Welche Chancen und welche Risiken erwarten westliche Publisher im aufstrebenden Spielemarkt China? Dieser Fragestellung widmete sich PearlResearch in einer aktuellen Studie. Demnach birgt der chinesische Markt gigantisches Wachstumspotenzial - wenn vorsichtig agiert wird.

Im vergangenen Jahr gaben chinesische Spieler 760 Mio. US-Dollar für Computer- und Videospiele sowie Hardware aus. So eine aktuelle Studie von PearlResearch, die Chancen und Risiken des aufstrebenden Marktes unter die Lupe nimmt. Dabei dominieren vor allem asiatische Publisher mit Onlinespielen den Markt. 95 Prozent der Umsätze wurden mit Internetspielen erwirtschaftet. Das Wachstumspotential ist immens. Bei einem rasant wachsenden Mittelstand spielen derzeit nur drei Prozent der chinesischen Bevölkerung (ca. 25 Mio. Menschen) in ihrer Freizeit. Wurden 2005 lediglich 13 Prozent der Haushalte dem Mittelstand zugerechnet, wächst diese Schicht bis 2010 auf 30 Prozent an. Dementsprechend wird der Nachfrage nach Unterhaltungsprodukten in den kommenden Jahren eine wahre Explosion vorhergesagt. Dabei komme die Demographie vor allem Casual-Games-Anbietern zu gute: Rund 320 Mio. Chinesen gehören derzeit der Altersgruppe der fünf- bis 19-jährigen an, die zwar an Spielen interessiert sind, jedoch kein großes Budget zur Verfügung haben.

Wer sich nun vorschnell in China engagiert, könnte aber vor erheblichen Problemen stehen. Denn Erfolge im chinesischen Markt können schnell errungen, aber schwierig behauptet werden, so die Studie. Solider Marktanteile konnte bislang kein Publisher erringen. Zu sehr wird der Markt von Blockbustertiteln bestimmt. Ist der Hype erst abgeflaut, werden die Karten neu gemischt. Hinzu kommt das nach wie vor große Problem der Softwarepiraterie. Wer sich mit nicht onlinebasierten Spielen für PC oder Konsole auf den Markt traut, hat mit einer hohen Raubkopienquote zu kämpfen. Trotz geringer Verkaufspreise von rund fünf Dollar für ein Original sind Raubkopien problemlos ab einem Dollar zu haben. Selbst die vergleichbar hohe installierte Basis von geschätzten 300.000 bis 600.000 Konsolensystemen lässt nicht auf hohe Umsätze hoffen, da mehr als 90 Prozent der Konsumenten Raubkopien bevorzugen. Daher ist vor allem der Markt für PC-Spiele auf dem absteigenden Ast: Wurden 2002 noch 397 Titel für PC veröffentlicht, so sank die Zahl der Neuveröffentlichungen im vergangenen Jahr auf 71 ab.

Auf Partner vor Ort könnten westliche Publisher derzeit kaum verzichten, so die Schlussfolgerungen von PearlResearch. Zudem ist ein langer Atem gefragt. Bis 2010 werde China allen Schwierigkeiten zum Trotz einer der wichtigsten Märkte für interaktive Unterhaltungssoftware weltweit sein. Ein Engagement auch zum jetzigen Zeitpunkt kann sich auszahlen, werden die Besonderheiten des Marktes bedacht.

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Bär, Klingbeil, Steinmeier: Live Stream of Openings of Gamescom and Gamescom Congress
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By Stephan Steininger 2 min read