Seit vielen Jahren porträtiert GamesMarkt in jeder Ausgabe einen deutschen Gamesentwickler. In der Ausgabe vom Mitte März war Barrel Roll Games an der Reihe. Anlässlich ihres fulminanten Erfolgs beim Deutschen Computerspielpreis.

Die Hamburger Entwickler Barrel Roll Games verstecken sich gerne. Zumindest wenn es um die Spieleentwicklung geht, ist das aufspüren des richtigen Verstecks für die vier Entwickler Tina Heitmann, Christoph Rienäcker, Nils Ohlig und Lukas Köhne ein essenzieller Bestandteil ihrer täglichen Arbeit. Das vierköpfige Indie-Team arbeitet nämlich seit einigen Jahren schon an einem innovativen Multiplayer-Game namens "Witch It". "Die Idee, unsere eigenen Spiele zu machen, gab es tatsächlich schon seit mehr als fünf Jahren", erzählt die Barrel-Roll-Gründerin Tina Heitmann. "In den Mittagspausen haben wir oft begeistert über eigene Spielideen gesprochen. Zusätzlich zu unseren Fulltime-Jobs haben wir irgendwann angefangen an eigenen Prototypen zu werkeln."

Einer dieser Prototypen war das Hide & Seek-Game "Witch It", in das Heitmann und ihre Kollegen viel Zeit während neben ihrer eigentlichen Arbeit bei bekannten Entwicklern wie exDream, MobileBits und Goodgame investierten. "Nachdem im Laufe des Jahres 2016 jeder von uns seinen Vollzeitjob gekündigt hatte, haben wir uns erst einmal vollständig auf die Prototypenentwicklung konzentriert. Langsam begann 'Witch It' mehr und mehr Gestalt anzunehmen." Und da zu einem eigenen Spiel auch immer auch ein Entwicklerstudio gehört, gründeten die vier Indies Anfang 2017 ihr Studio in Hamburg.

Der Name passt nach ihrer Meinung perfekt zu den Entwicklern. Die "Barrel Roll", oder im Deutschen auch die Fassrolle, gehört zu einem waghalsiges Manöver im Kunstflug "Unserer Meinung nach braucht man eine gute Portion Mut und Kunstfertigkeit, um in Deutschland ein Spielestudio zu gründen. Außerdem sollte es den Sprung für uns als Angestellte in die Selbständigkeit symbolisieren - oder eben den Flug."

Und dieser Mut hat sich für die vier Entwickler bereits ausgezahlt. Mit ihrem Indie-Game "Witch It", sind die Hamburger bereits vor dem offiziellen Release bereits in aller Munde. Ende 2017 gewann der Titel die begehrte "Most Wanted"-Trophäe beim Deutschen Entwicklerpreis und war zusätzlichen für den Preis "Beste Grafik" nominiert. Die Preisverleihung öffnete gleich weitere Türen für Barrel Roll. Publisher Daedalic Entertainment wird auf das junge Team aufmerksam und  die weltweite Vermarktung für "Witch It". Es ist das erste Multiplayer-Game im Daedalic-Portfolio. "Im Januar haben wir uns dann bei Daedalic zu ersten Gesprächen getroffen. Für uns war es bisher schwer das Thema Marketing allein zu stemmen und mit Daedalic haben wir hier einen starken Partner mit viel Erfahrung" erzählt Heitmann. "Außerdem hatten wir die Konsolenportierung zwar schon auf unserer Liste, aber konnten diese nur schwer konkret planen. Durch die Partnerschaft mit Daedalic wird die Portierung nun beschleunigt, was sicherlich einige Spieler freuen wird."

2018 ist das Spiel sogar für vier Preise beim Deutschen Computerspielpreis nominiert (der Artikel erschien am 15.3.2018, vor dem DCP; Anm. d. Red.), darunter auch eine Nominierung in der Hauptkategorie als bestes Deutsches Spiel. Für Barrel Roll dürfte das wohl einem Ritterschlag gleich kommen, mit dem sich die Hamburger vor wirklich niemanden mehr verstecken brauchen.

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.
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