CDV: Zickzackkurs auf dem Börsenparkett
Am 17. April wurde die Aktie der CDV Software Entertainment AG erstmals am Frankfurter Neuen Markt notiert. Der Ausgabepreis lag bei 45 Euro und damit am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne. Vorstand Wolfgang Gäbler nahm das Going Public zum Anlass, die vergangenen zehn Jahre des Unternehmens einmal Revue passieren zu lassen.
Nach Angaben der beauftragten Konsortialbanken war die Aktie 23fach überzeichnet: Während der Zeichnungsfrist vom 11. bis 13. April gingen bei den Bankhäusern K/L/M Equity, M. M. Warburg und Close Brothers Equity Markets sowie dem als Selling Agent fungierenden Virtuellen Emissionshaus Aufträge im Wert von mehr als 264 Mio. Euro ein. Mit einem Eröffnungskurs von 58 Euro und einem ersten Endkurs von 83 Euro konnte die CDV-Aktie am ersten Tag die starke Nachfrage rechtfertigen. Als erste Reaktion werteten die Vorsitzenden der noch jungen Aktiengesellschaft, Wolfgang Gäbler, Christina Oppermannund Christoph Gerlinger, die Entwicklung als "außerordentlichen Vertrauensbeweis der Aktionäre in ein zukunftsträchtiges Unternehmen".
Am 18. April erreichte die Aktie mit 115,50 Euro ihren derzeitigen Höchstwert. Seitdem schwankt das Wertpapier einmal knapp unter und knapp über 100 Euro. Auf der Pressekonferenz eine Woche vor dem offiziellen Börsendebüt ließ CDV-Vorstandsvorsitzender und CEO Wolfgang Gäbler die zehnjährige Geschichte des Unternehmens noch einmal Revue passieren: "Als ich anfing, aus meiner Studentenbude heraus nebenbei Software zu vertreiben, ahnte ich natürlich nicht im Entferntesten, dass ich in dieser Sache heute vor Ihnen stehen würde. Die vergangenen zehn Jahre waren eine spannende Zeit." Zur Entwicklung des Softwaremarkts seit Firmengründung bemerkte Gäbler, dass der Markt des Softwareentertainments praktisch aus dem Nichts auf ein Volumen von circa 2,5 Milliarden Mark allein in Europa gewachsen sei.
Einen Kritikpunkt sah Gäbler in der geringen Wertschöpfung deutscher Unternehmen. "Für die fehlende Wettbewerbsfähigkeit deutscher Publisher sind nach unserer Überzeugung einzig und allein die Finanzierungsprobleme verantwortlich", so der Geschäftsführer. CDV plane bis zum Jahr 2002 eine Umsatzsteigerung von derzeit 24 Millionen Mark auf rund 60 Millionen Mark. Dazu beitragen soll auch das Going Public, fließen dem Unternehmen doch nach eigenen Angaben rund zehn Millionen Euro durch den Börsengang zu. Der Emissionserlös soll zur Finanzierung der breit gefächerten Expansionspläne, unter anderem zur Erweiterung des Produktportfolios, herangezogen werden.