EA-Studie: Das Problem heißt Desinteresse
Eine im Auftrag von Electronic Arts erstellte Studie von TNS Infratest widerlegt die These, Games hätten ein schlechtes Image in Deutschland. Der Absatz leide vielmehr unter einem Desinteresse.
Das Image von Computer- und Videospielen unterscheidet sich in Großbritannien, Frankreich und Deutschland zumindest nicht grundlegend. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine Studie von TNS Infratest, die im Auftrag von Electronic Arts durchgeführt wurde. Allerdings bestehen deutliche kulturelle Unterschiede beim Umgang mit Games. Im Vergleich zu den anderen beiden Kernmärkten Europas gewinnen die Deutschen Computer- und Videospielen am wenigsten Spaß und Unterhaltungswert ab. Während 42 Prozent der befragten Briten die Aussage "Computer- und Videospiele machen Spaß" als zutreffend empfinden, sind es in Deutschland nur 30 Prozent. Als "gute Freizeitbeschäftigung" wurden Games von rund 30 Prozent der Befragten aus Großbritannien eingestuft, in Deutschland jedoch lediglich von elf Prozent. Überraschende Ergebnisse erbrachte die Studie hinsichtlich der Frage, warum manche Menschen überhaupt nicht spielen: In allen drei Ländern ist schlichtes Desinteresse der Hauptgrund, Games nicht zu nutzen.
Für EA ergeben sich aus der Studie grundlegende Erkenntnisse: Bei der Entwicklung des deutschen Markts geht es nicht darum, Games ein "besseres" Image zu geben, sondern das Interesse an PC- und Videospielen überhaupt zu wecken. Und dies will EA mit verschiedenen Maßnahmen erreichen. Neben der Präsentation auf Events will EA am PoS mehr Möglichkeiten schaffen, Spiele erlebbar zu machen. Hier stehen die Konzepte "EA Arena" und "Shop in Shop" auf der Liste. Bislang wurden etwa 30 EA-Arenas und knapp 200 Shop-in-Shop-Lösungen in Deutschland eingerichtet. Last but not least führt EA eine Drittvermarktungsmarke ein: "EA Most Wanted". Am PoS werden die ehemaligen Klassiker in einem speziellen Display präsentiert. Der Verkaufspreis soll bei knapp zehn Euro liegen.