Die Macher hinter der Xbox
Xbox-Special
Der Chef
"Xbox wird nicht nur Marktanteile gewinnen, sondern den Videospielemarkt als solches weiter vergrößern" sagt Hans Stettmeier, der als Director Home & Retail unter anderem die Verantwortung für das deutsche Xbox-Geschäft trägt. Pünktlich zum Start von Windows 95 im Jahr 1995 ist Hans Stettmeier bei Microsoft eingestiegen, damals als Direktor Vertrieb, Distribution und Handel. Seit Juli 1997 ist er für die gesamte Home & Retail Division und damit für alle Konsumenten-Produkte von Microsoft verantwortlich. Dazu gehören neben den Spielen auch die Enzyklopädie "Encarta", das Heim-Anwendungspaket "Works", aber auch die Microsoft-Hardware mit Mäusen, Tastaturen und Joysticks. In seine Gesamtverantwortung für den Retail-Kanal fallen damit auch die dortige Vermarktung der Betriebssysteme und Office-Produkte sowie natürlich auch des Xbox Videospielsystems.Schon 1980 startete er nach einem Informatikstudium bei der European Consumer Division von Texas Instruments durch. "Das war die Goldgräberzeit", erinnert er sich gerne an die Tage, als programmierbare Taschenrechner und Heimcomputer zu Consumerprodukten wurden. "Eine Xbox ist gut eine Million mal leistungsfähiger als Geräte, die damals ganze Monatsgehälter kosteten." Der 46-jährige verbringt seine Freizeit am liebsten mit der Familie und hat auch privat eine Schwäche für, wie er es nennt, "innovative Consumer Electronic Produkte". Sein Motto lässt ahnen, dass der Erfolg der Xbox nicht automatisch ist: "Eine gute Idee ist was schönes, deren Umsetzung etwas wertvolles"
Der Stratege
"Microsoft hat entscheidend die Welt der Arbeit verändert", sagt Thomas Caric, der deutsche Marketing Manager für das Xbox Videospielsystem, "und jetzt steigen wir mit der Xbox in die Welt der Spiele ein". Diese Branche ist dem 41-jährigen bestens vertraut: Sechs Jahre lang war er für Hasbro im Spielwarensegment tätig unter anderem als Produkt Manager, später als Business Development Manager mit dem Aufgabenschwerpunkt Category / Space Management. Einen ähnlichen Aufgabenbereich übernahm er 1997 bei Microsoft als Channel Marketing Manager. Als er dort die richtigen Weichen gestellt hatte, wechselte er ins Marketing Management für die gesamte Consumer-Palette mit Produkten wie den PC-Spielen, aber auch Encarta, Works, Mäusen und Keyboards. Seit dem letzten September konzentriert er sich alleine auf das Xbox- und PC-Spiele-Geschäft und leitet das Team mit Frank Pingel (Produkt Manager Xbox), Pamela Liebhardt (Produkt Manager PC Spiele) Boris Schneider-Johne (PR Manager) und Hans Seyfried (Trade Marketing).
Der Spieler
"Xbox bringt vom ersten Tage an ein breites Spieleangebot in allen Genres und von allen relevanten Herstellern", weiß Frank Pingel zu berichten, der Product Manager für das Xbox Videospielsystem. In dieser Rolle muss er nicht nur die Microsoft-eigenen Spiele, sondern die ganze Marke Xbox inklusive der Partner-Publisher betreuen. Sein Einstieg bei Microsoft vor über zehn Jahren war kurios: Als Product Manager für OS/2 erlebte er an seinem ersten Arbeitstag, wie Microsoft das Produkt wieder einstellte. Danach stieg er in eine interne Task Force zum Thema Betriebssystemstrategie ein und arbeitete danach drei Jahre lang in der Entwicklerbetreuung. Über den Zwischenschritte des Produktmanagers für Multimediaprodukte kam er vor über fünf Jahren auf den Sessel des internen Spiele-Experten. Damit hat er Microsofts Einstieg in die PC-Spiele-Welt (beginnend mit Fury3) von Anfang an begleitet. Dank der enormen Verkaufszahlen in Deutschland gilt er intern auch als der "Vice President Age of Empires". Jetzt startet er mit Xbox noch mal von vorn. Der Motorradfahrer und Vater von zwei Kindern glaubt nicht an "sichere Sachen" sondern setzt auf Flexibilität. Das drückt er gerne mit den Worten von Jean Jaques Rosseau aus: "Die Fähigkeit vorauszusehen, dass gewisse Dinge nicht voraussehbar sind, ist von entscheidender Bedeutung".
Der Berater
"Io pense mercate" - "Ich denke Handel". Dieser Spruch fasst kurz und heftig zusammen, was Hans Seyfried zu seinen zwei wichtigsten Maximen gemacht hat: Die Freude an ausprägt italienischer Lebensart zum einen und die Lust an der Partnerschaft Industrie und Handel zu anderen. Nach einer Ausbildung und Orientierung im Absatz-Marketing bei internationalen Namen in Industrie, Agentur und Handel, dies wiederum in Deutschland, Frankreich und England, war ihm klar: Ohne Handel geht es nicht. Daraus wurde ein Engagement für alle Vertriebsformen: POS, Merchandising in ungewöhnlicher Form, Events und Promotions für das "Drehen" am Regal, sogar Vorlesungen als Dozent in Fachhochschulen.Als Consultant für das Trade Marketing Xbox hat er ein neues Abenteuer angepackt. Kräftige Launch-Aktionen, spektakuläre POS-Dekos und Auftritte an ganz neuen Plätzen im Handel - dank eines und für ein ungewöhnliches Produkt.
Der Verkäufer
"Spiele werden noch lebensechter. Xbox verwischt die Grenzen zur Realität und saugt den Spieler in das Geschehen hinein." So beschreibt Stephan Brechtmann, Sales Manager im deutschen Xbox-Team, seine ersten Erfahrungen. Brechtmann wechselte erst im Februar 2001 zu Microsoft und kam aus einer Branche, die mit Consumer Electronics nichts zu tun hat, nämlich Süßwaren.
Nach dem BWL-Studium ging er als Trainee im Vertrieb zu Ferrero und lernte dort das Verkaufen "von der Pike auf". Seine "erste historische Chance" ergab sich 1990 als Verkaufsgruppenleiter in Berlin, wo er den Außendienst Ostdeutschland aufbaute. Mal in Frankfurt, mal in Berlin war er u. a. regionaler Verkaufsleiter und Verkaufsleiter Key Accounts. Seine Marktkenntnis ist auch in der Computerbranche von Nutzen - sind doch auch Videospiele mit ihrer Abhängigkeit vom Kundengeschmack eine Art digitale Süßigkeit.
Der Enthusiast
"Xbox kann die Welt der Videospiele umkrempeln", antwortet Boris Schneider-Johne, das deutsche Sprachrohr von Xbox, wenn er nach dem Grund für seine Begeisterung gefragt wird. "Der schnellste Grafikchip und nahezu unbegrenzter Speicherplatz dank der eingebauten Festplatte öffnen den Spieleentwicklern völlig neue Türen." Seit 1985 beschäftigt sich Boris Schneider-Johne beruflich mit Computer- und Videospielen. Insgesamt sieben Jahre war er Chefredakteur der jeweils führenden Computerspielezeitschriften Deutschlands. Zwischendurch ersann er die deutschen Übersetzungen von Spielehits wie "Monkey Island" und "Wing Commander".
Seit 1997 ist er bei Microsoft und war in den ersten dreieinhalb Jahren in der Marktforschung und Businessplanung für Consumerprodukte wie die ultimediaenzyklopädie "Encarta" oder das Anwendungsprogramm Works zuständig. Diese Aufgabe führte ihn auch früh an das Xbox-Projekt, denn er organisierte und analysierte Kundenbefragungen und Fokusgruppen zu Themen wie den ersten Xbox-Spielen sowie zu technischen und praktischen Details: "Dass der Xbox-Controller ein derart langes Kabel hat, geht unter anderem auf die Vorlieben der europäischen Videospieler zurück." Im Oktober 2000 wechselte Schneider-Johne in die Pressearbeit.
Die Designer
Poster, Pop-ups, Standees, Fahnen und Flyer - es gibt viele Möglichkeiten, direkt am PoS für Aufmerksamkeit zu sorgen. Doch ein grundlegender Baustein im Dekorationspuzzle ist und bleibt das Regal. Ein intelligentes Regalsystem leitet nicht nur den Kunden optimal zum gewünschten Produkt - es zieht ihn regelrecht an.
Im Konsolenmarkt entscheidend sind dabei sicherlich auch die Demostationen, die konzeptionell in das Regalsystem zu integrieren sind. Bei der Gestaltung des Xbox-Regalsystems hat sich Microsoft deshalb auch erfahrene Profis von Wegner & Partner, einer Agentur, die auf Absatzförderung spezialisiert ist, an Bord geholt. Das Ergebnis kann in fast jedem großen Spieleoutlet bewundert werden.