Deutschland - einig Entwicklungsland
Deutsche Entwickler hinken internationalen Standards hinterher. Mit klassisch deutschen Produkten sei international kein Blumentopf mehr zu gewinnen, sagte Thomas Friedmann, Geschäftsführer Funatics, auf dem Branchenforum "Interactive Entertainment" in München.
Während des Businessforums "Interactive Entertainment" zeichnete Thomas Friedmann, Geschäftsführer Funatics Software, einmal mehr ein düsteres Bild der deutschen Entwicklerlandschaft. Den lediglich 90 bundesweiten Studios mit zu kleinen Teamgrößen für State-of-the-Art-Projekte fehle es in der Regel an langjähriger Branchenerfahrung, dem Know-how speziell älterer Mitarbeiter, qualifiziertem Nachwuchs sowie Kenntnissen im Konsolensektor. Neben dem zu geringen Eigenkapital machte der ehemalige Blue-Byte-Mitarbeiter auch das Fehlen von Markdaten für das Ausbleiben größerer Erfolge verantwortlich, da es bereits bei der Projektplanung zu Fehlentscheidungen im Hinblick auf (kommende) Trends komme. Zudem seien deutsche Spielinhalte oft "zu deutsch", träfen damit also nicht den Geschmack der (wirtschaftlich bedeutenden) amerikanischen Kunden. Als rühmliche Ausnahme nannte Friedmann das PC-Spiel "Far Cry" des Coburger Entwicklers Crytek, das auch auf internationalem Parkett große Beachtung fand. Damit Deutschland ein Global Player wird, forderte Friedmann die weitere Professionalisierung der Spielebranche, eine Imageförderung, die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsmöglichkeiten sowie die Organisation relevanter Marktdaten. Last but not least sei eine Stärkung der finanziellen Basis notwendig, beispielsweise durch staatliche Förderprogramme.