Auch an der diesjährigen E3 könnte sich das endgültige Ende der "Transitionsperiode" bemerkbar machen: Die verkaufte Ausstellungsfläche hat wieder das Niveau von 2000 erreicht, und die Zahl der Voranmeldungen liegt trotz Wirtschaftskrise, Irakkrieg und SARS über der des Vorjahres.

"Vor dem globalen Umfeld, dass Sorgen über Krieg, Krankheit und Wirtschaftsentwicklung nahezu alles beinträchtigen, ist es bemerkenswert, dass die derzeitigen Aussichten für die E3 2003 so solide sind", zeigt sich selbst Doug Lowenstein, Präsident der Interactive Digital Software Association, über die Erfolgsaussichten der Show überrascht. Für den Chef des US-Branchenverbands, der zugleich Veranstalter der weltgrößten Spielemesse ist, beweist die Nachfrage das noch immer außergewöhnliche Interesse, das die Öffentlichkeit an der Welt der Computer- und Videospiele sowie an deren Zukunft hat. In der Tat könnte die E3 in diesem Jahr zu alter Stärke zurückfinden. Wieder werden über 400 Unternehmen im Los Angeles Convention Center ihre Neuheiten präsentieren. Dabei wurde so viel Ausstellungsfläche gebucht wie zuletzt 2000, also unmittelbar vor dem Beginn des Generationswechsels.

Solides Ausstellerinteresse trotz Krisen

163 Firmen werden nach Angaben der Organsiatoren erstmals in diesem Jahr die E3 als Präsentationsplattform nutzen. Und die Zahl der vorangemeldeten Fachbesucher liege zum jetzigen Zeitpunkt über dem Vorjahresniveau. Mittels der obligatorischen Ausstellerumfrage im Vorfeld der Show hat die IDSA ermittelt, dass 1350 noch nie gezeigte Spiele und Zubehörartikel auf der E3 2003 zu sehen sein werden. Die Bedeutung der E3 als Neuheitenshow spiegle laut Lowenstein wider, dass die Industrievertreter die E3 nicht nur als Show wahrnehmen, bei der Geschäft zum Spaß werde, sondern auch als Ort, an dem Geschäfte gemacht werden. Unterstrichen wird seine Aussage nicht zuletzt durch die Ankündigungen etwa von Codemasters oder Sunflowers, auf der E3 nach neuen Produkten und Partnern im Entwicklerbereich Ausschau halten zu wollen. Aus deutscher Sicht muss man feststellen, dass das Interesse gerade des deutschen Handels an der E3 nachgelassen hat. Wegen der 2.Games Convention hat sich manch ein Unternehmen entschlossen, in diesem Jahr der Westküste der USA fern zu bleiben.

Als Folge will auch die deutsche Sony-Computer-Entertainment-Niederlassung auf einen Besuch der diesjährigen E3 verzichten. Kein Anlass zur Sorge für die Veranstalter, doch zeigt dieses Verhalten, wie ausgewogen und nutzenorientiert Konzept, Zeitpunkt und Organisation der GC sind. Hinzu kommt, dass der schwache deutsche Spielemarkt eher auf Impulse durch die GC als durch die E3 hoffen darf. So werden über 20 Prozent aller E3-Neuheiten aus dem Actionbereich kommen, zu dem auch die in Deutschland zuletzt immer wieder umstrittenen Shooter zählen. Analysten, die dem US-Gamesmarkt eine positive Entwicklung vorhersagen, untermauern ihre Prognose durch den Verweis auf vor allem zwei kommende Veröffentlichungen: "Doom III" und "Counterstrike 2", deren Vermarktung in Deutschland nicht unproblematisch sein dürfte. Es bleibt zu hoffen, dass die Publisher auch eine Reihe Spitzenspiele anderer Genres im Gepäck haben. Sonst geht der internationale Boom der Spielebranche womöglich auch weiterhin an Deutschland vorbei.

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