Bereits vor Release in den USA ist "Doom 3" in den einschlägigen Tauschbörsen als illegale Kopie aufgetaucht. "MCVgamesmarkt" wollte vom Handel wissen, ob dadurch Umsatzeinbußen zu befürchten sind und welche Maßnahmen die Industrie ergreifen könnte, um das Problem in den Griff zu kriegen.

Sammlereffekt schützt Für flashpoint kann ich nur sagen, dass durch diese Vorkommnisse, die auch uns nicht verborgen geblieben sind, bisher keine Umsatzeinbußen festzustellen sind. Vielmehr kommen täglich noch Order hinzu. Außerdem ist "Doom 3" unserer Meinung nach auch ein starkes Onlinethema, und so weit ich weiß, sind diese Versionen aus dem Internet aufgrund des ungültigen Keys nicht online spielbar. Das Produkt an sich spricht sicher auch viele Fans an, die das Original besitzen wollen. Letztendlich kann man sicher von einem gewissen Sammlereffekt sprechen, weshalb auch nach Release die Raubkopierproblematik im Vergleich zu anderen Titel nicht so dramatisch ist.

Markus Tjebben, Einkaufsleitung flashpoint

Kopierschutz verbessern Nicht nur bei "Doom 3", generell ist die Piraterie ein großes Problem in der Branche. Als positives Beispiel möchte ich hier "Codename: Panzers - Phase One" nennen, das wohl mit einem sehr guten Kopierschutz ausgestattet war. Man sollte mit Nachdruck daran arbeiten, die Kopierschutzmechanismen zu perfektionieren. Speziell bei Multiplayertiteln lässt sich die Problematik durch spezielle "Codes" einfacher in den Griff bekommen als bei Games, die man vorwiegend allein spielt, wie eben "Doom 3". Die Medien müssen nachhaltig für ein Unrechtsbewusstsein in der Bevölkerung sorgen, was aber gerade in Deutschland lange dauern könnte. Ein entscheidender Ansatzpunkt für die Industrie wäre, die eigenen Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen, damit die Daten gar nicht erst im Vorfeld im Netz landen können. Eine erfolgversprechende Strategie zur Vorbeugung der Piraterie ist auch die Erhöhung der Attraktivität der Originalspiele. Die McMedia-Händler konnten ihre Kunden schon des Öfteren mit interessanten Bundles begeistern, die einen exklusiven Mehrwert boten. Hier sind nach wie vor Kreativität und Kooperationsbereitschaft der Industrie gefragt. Efthimios Sidiropoulos, Produktgruppenmanager McMedia

Problem kaum lösbar Wir sehen unsere Umsätze durch diese illegale Veröffentlichung nur in geringem Ausmaß gefährdet. Sicher fallen dadurch einige Kunden weg, aber insgesamt dürften sich die Verluste in Grenzen halten. Sicher wäre es sinnvoll, würde die Industrie an neuen Kopierschutzmechanismen feilen, langfristig sind aber auch das leere Kilometer. Schließlich wurde bisher noch jeder Kopierschutz früher oder später geknackt. Auch über den Preis von Spielen könnte man reden. Ob die Kopierer dadurch aber tatsächlich ans legale Ufer wechseln, ist fraglich. Ein Weg wären sicher aufwendige Spezialverpackungen, um für den Kunden einen Mehrwert zu schaffen. Generell denke ich aber, dass wir dieses Problem nie ganz in den Griff bekommen werden. Christian Wüstner, Game World

Keine Umsatzverluste Wir rechnen durch die illegale Veröffentlichung im Netz bei EBgames nicht mit Umsatzverlusten. Unsere Kunden legen Wert auf die Verpackung und auch darauf, das Spiel in den Händen zu halten. Zudem schnüren wir immer wieder attraktive Angebote im Vorverkauf. Hier haben wir also wenig Bedenken. Ich denke, die Basis ehrlicher Fans dieses Spiels ist groß genug, um die Umsätze zu sichern. Eine attraktivere Preisgestaltung von Seiten der Industrie würde sicher helfen, das Problem zumindest etwas zu entschärfen. Jacqueline Ehrenfeld, Leiterin Marketing EBgames.de

Share this post

Written by