Der Ferrari unter den Videospielkonsolen wird am 14. März Einzug in die europäische Gamesgemeinde halten. Aber wird die Xbox halten, was sie im Vorfeld verspricht? Wir haben die Konsole auf Herz und Nieren geprüft.

Schon bei der Gestaltung der Xbox wurden die Anregungen von mehr als 5000 Spielern und Spieleentwicklern auf der ganzen Welt aufgegriffen. Das Gehäuse besticht durch seine nachtschwarze Farbgebung mit der typischen "X"-Struktur, in deren Zentrum ein leuchtend grünes Logo zu sehen ist. Microsofts "Hardware-Overkill" spiegelt sich damit bereits rein optisch im wuchtigen Gehäuse wider. Konzeptionell ist die Xbox als stationäres Gerät entworfen, das vom Platzbedarf her mit einem Videorekorder vergleichbar ist.

Das Kraftpaket von Microsoft

An der Vorderseite befinden sich vier Anschlüsse für Gamepads, der Frontloader des DVD-Laufwerks mit zugehörigem "Eject"-Button und ein "Standby"-Schalter. Strom- und Ethernetanschluss sowie ein Multi-AV-Stecker für die Sound- und Videoausgabe wurden auf der Rückseite untergebracht.

Auch die "inneren Werte" der Xbox überzeugen auf ganzer Linie: Ein leistungsstarker Prozessor mit über 700 MHz Taktfrequenz sorgt zusammen mit einem neu entwickelten Grafikchip, dem 64 MByte großen Arbeitsspeicher, dem acht GByte fassenden Harddrive und dem schnellen 5x- DVD-Laufwerk für eine optimale Performance für Spiele der nächsten Generation.

Verwandtschaft mit PC offensichtlich

Die Verwandtschaft mit dem PC ist nicht nur zufällig, sondern wird von Microsoft auch betont. Damit ist u. a. die Möglichkeit der "problemlosen Portierung" von PC-Spielen auf die Xbox geboten, was durch die Verwendung identischer DirectX-Developertools un-termauert wird. Ein weiteres Kaufargument für Xbox stellt der einfache Ausbau der Spielekonsole zum vollwertigen DVD-Player dar. Durch eine optional erhältliche Fernbedienung können die DVD-Features freigeschaltet werden. Die Xbox bietet quasi einen vollwertigen PC, mit dem Unterschied, dass künftiges Aufrüsten einzelner Hardwarekomponenten entfällt. Über Systemanforderungen, Patches oder Treiber braucht sich der Käufer keine Gedanken zu machen: DVD-ROM einlegen und loslegen, heißt hier die Devise.

Herzstück der Xbox ist ein optimierter Intel Pentium III-Prozessor mit 733 MHz Taktfrequenz, der zudem erweiterte ISSE-Routinen beherrscht. Das Mainboard wurde mit einem modifizierten 250 MHz-nVidia nForce 2a-Chipsatz bestückt. In Kombination mit dem DDR-SD RAM-Hauptspeicher, der direkt auf das Mainboard gelötet wurde, erreicht die Xbox eine beeindruckende Speicherbandbreite von 6,4 Gigabyte/s. Mit 64 MB- Hauptspeicher zeigt sich Microsoft der Konsolenkonkurrenz weit überlegen, was die vereinte Speicherarchitektur nochmals verdeutlicht. Damit lässt die Xbox den Programmierern durch die Kapazitätsvergabe zwischen Haupt- und Grafikspeicher große Freiheiten. Mit einer maximalen Auflösung von 1920 x 1080 Pixel ist die Xbox auch in Hinblick auf HDTV-Geräte zukunftssicher konzipiert. Auf handelsüblichen Fernsehern wird die grobe Auflösung durch "Vollbild Anti Aliasing" ausgeglichen, so dass es zu keiner unschönen Treppchenbildung an Polygonkanten kommt.

Ähnlich wie bei einem Kompakt-DVD-Player kann das ausgegebene Bildformat der Xbox an 16:9- oder 4:3-Fernseher angepasst werden. Diese Funktion beeinflusst sowohl die DVD-Wiedergabe wie auch die Games. Einmal im Setup eingestellt, prüft die Konsole automatisch, ob das Spiel den 16:9 "Enhanced"-Modus unterstützt und aktiviert diesen bei Bedarf. Um dies zu ermöglichen, muss ein so genanntes "DVD Movie Playback Kit" für 49,99 Euro zugekauft werden. Ein kleines Empfängermodul wird dabei in einen der Controller-Ports gesteckt, um die Kommunikation mit der Fernbedienung zu ermöglichen. Anschließend steht der komplette Menüumfang eines DVD-Players zur Verfügung, wie etwa Szenenauswahl, alternative Kameraperspektiven und Kindersicherung.

Der "MCPX X3"-Soundchip dekodiert Signale direkt in Dolby Digital. Insgesamt stehen 256 Tonkanäle zur Verfügung, wobei bis zu 64 Kanäle hardwarebeschleunigt ausgegeben werden können. So entsteht ein äußerst kraftvolles Klangbild mit verblüffenden 3D-Effekten. Bereits ein Großteil der Launchtitel unterstützt den 5.1 Dolby Digital-Sound.

Dank des integrierten Harddiscdrives gehören notorisch überfüllte Memorycards nunmehr endgültig der Vergangenheit an. Um die Ladezeiten der DVD-ROM so kurz wie nur irgend möglich zu halten, dient die acht Gigabyte große Festplatte zudem als Cache. Damit lassen sich Daten einfach zwischenspeichern. In 4,5-facher Geschwindigkeit lassen sich Musikstücke von CD im Windows Media Audio-Format (WMA) hinterlegen. Die Bitrate beträgt 64kBit/s.

Äußerst kraftvolles Klangbild in 3D

Das Xbox-Pad verfügt über ein drei Meter langes Anschlusskabel, zwei Analogsticks sowie ein Digi-Kreuz. Die Analogsticks machen einen hochwertigen Eindruck und ermöglichen präzise Steuerkommandos. Die sechs Action- und zwei Schultertasten werden allesamt analog abgefragt. Für Spezialkommandos sind oberhalb der vier diamantförmig angeordneten Hauptbuttons zwei zusätzliche kleinere Knöpfe platziert. Zwei Rüttelmotoren im Innern des Controllers übertragen die Action vom TV-Bildschirm unmittelbar auf die Hände des Spielers.

Am Kopfende des Joypads befinden sich darüber hinaus zwei Einschübe für Memorycards, die künftig auch als Schnittstellen für Headsets oder andere Peripheriegeräte dienen werden.

Technische Daten im Detail

CPU: 733 MHz Taktfrequenz Grafikchip: 250 MHz nVidia 2a Speicher (RAM): 64 MB Speicherbandbreite: 6,4 GB/Sek.

Polygonleistung: 125 M/Sek. Texturen pro Pass: 4 Pixelfüllrate ohne Texturen: 3728 MPixel/Sek. Pixelfüllrate 1 Texture: 3728 MPixel/Sek. Pixelfüllrate 2 Texturen: 3728 MPixel/Sek. Hardwarekompression Texturen: S3TC (6:1)

Speichermedien: 5x DVD: 8MB Memorycard 8 GB HDD I/O: 4x Controller Ethernet (10/100)

Audio-Kanäle: 256 3D Audio-Hardware: Ja (64 3D Kanäle) MIDI + DLS: Ja Hardware-Audiofilter: Ja Breitbandanschluss: Ja

DVD Player: Optionale Fernbedienung notwendig HDTV DVD: Ja HDTV im Spiel: 480p, 720p, 1080p Max. Auflösung: 1920x1080 Frame & Z-Buffer: 1920x1080

Share this post

Written by

Stop Killing Games and Does It Play Sue PlayStation Over Digital Pricing
A "sony tax": Stop Killing Games and Does it Play claim that the pricing on the PlayStation store is too high, and sue Sony in the Netherlands (Stop Killing Games)

Stop Killing Games and Does It Play Sue PlayStation Over Digital Pricing

By Pascal Wagner 1 min read
Stop Killing Games and Does It Play Sue PlayStation Over Digital Pricing
A "sony tax": Stop Killing Games and Does it Play claim that the pricing on the PlayStation store is too high, and sue Sony in the Netherlands (Stop Killing Games)

Stop Killing Games and Does It Play Sue PlayStation Over Digital Pricing

By Pascal Wagner 1 min read