten für die Aktualisierung sowie die andauernde Verbesserung von "Cyberpunk 2077" zurück. Außerdem schreibt CD Projekt 60 Prozent der gesamten Entwicklungskosten des Shi-Fi-Rollenspiels ab, und zwar drei Prozent pro Quartal über einen Zeitraum von fünf Jahren. Auch andere Spiele von CD Projekt wurden auf ähnliche Weise abgeschrieben.

Im Geschäftsbereich GOG.com, dem digitalen Store für PC-Spiele, stieg der Umsatz um drei Prozent auf 41,8 Millionen Zloty (8,96 Millionen Euro). Für einen Gewinn reichte es in der Sparte aber nicht. Es stand ein Nettoverlust von 4,75 Millionen Zloty (ca. 1 Million Euro) unter dem Strich. Seit Jahresbeginn liegt der Nettoverlust bei 9,21 Millionen Zloty, also fast 2 Millionen Euro. In den neun Monaten des Vorjahres lag der Gewinn noch bei 1,22 Millionen Euro.

Piotr Nielubowicz erläuterte gegenüber Investoren einige Veränderungen bei GOG.com, die die finanzielle Situation verbessern sollen. So hat die Geschäftsführung beschlossen, dass sich GOG.com stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren soll, auf den Verkauf einer "handverlesenen Auswahl" an DRM-freien Spielen. Außerdem wird der Betrieb von "Gwent: The Witcher Card Game" ab Ende 2021 nicht mehr in das GOG.com-Geschäftsfeld mit einfließen, sondern komplett zu CD Projekt Red übergehen. Bisher war "Gwent" ein teamübergreifendes Projekt zwischen GOG.com und CD Projekt Red. Hauptsächlich EntwicklerInnen, die an Online-Lösungen gearbeitet haben, sollen von der Änderung betroffen sein. "Parallel zu diesen Veränderungen haben wir eine Reorganisation der GOG-Aktivitäten eingeleitet", heißt es weiter. Konkretere Angaben wurden nicht gemacht.

"Gwent" und der Mobile-Titel "The Witcher: Monster Slayer" sollen weiterhin mit Updates versorgt werden. Ansonsten wird CD Projekt Red in diesem Jahr keine Updates mehr für "Cyberpunk 2077" veröffentlichen. Aktuell arbeitet das Team an der Next-Generation-Version für PlayStation 5 und Xbox Series X/S, die im ersten Quartal 2022 zusammen mit einem großen Update auf Version 1.5 bereitstehen soll. Im zweiten Quartal 2022 soll die Next-Gen-Version von "The Witcher 3: Wild Hunt" folgen.

In der CD-Projekt-Gruppe sind laut CEO Adam Kicinski derzeit über 1.200 Mitarbeiter beschäftigt. In den Studios von CD Projekt Red arbeiten rund 660 EntwicklerInnen - weniger als ein Drittel von ihnen arbeitet an Updates und der Next-Gen-Version von "Cyberpunk 2077". Von Monat zu Monat wächst die Anzahl der MitarbeiterInnen, die am ersten Erweiterungspaket für das Sci-Fi-Rollenspiel sitzen. Die anderen MitarbeiterInnen sollen mit anderen, bisher unangekündigten Projekten beschäftigt sein. CD Projekt Red möchte bekanntlich auf die Parallelproduktion von zwei AAA-Spielen in den Witcher- und Cyberpunk-Universen im kommenden Jahr umstellen.

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Written by

Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.