Die Marktforscher von DFC Intelligence haben ihren jährlichen Jahresrückblick vorgelegt. Darin äußern sie sich kritisch zur Marktdominanz von EA, bezeichnen Activision als Übernahmekandidaten erster Wahl und kritisieren Ataris Portfoliopolitik.

Obwohl die Absatzzahlen nicht überwältigend waren, bilanzieren die Marktforscher von DFC Intelligence das Jahr 2004 als grundsätzlich positiv für die Interactive-Entertainment-Branche. Ein Trend des vergangenen Jahres war einmal mehr: Die bestverkauften Spiele sind Sequels. Das Besondere dabei sei jedoch, dass es sich um Fortsetzungen vor allem originärer Spielereihen wie "Doom", "Sims", "Metroid Prime", "Halo", "Metal Gear Solid" oder "Grand Theft Auto" gehandelt habe. 2004 habe also nicht im Zeichen großer Hollywoodlizenzen gestanden, wie es im Vorjahr der Fall gewesen sei.

Als weitere Trends im Gamesbusiness machte DFC Intelligence die Expansionslust der Publisher im wegen Raubkopien schwierigen, aber ausbaufähigen chinesischen Markt aus. Und auch das Segment Handhelds habe durch den Release des Nintendo DS neuen Schwung erhalten. Und das in den USA oftmals todgeredete Segment PC-Spiele habe durch einige Blockbuster wieder auf sich aufmerksam gemacht. Last but not least zählen die Marktforscher nach wie vor Onlinegames zu den wichtigsten Zukunftstrends, wobei gerade in diesem Segment der PC noch immer eine deutlich dominantere Rolle spiele als die Konsolen.

Was die Performance einzelner Firmen betrifft, muss sich jede Company nach Meinung der Marktforscher an EA messen. Es sei überdeutlich, dass EA in einer eigenen Liga spiele, so DFC Intelligence. Speziell zum Jahresende habe der Marktführer dank seiner guten finanziellen Situation einige wichtige Verträge unter Dach und Fach gebracht. Doch gerade dies sehen die Marktbeobachter kritisch: Die Zukäufe können ihrer Meinung nach ein Zeichen dafür sein, dass EA den Wettbewerb fürchte. Begründet wird die These u. a. durch die im Vergleich zu anderen Unternehmen geringere Innovationsbereitschaft von EA. Ein weitere Grund ist laut DFC Intelligence, dass bspw. im Sportspielbereich der qualitative Vorsprung von EA dahinschmelze und die Marktstellung nun durch teure Deals gefestigt werden soll.

Doch trotzt aller Kritik seien die anderen Publisher noch weit davon entfernt, die Dominanz von EA angreifen zu können. Gerade Activision und THQ galten in den vergangenen Jahren bei Analysten als potenzielle Herausforderer. Activision habe sich laut DFC Intelligence zwar sehr gut entwickelt und durch eine geschickte Portfoliostrategie in eine gute Position gebracht, doch gerade dies berge auch Gefahren. So sei Activision auf Grund seiner guten Positionierung einer der geeignetsten Übernahmekandidaten für Medienkonzerne wie News Corp. oder Viacom, die wieder verstärkt nach Möglichkeiten suchten, ins Gamesgeschäft einzusteigen.

Regelrechte Schelte gab es für Atari / Infogrames. So seien sich Atari / Infogrames und EA in ihrer Politik, Wachstum durch Zukäufe zu realisieren, sehr ähnlich. Allerdings würden zwei wesentliche Unterschiede existieren: Erstens hätten die erfolgreichen Sportspiele eine solide Basis für EAs Expansionsbestrebungen gebildet. Zweitens habe es EA im Unterschied zum Atari / Infogrames-Konzern geschafft, die Zukäufe weit erfolgreicher ins Unternehmen einzugliedern. Folglich verfüge EA über ein straffes Line-up, während Atari / Infogrames scheinbar willkürlich Produkte aller Genres und Plattformen anbiete. Schlussendlich, so die Marktforscher, suche EA nach Wegen, die Geldüberschüsse auszugeben, während Atari / Infogrames nach Jahren der Verluste nach Möglichkeiten suche, Gewinne zu erwirtschaften.

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.
Jumpgate Signs Publishing Agreement With Daedalic for New Strategy Game
Carsten Fichtelmann, CEO of Daedalic Entertainment GmbH / Patrick Streppel, Founder and CEO, gameXcite GmbH and Chief Product Officer, Jumpgate AB © Daedalic / Jumpgate

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By Marcel Kleffmann 2 min read