"Dragonflight" ist die neunte Erweiterung für "World of Warcraft"
Mit "Dragonflight" geht Blizzard Entertainment auf Nummer sicher und orientiert sich an den Wünschen der Community, weswegen unter anderem die Talentbäume zurückkehren werden. Auch bei "World of Warcraft: Wrath of the Lich King Classic" wird ein vielfach kritisiertes Spielsystem gestrichen.
Blizzard Entertainment hat heute Abend die Zukunft von "World of Warcraft" und der Classic-Version in einem einstündigen Livestream vorgestellt. Präsentiert wurden "World of Warcraft: Dragonflight" und "World of Warcraft: Wrath of the Lich King Classic".
"World of Warcraft: Dragonflight" ist die neunte Erweiterung für das Online-Rollenspiel und versucht stärker zu den High-Fantasy-Wurzeln zurückzukehren. Ein angepeilter Releasezeitraum ist nicht genannt worden, aber weil die Entwickler:innen kaum Spielszenen, Endgame-Inhalte oder Interface-Elemente zeigten und das aktuelle Add-on (Shadowlands) noch eine vierte Season spendiert bekommen wird, dürfte die Drachen-Erweiterung nicht vor 2023 erscheinen. Wann der Alphatest starten soll, wurde ebenso nicht festgemacht. Im Zentrum der Erweiterung stehen die Dracheninseln, die lange Zeit auf Azeroth versteckt waren. In vier neuen Gebieten plus einem Startgebiet werden die Spieler:innen bis auf Stufe 70 aufsteigen und dabei Geschichten rund um Drachen, Tuskarr, Zentrauren und Lavakreaturen erleben. Ein großer Kontrahent wurde nicht genannt. Dafür gibt es die neue Dracthyr-Rasse (Mischung aus Humanoid und Drache), die nur die Evoker-Klassenoption hat. Solch ein erwachter Rufer der Dracthyr kann entweder als Heiler (Bewahrung) oder Fernkämpfer (Verheerung) fungieren. Andere Klassenvarianten gibt es nicht.
Neu und für alle Klassen ist hingegen die Fähigkeit "Drachenreiter", die mit der Zeit ausgebaut und via Talentbaum verbessert wird. Neue Steuerungsoptionen werden zusätzlich versprochen. Zudem kann das Drachenreittier ausführlich angepasst werden. Ansonsten wird mit "Dragonflight" das Talentsystem komplett verändert. Blizzard wird zu Talentbäumen als Charakter-Fortschrittssystem zurückkehren und einen Talentbaum für die Klasse sowie einen Talentbaum für die Spezialisierung bieten, was die Blizzard-Teammitglieder auf das Feedback aus der Community zurückführen. Allem Anschein nach wollen sie das Konzept der "geliehenen Kräfte" aus den vergangenen drei Erweiterungen auch verwerfen - nach "Legion" und "Battle for Azeroth" verloren die Charaktere stets ihre besonderen Fähigkeiten und Kräfte; ähnlich wird es auch bei "Shadowlands" sein. Außerdem soll die Benutzeroberfläche an aktuelle Standards angepasst und das Berufssystem aufwändiger überarbeitet werden. Konkrete Angaben zu den Endgame-Aktivitäten, Schlachtzügen, Dungeons, PvP etc. wurden noch nicht gemacht. Housing war ebenso kein Thema.
"World of Warcraft: Wrath of the Lich King Classic" ist die zweite Erweiterung für "World of Warcraft Classic". Sie soll im Laufe dieses Jahres veröffentlicht werden - inkl. kostenpflichtiger Charakter-Boost-Möglichkeit auf Stufe 70, um die Level-Up-Phase zu überspringen (nicht für Todesritter). Lich King Classic basiert grundlegend auf der 2008er-Erweiterung, wird aber an einer wichtigen Stelle verändert. So wird der "Dungeon Browser" (Dungenfinder) gestrichen. Die Entwickler:innen seien mittlerweile der Auffassung, dass dieses automatische Gruppensuchetool für Fünfer-Dungeons den sozialen Elementen des MMORPGs geschadet hätte. Es bleibt abzuwarten, ob bei zukünftigen Classic-Erweiterungen ähnliche Entscheidungen zum Beispiel bei dem Talentsystem oder den Raidfinder zurückgenommen werden. Außerdem wird die Team-Arena-Wertung bei PvP-Kämpfen durch eine persönliche Arena-Wertung pro Spieler:in ersetzt. Auch der Barbier soll mehr Optionen als das 2008er-Pendant anbieten. Der Zugang zu "World of Warcraft: Wrath of the Lich King Classic" bleibt in dem regulären Abopreis enthalten.
Apropos Warcraft-Universum: Das Kartenspiel "Hearthstone" wird - wie in den letzten Jahren - mit drei Erweiterungen pro Spieljahr fortgeführt. Den Auftakt hat die "Reise in die Versunkene Stadt" gemacht, die letzte Woche veröffentlicht wurde. In den nächsten Monaten sollen der Söldner-Modus und der noch immer sehr beliebte, aber schwer zu monetarisierende Schlachtfeld-Modus ausgebaut werden, letzterer unter anderem mit einem Fortschrittsystem. Zudem sollen die In-Game-Events besser aufeinander abgestimmt werden, damit nicht alle Modi zur gleichen Zeit mit neuen Inhalten versorgt werden, schließlich begreift Blizzard das Kartenspiel mittlerweile als eigene "Plattform" für mehrere Typen von Kartenspielen. Im Mai möchte Blizzard Entertainment übrigens das erste Warcraft-Spiel für Mobilgeräte vorstellen.