DFC zieht Absturz Sonys in Betracht
Auf Grund veränderter Rahmenbedingungen haben die Marktforscher von DFC Intelligence ein neues Worst-Case-Szenario für Sonys Videospielsparte erstellt: den möglichen Absturz vom Marktführer zur dritten Kraft im Markt.
Könnte Sony abstürzen und vom Marktführer zur dritten Kraft im Spielemarkt werden? Laut den Marktforschern von DFC Intelligence muss die Antwort auf diese Frage "Ja" lauten, wenn der schlimmste denkbare Fall eintritt. Diese Schlussfolgerung hat DFC Intelligence nun veröffentlicht. Dabei ist den Marktforschern die Brisanz ihrer Prognose sehr bewusst. In der entsprechenden Mitteilung an die Presse gehen sie ungewöhnlich detailliert auf die Methodik ein, anhand der sie mögliche Marktentwicklungen prognostizieren und laufend aktualisieren. Mehrfach betonen sie außerdem, dass Sonys Absturz vom Marktführer auf den dritten Platz der Hersteller lediglich ein "Worst-Case-Szenario" darstellt. Und das heißt, Sony begeht jeden erdenklichen Fehler, während die Konkurrenz immer die richtigen Entscheidungen trifft und sich die Kunden im Zweifel gegen Sony entscheiden.
Erstaunlich ist die Prognose trotzdem. Denn bislang stand für DFC fest, dass Sony mit PS3 selbst im schlechtesten Fall allenfalls auf Marktposition zwei abrutschen kann. Die Gründe für eine Verschärfung des DFC-Worst-Case-Szenario für Sony sind vielseitig. Ein Grund liegt laut DFC im Prognose-Verfahren selbst. Denn die Markenstärke, Marktposition und das zurückliegende Kaufverhalten der Verbraucher bilden zusammen nur eines von insgesamt zehn Bewertungskriterien, die DFC für die Erstellung der verschiedenen Szenarien heranzieht.
Während die Stärke der PlayStation-Marke auch für die Marktforscher von DFC unbestritten ist, attestieren sie jedoch Microsoft und Nintendo bei den anderen neun Kriterien deutlich Boden gutgemacht zu haben. Beide Konkurrenzkonsolen, Xbox 360 und Wii, seien heute deutlich besser als Alternative zur PS3 geeignet als noch vor einem Jahr. Dies im Zusammenspiel mit dem höheren PS3-Preis könnte zu einer Abkehr vieler bisheriger PlayStation-Kunden führen, falls Sony nicht in der Lage sei, 2007 deutliche Preisanpassungen vorzunehmen.
Boden verloren hat Sony nach Meinung der Marktforscher auch im Punkt Software. So verzichten Third-Partys zunehmend auf eine Plattform-exklusive Vermarktung ihrer Toptitel, die sich wie einst "Tomb Raider" bei PSone und "GTA" bei PS2 als wichtige Plattformseller erwiesen. Viel gefährlicher für Sony sei jedoch, dass auch Nintendo und Microsoft zunehmend darauf achten, ein möglichst breites Software-Portfolio auf ihren Plattformen mit Spielen für jede Geschmacksrichtung und Altersgruppe anzubieten. Diese Software-Vielfalt galt bei den vergangenen Hardware-Generationen als Sony-eigene Stärke und war nach Meinung von DFC ein wesentlicher Faktor für die deutlich breitere Zielgruppenansprache von PSone und PS2 gegenüber ihren Mitbewerbern.